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14.03.2003 - 

Fotoversand über das Handy

Eine MMS sagt mehr als 1000 SMS

MÜNCHEN (ajf) - Für die Mobilfunkanbieter bieten Multimedia Messaging Services (MMS), der Fotoversand via Handy, eine Chance, an den Erfolg der SMS-Welle anzuknüpfen und die Umsätze pro Kunde zu steigern. Anwender sollten allerdings unscharfe Bilder und manchmal unflotte Übertragung tolerieren können.

Seit mehr als einem halben Jahr werben Carrier und ihre Ausrüster für MMS sowie für Foto-Handys mit integrierter oder aufsteckbarer Kamera. Statt wie bisher SMS-Textnachrichten sollen sich Mobilkommunizierer ihre multimedialen Botschaften künftig aus Bildern, Tönen und Texten zusammenstellen und austauschen. Die Rechnung ist einfach: Kostet der Versand einer SMS den Kunden beispielsweise bei T-Mobile 19 Cent, werden dort pro MMS mindestens 39 Cent fällig.

Fotoversand für Dummies

Der Fotoversand geht in der Regel leichter von der Hand, als dies zu vermuten wäre - selbst Wirtschaftsredakteure werden nicht vor unlösbare Probleme gestellt. Als Testgeräte standen zwei Siemens-Handys der Baureihe "S55" zur Verfügung, denen ein Kameramodul (mit Blitz) angesteckt werden muss. Nach dem ersten Foto folgte die Ernüchterung: Auf dem winzigen Display sehen KollegInnen ziemlich unscharf aus, Landschaften erinnern an schlechte Kopien der Gemälde von William Turner. Das stolz an alle Freunde zu versendende Motiv "Ich mit Frau im Arm vor Porsche" würde wohl nicht allzu überzeugend geraten.

Glücklicherweise lassen sich die Bilder in zwei Formaten abspeichern, nämlich "klein" und "ganz klein". Letzteres ist ein rund 6 KB umfassendes JPEG-Format (160 mal 120 Pixel), die größere Version hat ein Volumen von etwa 35 KB und löst mit 640 mal 480 Pixel auf. Dafür ist ihr Versand teurer, denn ab 30 KB Übertragungsvolumen kostet die MMS netzintern 99 Cent. Wenn allerdings das größere Bild auf einen Rechner übertragen wird (via Infrarot, Kabel, Bluetooth oder Versand an eine E-Mail-Adresse), lässt sich dort zumindest die Nummer des Porsche zweifelsfrei identifizieren.

Misslich wird es jedoch, wenn Sie Fotos an ein Handy schicken, das mit diesen modernen Daten nichts anfangen kann: Der Netzbetreiber benachrichtigt den Empfänger per SMS, dass er eine MMS im Internet ansehen kann. Töne und Animationen fallen hierbei leider unter den Tisch; abgesehen davon ist der Überraschungseffekt verpufft.

Kommt Zeit, kommt Bild

Die Übermittlung der Nachricht selbst braucht ihre Zeit - zwischen zwei T-Mobile-Geräten dauerte es von einer Minute bis zu fünf Stunden bis zum Eintreffen einer Meldung. Von Vodafone zu T-Mobile und wieder zurück klappte es in der Regel innerhalb einer Minute. Auch traten keine Probleme bei der Konvertierung der Bilder zwischen zwei unterschiedlichen Handys auf: Ein (hierzulande nicht erhältliches) "P800" mit großem Bildschirm von Sony Ericsson stellte das Foto eines S55 anstandslos dar, wenn auch mit dickem weißen Rahmen.

Lediglich der Versand eines Fotos an eine E-Mail-Adresse bereitete anfangs Kummer: Das S55 fragte nach einem nicht existierenden E-Mail-Konto, Benutzernamen sowie einem Passwort und verweigerte die Übertragung. Informationen fanden sich dazu keine auf der Website, dafür leistete das Call-Center Hilfestellung. Gut gefiel der Kurzstreckenversand von Bildern via Bluetooth: Das war nicht nur simpel, sondern zudem auch noch kostenlos.

Fazit: Mit MMS könnte es den Mobilfunkern gelingen, an den Erfolg der SMS anknüpfen - sofern sie zusätzliche Services erfinden, die die Leute wirklich brauchen. Bunte Bilder mit Tönen oder Texten anzureichern und an seine Kumpels/Kollegen zu senden ist vielleicht die ersten paar Mal ganz nett. Jedoch nutzt sich der Spaß relativ schnell ab, zumal die Fotos auf den Handys ziemlich bescheiden aussehen. Wenn Sie allerdings etwas für die Not leidende Wirtschaft tun wollen, sollten Sie schleunigst beginnen, über Bilder zu kommunizieren.