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Kommentar


20.06.1997 - 

Eine Vision am seidenen Faden

Ob sich Netscape mit seiner Vision vom "Networked Enterprise", dem mit Kunden und Partnern vernetzten Unternehmen, in den kommenden Jahren erfolgreich im Markt behaupten kann, hängt von vielen Faktoren ab. Technologisch ist die Firma aus Mountain View sicher auf dem richtigen Weg.

Entscheiden wird sich das Schicksal der Barksdale-Company aber vermutlich an der strategischen Ausrichtung des Erzrivalen Microsoft. In bezug auf Manpower und Marketing-Macht kann eine "kleine" Firma, wie sie Netscape - trotz enormen Wachstums - noch immer ist, auf die Dauer im direkten Wettbewerb mit diesem übermächtigen Konkurrenten schwerlich bestehen. Microsoft verteilt bereits jetzt die meisten seiner Inter- und Intranet-Produkte scheinbar kostenlos.

Das Heil im Server-Bereich suchen

Die Umsatzstruktur des Softwareriesen aus Redmond ist aber bislang noch auf den Desktop-Bereich konzentriert. Betriebssysteme und die Office-Anwendungen bringen mit ihren häufigen Updates das meiste Geld in die Taschen von Bill Gates, die Server- und Back-Office-Produkte spielen mit ihren niedrigen Lizenzgebühren eine vergleichsweise geringe Rolle. Sicher nicht zuletzt deswegen ist Netscape nach dem Ende des sogenannten Browser-Kriegs vor allem im Server-Bereich aktiv und erzielt dort 70 Prozent seiner Einkünfte.

Prekär dürfte die Lage für den Internet-David aber dann werden, wenn sich auch Microsoft in diese Richtung bewegen sollte. Ein solches Umschwenken ist angesichts des unerwartet langsamen Umstiegs der Unternehmens-IT auf aktuelle Desktop-Produkte wie Windows 95 und Office 97 nicht ganz unwahrscheinlich. Netscape sähe sich dann auch im Bereich der Server-Produkte der geballten Entwicklungskraft aus Redmond ausgesetzt.

Zu welchen Leistungen Microsoft unter Druck in der Lage ist, hat das schnelle Aufschließen des "Internet Explorer" zum vormals technologisch überlegenen "Navigator" gezeigt. Wenn dann auch noch Unix durch ein skalierfähigeres Windows NT belagert und die Plattformvielfalt der Produkte aus Mountain View damit weniger gewichtig wäre, könnte Netscape wie so viele Softwarefirmen zuvor in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.