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21.08.1987

Einfache Chancengleichheit

Ein weiterer Produktionsfaktor ist definiert - und hat bereits Hochkonjunktur: Weiterbildung im Unternehmen. Zumindest wird ausgiebig darüber konferiert, referiert und informiert.

Doch der Aura dieser Zauberformel stehen bislang die Fakten gegenüber. Die betriebliche Qualifizierungsoffensive scheint nämlich beinahe ausschließlich Chefsache geworden zu sein.

Immer noch bedeckt hält das Bonner Bildungsministerium Ergebnisse eines "Berichtssystems Weiterbildungsverhalten", das einen rückläufigen Ist-Zustand erkennen läßt: Nur zwölf von 100 Arbeitnehmern besuchten 1985 Qualifizierungskurse, nicht mehr als drei Jahre zuvor. Von einer Anhebung des Qualifikationsniveaus könne nicht die Rede sein, so auch die an der Untersuchung beteiligte Münchener Infratest-Sozialforschung. Das Sozialforschungsinstitut in Göttingen durchleuchtete Büros und Verwaltungen auf den technologischen Qualifizierungs-Aspekt hin. Mikroelektronik, lautet das Resümee, habe keineswegs einen Wieterbildungsboom ausgelöst. Der Trend scheint also rückläufig.

Weiter ins Detail geht das Bundesinstitut für Berufsbildung. Die Berliner Werte zeigen eine steigende Tendenz bei der betrieblichen Qualifizierungsoffensive, allerdings nur bei technischen sowie kaufmännischen Angestellten. Sie sind mit rund 40 Prozent bei beruflichen Bildung vertreten; Eine noch bessere Quote weisen aber Führungskräfte mit 65% auf. Beispielsweise AEG: Von 150 Millionen jährlich für die gesamte Bildungsarbeit entfallen 80 Millionen auf Führungskräfte.

Auch sind sich Münchener und Berliner Analytiker einig, daß sogenannte "einfache" Angestellte - ganz zu schweigen von an- oder ungelernten Arbeitskräften - erheblich unter dem Durchschnitt der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen zu finden sind. "Nicht können", interpretieren die einen, "nicht wollen" die anderen.

Unbestritten entscheidet Fortbildung in hohem Maß darüber, wer zu den Rationalisierungsgewinnern in Verwaltung wie Fertigung gehören wird. Mit dem "neuen Produktionsfaktor", bietet sich, quer durch die Hierarchien, die Chance, das Potential für die "Büros und Fabriken der Zukunft" - also Computer-Qualifikationen bei Managern, Sachbearbeitern wie auch Facharbeitern - zu gewinnen.

Wenn Verantwortliche im Unternehmen Mitarbeiter zu Wissenserwerb motivieren, sollten sie es daher unter dem Motto Chancengleichheit tun, statt auf persönliche Anpassung des einzelnen zu setzen.