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27.10.1978 - 

Leitzentrale von SEL für die Stuttgarter S-Bahn:

"Einfädeln" mit dem Rechner

27.10.1978

STUTTGART (pi) - Seit dem 1. Oktober bereichert ein S-Bahn-Netz das Nahverkehrsangebot im mittleren Neckarraum. Es verbindet Stuttgart mit seinem dicht besiedelten Umland. Drei Strecken laufen im Hauptbahnhof Stuttgart zusammen. Alle Züge fahren in einen Tunnel unter der Innenstadt ein. An dieser vorerst durch eine Wendeschleife abgeschlossenen Strecke liegen vier Bahnhöfe.

Zur Überwachung des Verkehrs im gesamten Netz, insbesondere aber zum sinnvollen "Einfädeln" der S-Bahn-Triebzüge in die Tunnelstrecke, wobei der zeitliche Abstand auf 2,5 Minuten absinken kann, richtete SEL eine Betriebsleitzentrale (BLZ) ein. Sie ist mit zwei Rechnersystemen ausgerüstet die aus je einem Leitungs- und einem Steuerrechner PDP-11 von Digital Equipment bestehen.

Beide Systeme arbeiten parallel mit den gleichen Informationen und müssen deshalb bei fehlerfreiem Betrieb zu den gleichen Ergebnissen kommen. Angeschlossen sind je ein Wechselplatten-, Festkopfplatten-, Magnetband-, Kern- und MOS-Speicher. Sie halten die Programme, das aktuelle "Meldebild" und die Vorgänge zur Archivierung über zehn Tage fest. Die BLZ fragt in den Stellwerken des Bereichs die Weichenlagen, Signalstellung und Gleisbelegung aller Fahrstraßen ab sowie in den Wende- und Randbahnhöfen die Zugnummernmeldeanlagen. Das "Meldebild" setzen die Rechner aus den gespeicherten Daten der Gleisgeographie und den Fahrplan-Sollwerten zusammen. Das Bild erscheint auf Farbmonitoren im Bedienraum der Leitzentrale. Auf den Bildschirmen erscheinen das schematisierte Gleisnetz weiß, die Zugnummern gelb auf rotem Grund, belegte Gleise rot und eingestellte Fahrstraßen grün. Außerdem wird jede Zeitdifferenz vom Sollfahrplan neben der Zugnummer weiß auf blauem Grund angezeigt. Vor den Farbmonitoren sind die Arbeitsplätze für die beiden Mitarbeiter angeordnet, die den ganzen S-Bahn-Bereich überwachen. Das Aufsichtspersonal der Bahnhöfe im S-Bahn-Tunnel erhält das Verkehrsbild der Strecke vom Hauptbahnhof bis zur Wendeschleife ebenfalls auf Farbmonitor.

Das gegenwärtige S-Bahn-Netz im mittleren Neckarraum hat eine Streckenlänge von insgesamt 165 Kilometer. Davon stehen rund 60 Kilometer der S-Bahn allein zur Verfügung, während der Betrieb auf den restlichen Strecken mit dem sonstigen Reise- und Güterzugverkehr gemischt ist. Weitere Strecken werden im Verlauf der Gleisumbauten nach und nach angeschlossen. Die Programmentwicklung soll sich in drei Stufen vollziehen. Die erste, bereits verwirklichte Stufe ermöglicht es, alle Züge zu orten. Bei der zweiten Stufe handelt es sich um einen "Soll-/Ist-Vergleich mit dem Fahrplan" und die dritte Stufe wird Zeit-/Weg-Linien erfassen. Voraussichtlich kann die zweite Stufe Ende 1979 verwirklicht werden und die dritte im Herbst 1980.