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31.08.1979

Einführung des Distributed Processing schafft neue Personalstruktur:DV-Spezialisten: Zentrale schichtet um

Die Tatsache, daß die Einführung von Distributed Processing-Konzepten zu einer Umverteilung der DV-Verantwortlichkeiten im Unternehmen führt, hatte die COMPUTERWOCHE neugierig gemacht, die Reaktion zentraler EDV-Stellen auf diese Entwicklung zu erkunden. "Rationalisiert sich der EDV-Chef durch DDP selbst weg?" hatten wir zum Thema der Woche in der Ausgabe 29 vom 20. Juli 1979 gefragt. Herbert Faustmann, GMO-Gesellschaft für moderne Organisationsverfahren mbH & Co. KG, Geschäftsstelle Frankfurt, hält diese Frage für rhetorisch. Von Wegrationalisierung könne nach seinen Worten nicht die Rede sein: "Im Gegenteil, neue Aufgaben und Kompetenzen werden auf die (zentrale) Abteilung Organisation/ DV zukommen." Faustmann führt weiter aus:

So wie die technologische Weiterentwicklung - das gilt für Hardware, Basissoftware und Anwendungssoftware - stets neue Möglichkeiten der Informationsverarbeitung sowohl in der technischen Leistungsfähigkeit als auch im Anwendungsspektrum ermöglicht, so werden sich zwangsläufig auch langsam die Strukturen organisatorischer Systeme anpassen beziehungsweise verändern.

Während noch vor wenigen Jahren die zentralistischen DV-Konzepte aus Rationalisierungsgründen und Wirtschaftlichkeitsüberlegungen eindeutig vorherrschten - und das zu Recht -, verlangen heute, unterstützt durch technologische Möglichkeiten, andere Kriterien ein Überdenken der DV-Strategie und eine Neuorientierung der mittelfristigen Maßnahmen und Entscheidungen.

Wenn wir noch vor nicht allzu langer Zeit die mangelnde Unterstützung der Fachbereiche bedauerten, was häufig nur ein Alibi war, so wird in zunehmendem Maße heute die Akzeptanz im Fachbereich angestrebt und für den Aufbau integrierter DV-Gesamtsysteme als unabdingbar gefordert.

Trotz dieser, wie es scheint, grundsätzlichen Trendwende darf nicht übersehen werden, daß die Datenverarbeitung - wie auch immer konzipiert - ein Hilfsmittel, eine Methode, ein Element der Organisation ist, das zur Erfüllung unternehmerischer Ziele eingesetzt werden muß (gleichlautend für Verwaltung und andere soziale Systeme) und das auf ein spezifisches Know-how der damit betrauten Mitarbeiter angewiesen ist.

Abteilungsgröße und -struktur, aber auch die Funktionen und Kompetenzen werden sich verändern, aber von Wegrationalisierung kann in meinen Augen nicht die Rede sein, im Gegenteil: Neue Aufgaben und Kompetenzen werden auf den Leiter und die Abteilung Organisation/DV zukommen. Funktionen, die ich mit

- Koordination funktionaler Teilsysteme im Rahmen langfristiger Gesamtkonzeption

- Normung und Rationalisierung der Systementwicklung

- Sicherung der Systemverfügbarkeit und

- Schutz der Information und deren Manipulation

umschreiben möchte und die sicherlich ein Mehr an Know-how und Verantwortung erforderlich machen.

Ich kann die Frage, die ich persönlich als eine rhetorische Frage sehe, nur mit nein beantworten.