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01.04.1994

Eingeleitete Sparmassnahmen wirken sich nicht auf FuE-Bereich aus Analyst raet Ingres zu Praesenz im Desktop- und Parallelsektor

MUENCHEN (qua) - Ihre groessten Sorgen ist die ASK Group offenbar los. Wie Peter Lewi, Geschaeftsfuehrer der ASK/Ingres GmbH, Frankfurt, beteuert, konnten die eingeleiteten Sparmassnahmen die Kreditgeber besaenftigen. Nach Ansicht des britischen Datenbankexperten Robin Bloor sollte das Software-Unternehmen aber kuenftig mehr Praesenz bei Desktop-Plattformen und Parallelarchitekturen zeigen.

"Wir haben keine Probleme mehr mit den Banken", freut sich Lewi. Einem Bericht der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" zufolge ist die Sache aber noch nicht ganz ausgestanden: Die First National Bank of Boston und die Canadian Imperial Bank of Commerce haetten mit ASK lediglich ein auf zwei Monate befristetes Stillhalteabkommen geschlossen. Waehrend dieser 60 Tage muss das kalifornische Software-Unternehmen beweisen, dass es den Turnaround schaffen kann.

Laut Lewi ist es ASK bereits gelungen, seine Ausgaben zu reduzieren, also beispielsweise die administrativen Kosten zu halbieren. Darueber hinaus habe der Software-Anbieter an die Zahlungsmoral seiner indirekten Vertriebspartner appelliert und Aussenstaende in Hoehe von acht Millionen Dollar eingetrieben. So koenne das Unternehmen jetzt wieder einen Cashflow von 28 Millionen Dollar vorweisen.

Den Verdacht, die Sparmassnahmen gingen zu Lasten der Produktentwicklung, bemueht sich Lewi auszuraeumen. Die Ausgaben fuer Forschung und Entwicklung wurden, so der Ingres-Geschaeftsfuehrer, von "knapp ueber zehn Prozent" auf 15 Prozent der angestrebten Einnahmen angehoben. Wie hoch das Umsatzziel fuer das Geschaeftsjahr 1993/94 gesteckt ist, wollte er allerdings nicht verraten. Auch die Frage, wie das Ende Maerz abgeschlossene dritte Quartal fuer das Gesamtunternehmen verlaufen sei, liess er unbeantwortet.

Wichtig fuer die Reputation

Einen Vorschlag, wie das erhoehte FuE-Budget einzusetzen sei, hat Robin Bloor, Analyst beim britischen Marktforschungsunternehmen Butler Bloor Ltd., zu machen: Seinem Urteil zufolge hat das Datenbank-Management-System "Ingres" ein Manko auf der Portabilitaetsseite. Im mittleren Rechnerbereich sei das Produkt nach wie vor "state of the art", in einigen Punkten sogar dem Wettbewerb voraus. Doch gebe es Nachholbedarf auf der Desktop- Seite und bei den Parallelarchitekturen.

Zu Bloors Kritikpunkten zaehlt, dass Ingres erst nach den Konkurrenzprodukten als Network Loadable Module (NLM) auf den Markt gekommen sei. Waehrend Informix, Oracle und Sybase - mit dem "Microsoft SQL Server" - auch die Windows-Plattform unterstuetzen und mit Guptas "SQLbase" zudem ein neuer Herausforderer auf den Plan getreten ist, passt Ingres nach Angaben der Frankfurter Marketing-Abteilung nicht auf ein 16-Bit-Betriebssystem.

"In diesem Markt laesst sich nicht viel Geld verdienen", raeumt Bloor ein. "Aber es ist wichtig, dort praesent zu sein." Wer heute ein Datenbankprodukt kaufe, wolle die Portabilitaet in Richtung kleiner Systeme haben. Und genau das werde Ingres nicht zugetraut. "Ingres gilt als eine Midrange-Server-Datenbank, Oracle und Sybase dagegen als Produkte, die ueberall laufen." Da das Image den Absatz bestimme, weise Ingres hier eine Achillesferse auf.

Einen aehnlichen Wettbewerbsvorteil verschaffen sich die Ingres- Konkurrenten durch die Implementierung ihrer Produkte auf Parallelrechnern. Bloor erlaeutert: Nicht, dass es bereits allzu viele Kunden fuer diese Produkte gebe; aber eine Parallelimplementierung als Flaggschiff sei wichtig fuer die Reputation. Im uebrigen sieht der britische Datenbankexperte keinen Grund, warum die Ingres-Architektur sich nicht auch fuer Parallelsysteme eignen sollte. In der Tat arbeite ASK sogar an einer solchen Implementierung. "Aber niemand spricht davon."