Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Verband bündelt Interessen von TK-Beratungsunternehmen


23.03.2001 - 

Einheitliche Ausbildung angestrebt

Die Mitte 1999 in Hamburg gegründete Eutelco, Vereinigung der europäischen Telekommunikations-Consultants (www.eutelco.org), hat sich das Ziel gesetzt, die Interessen der Mitgliedsunternehmen zu bündeln. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Schaffung eines bundeseinheitlichen Berufsbildes sowie verbindlicher Qualitätsstandards. Von Holger Eriksdotter*

Mit dem Zusammenfließen von Sprach- und Datenkommunikation entstehen für TK-Berater neue Aufgabenfelder. Während es dem Fernmeldetechniker alten Zuschnitts an fundierten IT-Wissen mangelte, bringt der IT-Fachmann in der Regel keine Kenntnisse der Telekommunikation mit. Volker Link, Vizepräsident der Eutelco: "Der TK-Consultant muss sich sowohl im IT- als auch im TK-Bereich gut auskennen. Er analysiert, welche Kommunikationsformen sinnvoll und möglich sind, und sorgt für die effiziente Kombination aller Kommunikationseinrichtungen im Unternehmen."

Die Mitgliedsunternehmen der Eutelco bilden zurzeit Auszubildende nach dem Berufsbild des IT-Systemkaufmanns aus. Mit dem Berufsbild "TK-Consultant" wird in seinem Verband an einer Richtlinie gefeilt, die über den Ausbildungsberuf hinaus auch Abiturienten, Hochschulabsolventen und entsprechend vorgebildeten Quereinsteigern eine Perspektive in der TK-Beratung gibt. Mit theoretischen Teilen, Training-on-the-Job und Abschlussprüfung will der Verband eine allgemein anerkannte Ausbildung nach bundeseinheitlichem Standard etablieren.

Eutelco spricht damit verschiedene Zielgruppen an: Neben unterschiedlichen Hochschulstudiengängen mit IT-Hintergrund kommen auch Quereinsteiger aus den verschiedensten Bereichen in Frage. Unabdingbare Voraussetzung: Affinität und Verständnis für Telekommunikationsfragen sowie fundierte IT-Kenntnisse und Programmiererfahrung. Bei der Entwicklung der Ausbildungsinhalte sucht der Verband die Zusammenarbeit mit Industrie- und Handelskammern, Berufsakademien und Hochschulen.

WachstumsbrancheEine verbindliche Richtlinie ist nach Links Ansicht unerlässlich, um den Einsteigern eine Erfolg versprechende Berufsperspektive in der boomenden TK-Beratung aufzuzeigen. Die Beratungsunternehmen, die sich in der Eutelco zusammengeschlossen haben, legen jedes Jahr beim Umsatz 15 bis 25 Prozent zu, die Mitarbeiterzahl soll in den nächsten drei Jahren um mindestens 50 Prozent wachsen. Zu Eutelco gehören unter anderem Danet Consult, Comcontrol GmbH und die HMP Teleconsult AG.

Für ein Qualitätssiegel, mit dem der unternehmensübergreifend hohe Beratungsstandard festgeschrieben werden soll, gibt aber nicht nur die fachliche Qualifikation den Ausschlag; hinzukommen muss die Unabhängigkeit von den meist übermächtigen Unternehmen der TK-Branche. Allzu enge Bindungen an Anbieter sollen weder im Anlagenbereich noch bei der Empfehlung von Software oder Carrier das Urteil beeinflussen.

Die Marktführer im Anlagenbereich wie Siemens, Ericsson oder Philips sind deshalb von vornherein von einer Mitgliedschaft ausgeschlossen. Aber auch viele der bundesweit etwa 1200 Kleinstunternehmen kommen nicht ohne weiteres als Mitglied in Frage. Jeder neue Aufnahmekandidat wird von einem Gremium der Gründungsmitglieder in Einzelprüfung unter die Lupe genommen. "Viele der Wohnzimmer-Consultants sind fest an Partner gebunden; andere verfügen nicht über eine hinreichende fachliche Qualifikation", erläutert Link. Dabei will er besonders den Letzteren die Tür zum Verband öffnen: Durch gezielte Aus- und Weiterbildungsangebote könnten gerade Freelancer und Kleinunternehmen von einer Zertifizierung profitieren und mit einem anerkannten Gütesiegel ihre Unabhängigkeit und fachliche Qualifikation unter Beweis stellen.

Obwohl der Verband als Fernziel den europäischen TK-Beratungsmarkt ins Auge gefasst hat, bleiben europaweite Standards vorerst Zukunftsmusik - zu unterschiedlich sind noch Ausbildungswege, Studiengänge und nationale Vorschriften innerhalb der EU-Mitglieder. "Als erster Schritt liegt unser Fokus eindeutig auf den Richtlinien für einen Ausbildungsgang und ein Qualitätssiegel für den deutschen TK-Beratungsmarkt", macht der Verbandsvizepräsident die Prioritäten deutlich.

*Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg