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08.06.2001 - 

Internet-Neulinge halten sich zurück

Einkaufen im Web verliert seinen Reiz

MÜNCHEN (CW) - Die Bereitschaft der Deutschen, im Internet einzukaufen, hat einer Studie zufolge zum ersten Mal nachgelassen. Jeder zweite Surfer lehnt es grundsätzlich ab, für Content oder Services zu bezahlen.

Die schlechte Stimmung in der New Economy hat sich offenbar auf die Kunden übertragen. Wie eine Analyse des Marktforschungsinstituts Fittkau & Maaß ergeben hat, ist der Anteil der deutschsprachigen Surfer, die im kommenden Halbjahr im Internet einkaufen wollen, zum ersten Mal rückläufig. Von den Web-erfahrenen Anwendern planen zwar noch immer 80 Prozent einen Online-Kauf. Vor allem aber unter den Internet-Einsteigern hält sich die Begeisterung in Grenzen: Weniger als ein Drittel von ihnen hat vor, in den nächsten Monaten etwas im Netz zu bestellen.

Während es sich bei der Erhebung noch um Absichtserklärungen der Surfer handelt, sind in den USA bereits erste Auswirkungen des schwindendes Interesses am Online-Shopping zu verzeichnen: Dem U.S. Census Bureau zufolge sank sowohl die Zahl der Käufe während der ersten drei Monate dieses Jahres als auch der Anteil des E-Commerce an der US-Gesamtwirtschaft deutlich (siehe CW 22/01, Seite 38). Allerdings sind die genannten Gründe für die Zurückhaltung beim Online-Shopping nicht neu: Laut Fittkau & Maaß bevorzugen 60 Prozent der User Traditionsanbieter und -marken. Ein Vertrieb, der sich ausschließlich auf das Web beschränkt, greift also meistens zu kurz.

Die Vertreter der Old Economy, die von etablierten Marken profitieren können, haben es da in der Regel leichter. Zudem schrecken Sicherheitsbedenken beim Bezahlen im Netz noch immer viele Surfer ab. Über die Hälfte der 87500 Befragten bezeichnet den Bezahlvorgang als größtes Hemmnis beim Internet-Einkauf.

Aber auch der Umgang mit Personendaten macht die Online-Gemeinde misstrauisch. Mehr als jeder zweite befragte Anwender befürchtet, dass die Shop-Betreiber persönliche Informationen an Dritte weitergeben. Und fast ebenso viele bemängeln generell die ihrer Ansicht nach unsichere Online-Übertragung sensibler Daten. Diese Bedenken sind insbesondere unter den erfahrenen Web-Usern verbreitet: 44,8 Prozent stehen der Weitergabe von Nutzerinformationen skeptisch gegenüber. Geschäftsmodelle, die zum Großteil auf Praktiken dieser Art beruhen, sind daher "äußerst kritisch" zu bewerten, folgert Fittkau & Maaß. Die "wertvolle" Gruppe der erfahrenen Nutzer zu verärgern "könnte sich für manchen Shop-Betreiber als verhängnisvoll erweisen", so die Marktforscher.

Auch das rasante Wachstum des Internet-Werbemarkts ist vorerst vorbei. Zum ersten Mal seit über vier Jahren verzeichnete die Branche in Europa im vierten Quartal einen Umsatzrückgang. Allerdings behält das oftmals totgesagte Online-Banner seine Daseinsberechtigung. Laut Fittkau & Maaß wird diese Werbeform nicht nur geduldet, sondern zum Teil sogar aktiv nachgefragt.

Angesichts der sinkenden Werbeeinnahmen verlegen sich immer mehr Online-Zeitungen und Serviceanbieter darauf, für bestimmte Inhalte ihrer Sites Gebühren zu verlangen. Die große Frage ist allerdings, ob die Surfer bereit sind, für Informationen und Dienstleistungen im Web Geld zu bezahlen. Der W3B-Studie zufolge kann sich immerhin knapp ein Drittel der User - vor allem geschäftliche Nutzer und Ältere - dieses Modell vorstellen. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Befragten lehnt Gebühren für Content und Services jedoch kategorisch ab.

Abb: Bereitschaft, für Content zu bezahlen

Mehr als die Hälfte der Internet-Nutzer lehnt Gebühren für Online-Inhalte oder -Services kategorisch ab. Quelle: Fittkau & Maas GmbH