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22.11.1985 - 

Tagung "Schule und Wirtschaft" über Computer im Unterricht

Einklang: Bildungsideal und Technikbildung

LANDSHUT (lo) - "Fachkompetenz ist notwendig, aber nicht mehr ausreichend für eine Führungskraft". Klassische Bildungsideale allein wie auch der einseitige Schulbetrieb sollten als passe gelten. Sie bereiten den Menschen nicht in angemessener Weise auf das Leben vor. Auf einer Tagung des Studienkreises "Schule und Wirtschaft Bayern" war dies der Tenor von Franz Köhne, Mitglied des Vorstandes der BMW AG.

Beim Thema "Computer im Unterricht - Konsequenzen für den Bildungsauftrag der Schule" - zugleich Motto der Veranstaltung in Landshut - solle dabei keinem "technischen Ökonomismus" das Wort geredet werden, so Köhne weiter, der ebenfalls Mitglied des Bildungswerkes der Bayerischen Wirtschaft ist. Es könne jedoch nicht akzeptiert werden, daß wirtschaftliche Aktivitäten allenfalls als notwendiges Übel betrachtet würden.

So nämlich könne man Heranwachsende nicht vor "Verwirrung, Verweigerung, Minderleistungen, sozialen Verirrungen sowie einseitigem Anspruchsdenken" schützen. Junge Menschen seien mit neuen Technologien wie etwa der Mikroelektronik vertraut zu machen. Sie wären für die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft als Ganzes zwingend erforderlich. Die Schulen könnten ihren Beitrag zur Technikakzeptanz leisten, indem sie den Schülern rechtzeitig diese Zusammenhänge und Notwendigkeiten erklärten. "Eine informationstechnische Ausbildung allerdings", so der BMW-Manager und Bildungsverantwortliche, "soll und kann nicht bestimmte Teile eines Informatikstudiums vorwegnehmen." Es gehe vielmehr um das Grundverständnis sowie das Verständnis von Zusammenhängen.

Hierzu zähle auch teilweise die Vertrautheit im Umgang mit dem Computer.

Wissen mit "erheblichem Tiefgang" wie beispielsweise an Gymnasien zu vermitteln sei allein nicht ausreichend. Was zähle, seien Facetten von Bildung, also ein kombinatorisches Wissen". Erziehung und Bildung in sozialen Bereichen gehöre ebenso dazu wie auch in ethischen oder musischen Feldern. Entscheidungen im Berufsleben, formulierte Köhne, erforderten nicht nur Wissen. Sie seien auch bestimmt durch Faktoren der Persönlichkeit. Vor allem verlangten sie eine interdisziplinäre Denk- und Handlungsweise, und: "Der Charakter muß hinzukommen".