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06.05.1994

Einstieg in SAP-Aktie ist nur etwas fuer risikofreudige Anleger

Von Arnd Wolpers*

Nach der Praesentation der SAP-Zahlen fuer das abgeschlossene Geschaeftsjahr 1993 ueberschlagen sich die Analysten mit Kaufempfehlungen. Es sind die gleichen Stimmen, die Anfang 1993 zum Kauf von SAP-Aktien rieten. Damals machten Gewinnschaetzungen von bis zu 120 Mark fuer das kommende Geschaeftsjahr die Runde - aehnlich wie heute.

Anschliessend kam es zu einem 40prozentigen Rueckschlag des Ak- tienkurses, weil die hochgeschraubten Erwartungen nicht erfuellt werden konnten. Sonderfaktoren spielten dabei eine wichtige Rolle. Dazu gehoerte beispielsweise der Wegfall der steuerlichen Privilegien im Schweizer Kanton Jura, der zu einer Normalisierung der SAP-Steuerquote auf 43 Prozent fuehrte. Auch die Einfuehrung von R/3 trug zur Kursentwicklung bei.

Diese Faktoren fallen 1994 nicht ins Gewicht, so dass mit keiner Enttaeuschung wie im letzten Jahr gerechnet werden muss. Dennoch: Nach dem Kursanstieg der vergangenen Wochen jetzt noch auf den SAP-Zug aufzuspringen, erscheint reichlich gewagt. Die Aktie wird derzeit mit dem 5,5fachen des Umsatzes deutlich teurer bezahlt als etwa die Microsoft-Valoren. Das Kurs-Gewinn-Verhaeltnis liegt zwischen 30 und 40. Die unter dem Gesichtspunkt der breiteren Streuung und optischen Kursverbilligung der SAP-Aktie begruessenswerte Berichtigungsaktien-Aktion ist ueber die Buehne. Es werden in naher Zukunft also kaum noch bessere Nachrichten zu hoeren sein, die fuer ein weiteres Anziehen der Aktienkurse sorgen koennten.

Die Marktstellung von SAP ist beeindruckend. 1993 wurde nicht nur in Deutschland der erste Platz belegt, sondern, gemessen am Produktumsatz mit Standardanwendungssoftware im SAP-Segment, auch weltweit. Mit einem Marktanteil von rund einem Viertel fuehrt SAP den Weltmarkt bei den Client-Server-Anwendungen an. Durch den Kursanstieg von unter 2000 auf ueber 3000 Mark konnte die SAP-Aktie besser abschneiden als jeder andere deutsche Standardwert. Die SAP-Boersenbewertung uebertrifft heute schon die von Klassikern wie Karstadt, Degussa oder Henkel. AEG landet weit abgeschlagen hinter SAP mit einer Boersenbewertung, die weniger als halb so hoch ist.

Allerdings ist es auch genau diese Unternehmenswertentwicklung, die alleine auf das Umsatz- und Ertragswachstum abstellt, ohne auf die bei Dividendenpapieren so wichtige Mischung von Ertrags- und Substanzwert zu achten, die bezueglich der SAP-Bewertung kritische Stimmen auf den Plan ruft. Als reiner Wachstumswert hat SAP auf der Substanzseite, gemessen an der Boersenbewertung, fast noch nichts anzubieten. Die Aktie eignet sich deshalb nur fuer risikofreudige Anleger, die sich darueber im klaren sein muessen, dass die fehlende Absicherung des SAP-Kurses auf der Substanzseite mit zur hohen Volatilitaet des Kurses beitraegt.

*Arnd Wolpers ist Geschaeftsfuehrer der Vermoegensverwaltungsgesellschaft CMW GmbH in Muenchen. Die hier veroeffentlichten Informationen beruhen auf Quellen, die wir fuer vertrauenswuerdig und zuverlaessig halten. Trotz sorgfaeltiger Quellenauswahl und -auswertung koennen wir fuer Vollstaendigkeit, Genauigkeit und inhaltliche Richtigkeit der Angaben eine Haftung nur insoweit uebernehmen, als grobe Fahrlaessigkeit oder Vorsatz Haftung begruenden. Jede darueber hinausgehende Haftung wird ausgeschlossen. Fuer Angaben Dritter uebernehmen wir kein Obligo, Aktienanlagen sind durch staerkere Kursschwankungen gekennzeichnet.