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26.01.1990 - 

Drastischer Rückgang des Konzerngewinns im vierten Quartal

Einstigen Profit-Krösus IBM plagen Absatzsorgen im USA

ARMONK (CW/vwd) - Auch Big Blue ist mehr und mehr von der Krise der DV-Industrie betroffen: Bei leicht angestiegenem Umsatz sackte der Reingewinn des Computergiganten dramatisch von 5,8 Milliarden im Geschäftsjahr 1988 auf 3,7 Milliarden Dollar im gerade beendeten Fiskaljahr ab. Im vierten Quartal machten die Armonker sogar 75 Prozent weniger Gewinn als im gleichen Quartal 1988.

Nur die vom Konzern skizzierten Aussichten für 1990, die einigen Wall-Street-Analysten in einer eilig anberaumten Telefonkonferenz mitgeteilt wurden, bewahrten die IBM-Aktie vor einem Kurssturz. War die Aktie am Vormittag schon um einen Dollar auf 99,375 gefallen, stieg sie am Nachmittag wieder auf 100,75 Dollar.

Die schlechte Stimmung an der Börse war entstanden, weil Big Blue zwar seinen Umsatz um fünf Prozent auf 62,7 (5997) Milliarden Dollar steigern konnte, aber der Jahresgewinn mit 3,75 (5,8) Milliarden Dollar um 35 Prozent geringer ausgefallen war als im Vorjahr.

Noch tiefer sackte der Reingewinn im vierten Quartal ab. Mit nur 591 Millionen Dollar Profit fuhren die Armonker 75 Prozent weniger Gewinn ein als im Vergleichszeitraum 1988. Der Umsatz stieg hingegen im gleichen Zeitraum leicht auf 20,5 (20) Milliarden Dollar an.

Das sehr schlechte Ergebnis führt IBM auf die Kosten in Höhe von 2,4 Milliarden Dollar für die im Dezember letzten Jahres angekündigten Sanierungsmaßnahmen zurück, die den Abbau von 10000 Arbeitsplätzen und die Stillegung einiger Produktionskapazitäten vorsehen. Außerdem seien Umsätze und Erträge durch den Kursanstieg des US-Dollars auf den Devisenmärkten und eine Erhöhung des Mietgeschäfts negativ beeinflußt worden, ließen die Armonker wieder verlaufen.

Trotz dieser außerordentlichen Belastung, die im vierten Quartal 1988 mit 270 Millionen Dollar weitaus geringer war, hatten Wall-Street-Insider mit einem besseren Ergebnis gerechnet. Sie erwarteten rund 30 Cent mehr Einnahmen pro Aktie als tatsächlich mit 1,04 Dollar ausgewiesen wurden.

Was sie augenscheinlich beruhigte, war der nach wie vor hohe Auftragseingang sowohl im Mainframe- und Midrange-Sektor als auch bei den PCs. Im Berichtszeitraum wuchs der Auftragseingang für diese Produkte in zweistelligem Umfang. Peripherie-Produkte wurden allerdings schwächer nachgefragt, was auch an den Lieferverzögerungen (zum Beispiel beim 3390-Plattenspeicher) gelegen haben dürfte.

Laut Financial Times gab sich Big Blue - was Aussagen zu ihren Leistungen im vergangenen Jahr betraf - nicht sehr detailfreudig. Sicher ist jedoch, daß der Umsatz auf den außeramerikanischen Märkten stärker gewachsen ist als im IBM-Mutterland. In den USA stagnierte das Geschäft mit 25,7 (25,3) Milliarden Dollar, während man im Ausland ein Wachstum von 7,6 Prozent auf 37 (34,4) Milliarden Dollar verzeichnen konnte.

1990 will IBM den Umsatz weltweit um sieben Prozent steigern. Prognostikern zufolge läge Big Blue damit im Branchenschnitt. (siehe auch Bericht auf Seite 10 "Hardware-Anbieter mußten Gewinn-Einbußen hinnehmen").