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27.11.1987

:Eklatantes Versehen

Mit Zahlen, vor allen Dingen mit eigenen, hat die Wang Deutschland GmbH so ihre liebe Not. Die Geschäftsergebnisse, die das Unternehmen veröffentlicht, werden seit geraumer Zeit in der Branche mit einer gehörigen Portion Skepsis lieferte die deutsche Tochter einen erneuten Beweis dafür, wie schwer es ist, Gewinn und Verlust auseinanderzuhalten. Auch die CW-Redaktion kaufte dem neuen Geschäftsführer Horst Enzelmüller zunächst seine Zahlen ab - in den Glauben, die jetzt veröffentlichten 9 Millionen Mark Verlust für 1985/86 seien die echte Zahl und der Bilanzpressekonferenz am 6. Dezember 1986 genannte Gewinn 2,7 Millionen Mark sei herbeimanipuliert gewesen.

Vorige Woche erreichte uns nun ein Schreiben von Horst Enzelmüller, das wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten:

"... Durch ein eklatantes Versehen, für das jedoch unser PR-Berater ... in keiner Weise verantwortlich ist, habe ich für die Geschäftsjahre '87 und '86 zwar keinen falschen, aber einen von uns bisher nicht öffentlich verwendeten Ergebnisbegriff benutz und Ihnen daher 8(i.V. 9) Mio. DM Verlust statt 0,07 Mio. Verlust (i.V. 2,7 Mio. Gewinn) genannt.

Dies war bereits am Tag danach in unserem hause bzw. mir bekannt. Durch eine Reihe von dringenden Verpflichtungen, u. a. auch eine USA-Dienstreise, komme ich leider erst heute (11. November) dazu, Stellung zu nehmen. Ich bedaure das um so, als es mehr, als es nun so aussieht, als ob dies nur unter Druck von außen geschieht.

Nachstehend die korrekte Zuordnung der Zahlen (in Mio. DM):

Geschäftsjahr (1. 7. bis 30. 6.) '86/'87:

Betriebsergebnis nach US-Vorschriften: -9,119/-8,019

Ergebnis vor Steuern nach US-Vorschriften: +2,734/-7,456

Jahresüberschuß/Fehlbetrag nach Bilanzrichtliniengesetz (noch nicht testierten): +2,734/-0,068

Aus obingen Zahlen ergibt sich, daß ich in München zum Ergebnis der Geschäftsjahre '87 und '86 wesentlich ungünstigere Werte angeben habe, als notwendig gewesen wäre. Schon daraus mögen Sie erkennen, daß es sich um ein Versehen handelt."

Eins ist damit zumindest klar: Der Gewinn von 1985/86 stammte nicht aus dem Verkauf von Computern, denn das Betriebsergebnis war eindeutig negativ. Wie aber ein Vorsteuer-Verlust von fast 7,5 Millionen Mark im Jahr 1986/87 zu einem Bilanz-Fehlbetrag von nur noch 68000 Mark zerschmelzen kann, bleibt ein (eklatantes) Rästel.