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29.01.1988 - 

Telex, Teletex, Telebox, Bildschirmtext im Vergleich (Teil 2)

Electronic-Mail-Systeme: Welcher Textdienst wofür?

29.01.1988

CW-Serie von Walter von Pattay*

Electronic-Mail-Dienste im Vergleich - und zwar im weitesten Sinne - ist Thema dieser mehrteiligen Folge über Teletex und Telebox (Folge 1, CW Nr. 4/88, Seite 36). Der Autor hat sich an dieses komplexe Unterfangen gewagt, wohl wissend, daß immer einige Parameter fehlen oder unscharf bleiben müssen, also ein hundertprozentiger Vergleich der vielen zur Zeit existierenden Textübermittlungssysteme ein Widerspruch in sich selbst sein müßte. Neben den verschiedenen Leistungs- und Gebührenvergleichen interessieren auch Entstehungsgeschichte und Prognose. Wer alle Folgen dieser Serie liest, müßte dennoch eigentlich Antwort auf die Frage erhalten: "Welcher Textdienst ist der richtige (für mich)?"

Dem Benutzer eines Inhouse-MHS, das an eine Fernsprech-Nebenstellenanlage angeschlossen ist, die heute noch am selben Ort stehen muß, bieten sich in der Zusammenarbeit von Nebenstellenanlage und privatem MHS besonders elegante Möglichkeiten: Beim Eintreffen einer Nachricht in der Mailbox wird am Telefonapparat des Empfängers eine Anzeige gesetzt, oder er bekommt beim nächsten Abheben seines Telefonapparates ein vom üblichen abweichendes Freizeichen. ISDN wird später einmal diese Möglichkeit auch für öffentliche MHS bieten, indem solche Aufmerksamkeitssignale kostengünstig und verläßlich über den D-Kanal zum ISDN-Anschluß gelangen.

Trittbrettfahrer des Telex-Dienstes

Aus dem Zusammenwirken von Telex und MHS wird oft der Schluß gezogen, daß die öffentlichen MH-Systeme "Trittbrettfahrer" des Telex-Dienstes sind. Zumindest unterstreicht das Engagement, mit dem MHS sich um den Anschluß an Telex kümmern, die allgemeine Gültigkeit der Aussage, daß ein Telekommunikationsdienst um so attraktiver ist, je mehr Teilnehmer er miteinander verbindet. MHS machen sich diese Erkenntnis auch in der Verbindung mit anderen Diensten zunutze. Vielfach werden Nachrichten, die über längere Zeit nicht aus der Mailbox abgeholt werden, ausgedruckt und mit der Briefpost an den Empfänger weitergeleitet. Elegant ist auch die Ausgabe der Nachricht an einen Faksimile-Apparat der Gruppe 3, dessen Nummer der Fachinhaber angegeben hat.

Auch die Bedeutung der Dienstgüte und die Berechtigung des Absenders, zu wissen, was auf der Empfangsseite mit seiner Nachricht geschieht, wird von den Betreibern von MH-Systemen indirekt unterstrichen. In entsprechenden Diskussionen des CCITT haben die Anbieter von MH-Systemen sich vehement gegen Vorschläge gewehrt, daß dem absendenden Telex-Teilnehmern kenntlich gemacht werden soll, wenn seine Nachricht nicht wie gewohnt bei einer normalen Telex-Maschine landet und ausgedruckt wird, sondern im Speicher eines MH-Systems zur Abholung abgelegt wird.

Die logische Einsicht, daß der Telex-Dienst allgemein an Attraktivität verlieren könnte, wenn das Verhalten des Empfängers für den Absender nicht mehr kalkulierbar wäre, und daß damit das Trittbrett, auf dem die MH-Systeme mitfahren, an Breite verlieren könnte, hat sich allerdings international noch nicht durchgesetzt. Dennoch ist bereits heute abzusehen, daß zukünftige öffentliche Systeme nach X.400 und vor allem private Systeme erheblich mehr bieten werden als heutige öffentliche Systeme.

Bild 5 gibt einen Einblick in die Verkehrsbeziehungen, die sich mit X.400 realisieren lassen. Damit ist auch ein Weg für das Zusammenwachsen von Ttx und MH vorgezeichnet. Ein privates MH-System, daß einmal, wenn Tbx X.400 bietet, als Message Transfer Agent (MTA) in das öffentliche System eingebunden wird, kann heute schon als Anlage am Ttx-Dienst teilnehmen, inklusive der zahlreichen angeschlossenen Stationen.

Vergleich Teletex und Telebox

Bei der unterschiedlichen Entstehungsgeschichte und dem unterschiedlichen "fernmeldekulturellen Hintergrund" ist es nur zu selbstverständlich, daß die beiden Dienste neben der vordergründigen Gemeinsamkeit, daß sie der Übermittlung von Texten von einem Menschen zum anderen dienen, Unterschiede in Funktion und Einsatzschwerpunkt bieten.

Tabelle 1 (siehe CW Nr. 4/88, Seite 36) versucht die wichtigsten Unterschiede darzustellen, die sich aus dem unterschiedlichen Ansatzpunkt der Systeme ergeben.

Teletex war bewußt als öffentlicher Telematikdienst geplant, der sich an OSI hält und auf Telex aufbaut. Die Message-Handling-Systeme verdanken ihre Entstehung der wachsenden Dichte der Datenterminals. Was liegt näher, als die Terminals und das sie verbindende Datennetz auch zum Austausch von Texten zu nutzen, wenn die meisten Partner, denen man einen Text zukommen lassen will, gleichfalls ein Terminal an derselben DVA haben. MH-Systeme entstanden daher im Rahmen geschlossener Gruppen mit häufigem Informationsaustausch. Da man denselben Rechner nutzte und auch dieselben Terminals hatte, spielte die Kompatibilität der verschiedenen Systeme keine so große Rolle und die Kompatibilität Terminal-DVA konnte als gegeben vorausgesetzt werden. In der Systematik der Normen (Bild 4) sind somit auch das Terminal und die mit ihm korrespondierenden zentralen Funktionen der Nachrichtenerstellung und -abnahme zum User Agent (UA) zusammengefaßt. Da sich alle untereinander kannten, wurde auf die Darstellungsform kein großer Wert gelegt. Da man ständig miteinander kommunizierte, lohnte sich kein großer Aufwand für Dienstgüte, und das Holschuldprinzip war ausreichend. Da alle an derselben - in der Regel lokalen - DVA hingen, lag es nahe, aufwendige Funktionen wie Speicherung und Verarbeitung zu zentralisieren und damit mit den vorhandenen Terminals auszukommen. Postgebühren spielten ja keine Rolle.

Teletex dagegen war von Anfang an auf die Überwindung großer Entfernungen zwischen "Unbekannten" konzipiert. Der Sender einer Nachricht sollte die Gebühren alleine tragen. Man ging davon aus, daß eine Nachricht, die vom Empfängersystem quittiert wird, in unveränderter - auch stellenrichtiger! - und unverlierbarer Form für den Menschen zur Verfügung steht und er unmittelbar über das Eintreffen der Meldung informiert wird.

Die Entwicklung zeigt, daß die MH-Systeme die Begrenzung auf den Standort der DVA sprengen und dabei um Funktionen erweitert werden, die für die Bedienung größerer, heterogener Benutzerkreise notwendig sind. Solche Funktionen sind Rückmeldungen an den Absender, daß der Brief, auch tatsächlich vom Empfänger abgeholt wurde oder Weckrufe, die den Empfänger darauf aufmerksam machen, daß ein Brief für ihn vorliegt.

Auch die Teletex-Systeme haben sich fortentwickelt, Speicher- und Textbearbeitungsfunktionen werden zentralisiert und damit die Kosten für den einzelnen Arbeitsplatz gesenkt. So teilt beispielsweise eine FTZ-Richtlinie für Teletex-Nebenstellenanlagen alle angeschlossenen Endgeräte in drei Gruppen ein: Teletexendgeräte - das sind Endgeräte, die eine gültige Zulassung für Teletex-Hauptanschlüsse besitzen, das heißt, alle Leistungsmerkmale (LM) selbst erfüllen. Sie dürfen per Durchwahl mit Nebenstellenadressen des öffentlichen Numerierungsschemas direkt angewählt werden, desgleichen sogenannte Textendgeräte, das sind Geräte, die alle LM des Ttx-Dienst in Verbindung mit der Anlage erfüllen. Nur sogenannte "Sonstige Endgeräte" sind von der Durchwahl ausgeschlossen. Die für sie bestimmten Nachrichten werden von der Anlage in Empfang genommen und zum Beispiel in einer Box ihres privaten MHS abgelegt. Auch in diesem Fall muß am Grundstück ein Drucker verfügbar sein, der alle Zeichen ausgeben kann. Benutzerrechtlich gesehen ist ein großes privates MHS ein (oder mehrere) Ttx-Terminal(s), wenn es als ganzes die Ttx-Dienst-Merkmale erfüllt.

Es bleiben viele Unterschiede

Trotz dieses Zusammenwachsens bleiben noch viele Unterschiede in den Funktionen, Darstellungsmöglichkeiten, im Format und in der Geschwindigkeit. Dies ist in Tabelle 2 (siehe CW Nr. 4/88, Seite 37) auch im Vergleich zu Telex und Bildschirmtext dargestellt. (Achtung, das Vergleichsobjekt ist primär Tbx heutiger Ausprägung, private MHSs können oft mehr und auch Tbx erweitert sein Angebot.) Dabei zeigt sich, daß Teletex bewußt für das Übertragen von Dokumenten konzipiert wurde, die auch der Abwicklung von Rechtsgeschäften dienen können.

Es ist höher in seiner Ausdrucksmöglichkeit (bei MHS sind über IA5 hinausgehende Zeichen optional und damit nicht immer verfügbar), und der unveränderte Speicherausdruck ist mit einer Kommunikationszeile gekennzeichnet, die gelöscht wird, wenn der Test lokal verändert wurde. Auch in der Lokalisierung der Intelligenz und Speicherfähigkeit zeigen sich Unterschiede. Telex und Teletex gehen davon aus, daß das Netz beide Endeinrichtungen unmittelbar und transparent verbindet, damit müssen alle Editiermöglichkeiten vom Endgerät beziehungsweise der Anlage beim Teilnehmer geboten werden. Die private Endeinrichtung muß die Nachricht auch selbst speichern, sei es auf einem Datenträger, sei es durch einen direkten Ausdruck, dem Standardfall bei Telex. Bei MHS und Bildschirmtext dagegen lagen Intelligenz für Editierhilfen und Speicherleistung ursprünglich entfernt vom Endgerät in der Zentrale. Dadurch können auch besonders einfache Terminals genutzt werden. Die Nutzung zentralisierter Speicher- und Verarbeitungsleistungen wird jedoch immer teurer, je größer die Entfernung zwischen dem Terminal und der Zentrale und je höher das Nachrichtenaufkommen ist.

Damit kommt es auch bei MHS, wie oft in der Datenfernverarbeitung, zur Dezentralisierung von Verarbeitungs- und Speicherfunktionen. Die Stationen haben ihre eigenen Editoren und Speicher für einen oder mehrere Briefe. Anstelle Briefe zeichenweise von der Tastatur zur Zentrale zu geben, werden sie lokal erstellt und mit der maximalen Geschwindigkeit zum MHS geschickt. Die Station übernimmt damit immer größere Funktionsanteile des UA. Damit lassen sich wesentliche Kostenersparnisse erzielen, wie die Tabelle 3 zeigt, in der die Fernmeldegebühren, die für einfache Stationen (300 bit/s, zeichenweiser Betrieb) anfallen, mit den Gebühren verglichen werden, die bei Nutzung einer schnelleren, etwas intelligenteren Station (1200 bit/s, Stapelübertragung) anfallen. Sind viele MHS-Benutzer an einem Standort, das heißt im Bereich einer Nebenstellenanlage, so empfiehlt es sich, die Briefkästen für diese vielen Benutzer am selben Standort unterzubringen, so daß der gesamte Innenverkehr abgewickelt werden kann, ohne daß Fernmeldegebühren anfallen. Das System bietet dann auch die Funktionen des MTA.

Telex: Nadelöhr und Schiedsrichter

Für den externen Verkehr bieten sich dann mehrere Alternativen an. Das interne MHS kann Telexe empfangen und verschicken - auch zu anderen MH-Systemen - bietet Zugang zum Teletexdienst und wird in Zukunft, wenn Systeme nach CCITT X.400 verfügbar sind, mit öffentlichen und privaten MH-Systemen auf höherem Niveau verknüpft sein können, als dies heute über Telex als Nadelöhr, aber auch als Schiedsrichter möglich ist.

Auch bei Telex und Teletex ist es nicht bei der reinrassigen Dezentralisierung geblieben. Telex bietet zur Versendung von Rundschreiben eine zentrale Speicherfunktion. Der Übergang zwischen Telex und Teletex wird von Intelligenz im Netz ermöglicht, ebenso wie der Übergang aus leitungsvermittelten Teletexländern in paketvermittelte Teletexländer und umgekehrt. Auch für den Übergang vom Teletexdienst zu CCTs (Computerized Communication Terminals) wird zumindest teilweise Intelligenz im Netz notwendig sein.

Von größter Bedeutung für den Einsatzbereich eines Kommunikationsdienstes sind die Gebühren. Die wichtigsten sind in Tabelle 3 gegenübergestellt. Zu ihrer Erläuterung sei folgendes gesagt:

Bei allen aufgeführten Tarifen handelt es sich um Inlandsgebühren, ohne Mehrwertsteuer, das heißt die Gebühren sind für den Geschäftsteilnehmer vergleichbar. Der private Teilhehmer muß bei den Preisen von GeoNet und der deutschen Mailbox noch die Mehrwertsteuer hinzurechnen. Soweit es Entfernungsstaffeln gibt, ist die Stufe 50 - 100 km angesetzt und bei Gebühren, die von der Tageszeit abhängig sind, die Tagegebühr. Es wurden keinerlei Mengen- und "Treuerabatte" berücksichtigt. (Während die DBP eine Kündigung mit einer Frist von sechs Arbeitstagen zuläßt, schließen die privaten Anbieter öffentlicher MHSs Einjahres- und Vierjahresverträge ab.) Dem Problem Holschuld/Bringschuld wurde dadurch Rechnung getragen, daß unterstellt wird, der Teilnehmer würde seine Box an jedem Arbeitstag abfragen. Für jeden abgesandten Brief sind auch die Gebühren für einen gleichlangen, empfangenen Brief aufgeführt. Der Einfluß des von Dienst zu Dienst unterschiedlichen Handling soll dadurch deutlich gemacht werden, daß die Gebühren für kurze und lange Briefe getrennt ermittelt sind.

Der Einfluß der Fähigkeiten des Endgerätes beim Teilnehmer auf die zu bezahlenden Fernmeldegebühren wird bei MHS dadurch verdeutlicht, daß die beiden Fälle eines dummen, langsamen und eines etwas intelligenteren schnelleren Endgerätes aufgeführt sind. Auch bei anderen Diensten gibt es entsprechende Effekte. So kann man bei Teletex erhebliche Gebühren sparen, wenn man ein Terminal hat, das den Brief selbsttätig erst in der Nacht abschickt, wenn zwar niemand mehr im Büro ist, aber die Fernmeldegebühren niedriger sind. Hervorgehoben werden muß, daß die errechneten Gebühren je Brief nur für Verkehr innerhalb desselben Dienstes gelten und den Übergang vom einen Dienst zum anderen nicht berücksichtigen. Auch Bild 6, das die verschiedenen Dienste und ihre Gebühren in Abhängigkeit ihrer Nutzung zeigt, enthält keine Dienstübergänge. Nur unter dieser Voraussetzung gelten die aus dem Bild ersichtlichen Erkenntnisse, daß Bildschirmtext durch seine geringe Grundgebühr bis zu einem nennenswerten Verkehrsaufkommen den billigsten Mitteilungsdienst bietet. Allerdings ist das Handling bei Btx auch besonders aufwendig. Auch stellt sich bei Btx die Frage nach dem Grad der Kostendeckung. Telex kann bis zu wenigen Briefen pro Monat preislich mit Telebox und bis zu wenigen Briefen am Tag mit Teletex konkurrieren. Die Teletex-Kurve zeigt deutlich, welche Hindernisse die DBP der Ausbreitung dieses Dienstes mit ihren Gebühren im IDN entgegenstellt. (Die Mindestverkehrsgebühr hat man aus der Datenfernverarbeitung übernommen, wo viele Datex-L-Anschlüsse nur vorsorglich eingerichtet wurden, um als Ersatz für eine unterbrochene Direktrufverbindung dienen zu können. Sie ist für Teletex völlig überflüssig, baut aber dennoch psychologische Schwellen auf.) Daß im Querverkehr zu Telex - und dieser wird von den Teletex-Teilnehmern heute noch zu 80 Prozent in Anspruch genommen - auch noch die Telex-Verkehrsgebühren gelten, ist nicht recht einsichtig, zumal die Ttx-Grundgebühr so weit über der Grundgebühr von Telex liegt. Da die Teilnehmeranschlußleitungen bei Ttx heute gleich lang sind wie bei Telex, ist die hohe Differenz der Grundgebühren nicht recht zu verstehen. Aus den Kurven läßt sich einfach ableiten, daß Telex billiger wird, wenn man kurze Meldungen verschickt, weniger ersichtlich ist, daß es bei Teletex nicht viel teurer kommt, wenn ein Dokument aus vielen Seiten besteht. Die Möglichkeit, bei Telebox dadurch Gebühren zu sparen, daß das Endgerät intelligenter und schneller wird und die zentralen Funktionen von Telebox weniger genutzt werden, kommt deutlich zum Ausdruck. Auch der Einfluß der Grundgebühr, das heißt der Teilnehmeranschlußleitung auf die Kommunikationskosten wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, daß die Steigungen der Telebox-Kurven zwar größer sind als die bei Teletex, aber diese - im Falle des intelligenten und schnellen Endgerätes - doch erst bei 105 kurzen plus 105 langen versandten und genausoviel empfangenen Briefen pro Monat schneiden. Verwendet man dagegen ein Mehrplatzsystem, so daß über einen Hauptanschluß zwei Teletexsysteme betrieben werden, ist Teletex ab 10 bis 20 Briefen billiger als Telebox. Bei Teletex im ISDN, dessen Grundgebühr ja der kurzen Teilnehmeranschlußleitung des Telefons angepaßt ist, liegt die Teletex-Kurve immer unter der für Telebox. Sie bleibt auch dann deutlich darunter, wenn man annimmt, daß ein für IDN geschaffenes Terminal über einen Terminaladapter (TA-Ttx) der vielleicht 30 Mark bis 40 Mark im Monat kosten mag, an ISDN angeschlossen wird.

Tabelle 3 ,und Bild 6 geben nur erste Hinweise, wo anwendungsbezogene Rechnungen ansetzen sollten. Sie stellen keinen allgemein gültigen Vergleich dar. Die Preise, Amortisationszeiten und Wartungsgebühren für Endgeräte, wurden nicht bewertet. Die Benutzung der Systeme wurde in fast unzulässiger Weise vergleichbar gemacht, während man in der Praxis ja gerade ihre Verschiedenheit ausnutzen wird. So kann man bei Telex erheblich sparen, wenn man nur ganz kurze Meldungen verschickt. Bei Telebox spart man als Sender bei Rundschreiben an viele Empfänger innerhalb des Verbundes von MH-Systemen erhebliche Gebühren. (Für den Empfänger kann dies allerdings zum kostspieligen und zeitraubenden Vergnügen werden). Nutzt man bei Teletex Mehrplatzsysteme oder Nebenstellenanlagen, so verlieren die Grundgebühren ihre Bedeutung. Mit 2,20 Mark je adressierbarer Endeinrichtung werden sie sogar vernachlässigbar, wenn, wie in einem bekannten Münchner Fall, über tausend Endgeräte via Nebenstellenanlage an zehn Hauptanschlüssen hängen. Man muß also den Gebührenvergleich für das eigene Verkehrsprofil durchführen, darf dabei vor den verhältnismäßig aufwendigen Detailberechnungen (siehe Beispiel Tabelle 4) nicht zurückschrecken und muß dabei auch die funktionellen Unterschiede berücksichtigen.

Wenn man sich fast nur zwischen standorten bewegt, die über Teletex-Anschlüsse verfügen, wie der Verfasser, so lebt man mit Ttx bequemer als mit einem elektronischen Brief kasten. Anstatt von der Ferne die gesamte eingetroffene Post durchschauen zu müssen, ist es in diesen Fällen viel einfacher und rationeller, von menschlicher Hand (5) nur die Briefe per Teletex nachgeschickt zu bekommen, die man auch tatsächlich braucht.

Ist man dagegen an Orten, wo nur ein Telefon zur Verfügung steht, ist der Zugriff zu einem MHS über ein akustisch gekoppeltes Terminal ideal. Schwarze Bretter lassen sich nur in MH-Systemen und bei Bildschirmtext realisieren. Diese schwarzen Bretter erleichtern die Teamarbeit erheblich, besonders wen die Teammitglieder weit verstreut und selten zur selben Zeit verfügbar sind.

Obwohl Gebühren- und Funktionsvergleiche schwer genug sind, reichen sie nicht aus, wenn man der Frage nach dem richtigen Dienst auf den Grund geht. Auch das nutzbare Gerätespektrum und die Erreichbarkeit der persönlichen Kommunikationspartner ist entscheidend. Tabelle 5 (nächste Ausgabe) zeigt, wieviele Teilnehmer die einzelnen Dienste in Deutschland und in der Welt haben und welche Dienstübergänge sie bieten. An ihrem Fußende gibt die Tabelle Hinweise auf die Zahl der verfügbaren Produkte und das Verkehrsvolumen, das in den einzelnen Diensten abgewickelt wird.

Fußnoten

(5) Anstelle der menschlichen Hilfe könnte natürlich auch ein Inhouse-MHS die Briefe per Ttx weitergeben. wird fortgesetzt