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05.04.1991 - 

Neuer Aufgabenbereich für Host-Drucker

Electronic-Publishing läßt die, Unternehmen flexibler reagieren

Mit den Einsatzmöglichkeiten, die Hochleistungsdrucker als Electronic-Publisching-Werkzeug bieten, befaßt sich Hermann Abels im folgenden Beitrag. Anhand von Beispielen werden Anwendungen erläutert.

Für Unternehmen, die schnell und flexibel Publizieren müssen, bringt der Einsatz von Hochleistungsdruckern oft Vorteile gegenüber dem "normalen Weg" von der Setzerei zur Druckerei. Electronic Publishing das bedeutet die Integration von Texterfassungg Bildverarbeitung, Satz und Reproduktion in einem System. Dies erleichtert nicht nur die Herstellung der Druckvorlagen, sondern kann in Verbindung mit einem Drucker den Offset-Druck ersetzen. Laserdrucker erreichen inzwischen sowohl in der Druckqualität als auch in der Druckgeschwindigkeit Leistungen, die sich mit dem herkömmlicher Offset-Druckmaschinen messen lassen können.

Ihr Einsatz bietet sich heute in zwei Bereichen an: zum einen als Ausgabegerät für Kleinauflagen, wo es weniger auf Hochglanzdruck als auf den Preis ankommt, dazu gehören einfache Werbezettel, Dissertationen oder Tagungsunterlagen. Zum anderen eignen sich die Drucker als kostengünstiges Ausgabegerät für Dokumente, die bei begrenzten Auflagen laufend aktualisiert und geändert werden müssen, wie beispielsweise Geschäftsberichte, Benutzer- handbücher, technische Dokumentationen oder Wartungsanleitungen. Hier lassen sich im Vergleich zum Offset-Druck in der Druckerei nicht nur Kosten senken, der Vorteil liegt in erster Linie im schnellen, flexiblen und bedarfsgerechten Druck.

Der technische Service und Support eines Unternehmens läßt sich damit unterstützen, daß aktuelle Informationen, über Wartung und Sicherheit bestimmter Geräte sofort an die Zuständigen verteilt werden können. Mit der "Kleindruckerei" im Haus können sich Unternehmen und Abteilungen Unabhängigkeit und ein en Vorsprung gegenüber Mitbewerbern sichern.

Gerade bei technischen Dokumentationen, Handbüchern, Betriebs - und Wartungsanleitungen, die häufig - dem neuesten Stand angepaßt und sofort an die zuständigen Stellen weitergeleitet werden müssen, gibt es keine Alternative zum Electronic Publishing mit einem Hochleistungsdrucker. Für Unternehmen, die bei ihren Dokumentationen schnell auf mögliche Änderungen reagieren müssen, einen hohen Standard an Genauigkeit anstreben und gerade deshalb auf Flexibilität nicht verzichten können, liegt daher der Gedanke an den Inhouse-Druck nahe.

Electronic Publishing meint nicht einfach "Drucken mit dem Computer". Ein Ausgabegerät für Electronic Publishing hat mit einem einfachen Drucker für Bürokorrespondenz und Textverarbeitung so wenig gemeinsam wie ein Trabbi mit einem modernen Auto. Electronic-Publishing-Printer sind über die für Desktop-Publishing eingesetzten Laserdrucker zu stellen.

Verlangt werden zunächst einmal hohe Druckqualität und -geschwindigkeit sowie eine große Auswahl an Seitenbeschreibungs-Sprachen und Emulationen. Kompatibilität mit verschiedenen Industriestandards, flexible Anschlußmöglichkeiten und Netzwerk-Fähigkeit sind weitere wichtige Features.

Hinzu kommen komfortable Papier-Handling-Funktionen wie beispielsweise der Druck mehrerer Formate und die Ausgabe mehrerer Seiten auf einen Bogen. Ferner sollte das Sortieren und doppelseitiges Drucken möglich sein.

Zielgruppe für diese Hochleistungs-Laserdrucker sind Unternehmen, deren Dokumentationen einen hohen Grad an Komplexität in Text und Grafik aufweisen sowie aus Aktualisierungsgründen häufig neu aufzulegen sind. Dazu gehören unter anderem technische Handbücher, Ersatzteilkataloge, Firmenbroschüren und aufwendige Präsentationen.

Ferner sollen die Printer, die als Electronic-Publishing-Werkzeug arbeiten, für eine hohe Auslastung ausgelegt sein. Ein wirtschaftlicher Einsatz ist daher nur mit einem umfangreichen Druckvolumen möglich.

Außerdem wird von diesen Geräten eine hohe Bildverarbeitungs-geschwindigkeit verlangt. Die Druckgeschwindigkeit sollte etwa bei 20 Seiten pro Minute liegen.

Eine Voraussetzung dafür, die drucktechnischen Möglichkeiten eines Hochleistungs-Printers ausschöpfen zu können, ist die Netzwerkfähigkeit - der Anschluß an einen einzigen Arbeitsplatz gestaltet sich angesichts der Druckkapazität unwirtschaftlich. Wichtig ist hier vor allem, daß der Drucker sowohl vom Host als auch direkt als Netzknoten ansteuerbar ist.

Zu den Hauptvorteilen eines Electronic-Publishing-Systems zählt die Bandbreite seiner Anwendungsmöglichkeiten. Außer den Anschlußvarianten und der Sprachenvielfalt gehören die Papier-Handling-Funktionen dazu. Vom technischen Handbuch bis zur Broschüre im Großformat soll alles machbar sein.

Wichtige Voraussetzungen hierzu sind: beidseitiges Drucken und Software, die für die richtige Plazierung der Seiten auf dem A3-Druckbogen sorgt. Diese Funktion ist von Bedeutung, wenn zum Beispiel vier DIN-A4-Seiten auf der Vorder- und Rückseite eines DIN-A3.Bogens ausgedruckt und später in Buchform zusammengelegt werden sollen. Weitere wünschenswerte Features: automatischer Nachdruck verlorener Seiten bei Papierstau, verschiedene Sortierfunktionen bei der Ausgabe eines Dokuments und die versetzte Papierausgabe bei Mehrfach-Druck.

Ein gutes Beispiel für den Einsatz von einem solchen Hochleistungsdrucker ist der Zentralrechnerbereich des Fachbereichs Informatik der Universität Hamburg.

Über hundert auf mehrere Gebäude verteilte Rechner sind dort an einen Imageserver "XP 6320" angeschlossene darunter VAX-Rechner und Workstations, Sun-Workstations, Macs und PCs. Der Anschluß an die VAX/VMS erfolgt über eine eigenentwickeite Software. Gedruckt werden vorwiegend Texte und in geringerem Umfang Grafiken.

Gerhard Friesland-Kopke, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Informatik, erklärt die Entscheidung für den XP 6320: "Bei unserem hohen Druckvolumen fällt die Papierersparnis durch Verkleinerung und beidseitigen Druck durchaus ins Gewicht. Wir können zum Beispiel vier Druckseiten im Format DIN A5 auf einem DIN-A4-Bogen unterbringen. Das ist ideal für den Druck von Broschüren. Für den Heavy-Duty-Einsatz auch sehr praktisch sind die großen Papierkassetten mit einem Vorrat von 2000 Blatt."

Ein weiteres Beispiel für Electronic Publishing zeigte sich, als eine nur in den USA vorhandene Dokumentation zu einer neuen Programmiersprache dringend benötigt wurde. Von einer dortigen Universität über die Leitung elektronisch übermittelt, ließ sich das Dokument in Hamburg mit dem wissenschaftlichen Textprogramm "Tex" aufbereiten und in der benötigten Anzahl ausdrucken. Auch bei einer gemeinsamen Buchproduktion zweier weit entfernt voneinander wohnen. der Autoren läßt sich Electronic Publishing einsetzen.

Electronic Publishing stellt eine Alternative zum Auftrag an die Druckerei dar, denn es kann schneller, flexibler und kostengünstiger sein.

Informationen: Hermann Abels ist Geschäftsführer der QMS in Düsseldorf.