Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

25.03.1983 - 

Aufschwung erst Ende '83:

Elektro-Konjunktur: Nur DV legte kräftig zu

FRANKFURT (hh) - "Positiv hebt sich eigentlich nur das kräftige Wachstum in der Datentechnik heraus", charakterisierte der ZVEI-Vorsitzende Wolfgang Seelig auf einer Pressekonferenz die Geschäftsentwicklung 1982 der elektrotechnischen Industrie in der Bundesrepublik. Nachdem das Jahr 1982 die ohnehin geringen Erwartungen für die gesamte Branche nicht ganz erfüllt hat, rechnet der Zentralverband der Elektrotechnischen Industrie (ZVEI) e.V. Frankfurt erst 1984 mit einer deutlichen Belebung.

Rezessive Tendenzen behielten im vergangenen Jahr bis auf einige Teilbereiche die Oberhand, betrachtet man die Gesamtentwicklung der Elektrobranche. So wurden Produktion und Beschäftigung in Maßen eingeschränkt. Eine leichte Zunahme im ersten Halbjahr wurde durch einen Rückgang in der zweiten Jahreshälfte überkompensiert. Die Produktion sank wie 1981 um reale 1,4 Prozent, die Zahl der Beschäftigten nahm um nominal 3,7 Prozent ab.

Während die verschiedenen Bereiche der Elektroindustrie unter den in- und ausländischen rezessiven Einflüssen litten, konnte die Datenverarbeitung im großen und ganzen noch zulegen.

Der Produktionsindex stieg real um 5,5 Prozent, der Umsatz insgesamt um zwölf Prozent auf rund 9,4 Milliarden Mark.

Die Zahl der in der DV Beschäftigten erhöhte sich um ein halbes Prozent auf monatsdurchschnittlich 61000.

Schlecht schnitt die Nachrichtentechnik im Investitionsgüterbereich ab. Die reale Produktion sank auf diesem Sektor um 7,9 Prozent. Hier kumulierten nach Seeligs Meinung negative Einflüsse aus dem In- und Auslandsgeschäft, die aber auf Grund der aktuellen Nachfrageentwicklung als kurzfristig gewertet werden können. Generell hat der Auftragseingang der Elektroindustrie nominal das Vergleichsniveau von 1981 erreicht (+ 0,2 Prozent).

Preisbereinigt ergibt sich allerdings auch hier eine Verminderung um mehr als drei Prozent. Die Entwicklung von Inlands- und Auslandsorders verlief im Jahresdurchschnitt ähnlich, jedoch zeigte sich nach Seeligs Aussage ein unterschiedliches Profil. Während die Auslandsnachfrage bis zum Frühjahr erheblich expandierte und danach ins Negative abrutschte, ging von der sonst ruhigen Inlandsnachfrage erst gegen Jahresende ein kräftiger Schub aus. Hiervon profitierten insbesondere die Datenverarbeitung, die Nachrichtentechnik und die Elektromedizin.

Es steht zu befürchten, daß es sich um vorgezogene Bestellungen auf Grund der Investitionszulage handelt, da der Januar 1983 nur durch die Vergabe eines Großauftrages (Neckar-II-Kraftwerk) im gesamten ein ähnlich gutes Ergebnis aufweist. Der Auftragsbestand bei Investitionsgütern ist von 4,7 Monaten auf 4,5 Monate im Verlauf des Jahres gesunken.

Daraus ergibt sich, daß auch die Kapazitätsauslastung mit nunmehr 75 Prozent einen Stand erreicht hat, der zum letzten Mal 1976 gemessen wurde.

Belebung im zweiten Halbjahr

Der Verbandsvorsitzende rechnet mit einer Belebung der Konjunktur im zweiten Halbjahr 1983. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien verbessert, so daß sich ein Spielraum für erforderliche Investitionen auftun könne. An die neue Regierung appellierte Seelig, eine Politik der Ertragsstärkung und Kostenentlastung einzuleiten. Eine Verbesserung der Kapitalbildungskraft der Unternehmen durch steuerliche Maßnahmen werde vom Verband begrüßt.

Wachsende Bedeutung kommt dem Außenhandel zu. So sieht der ZVEI-Vorsitzende seit einiger Zeit Anzeichen für eine Belebung des US-Geschäftes. Da die Aufnahmefähigkeit der OPEC-Länder, die bisher eine bedeutende Rolle im deutschen Export spielten, mittlerweile begrenzt ist, die Entwicklungsländer oftmals stark verschuldet sind und der Comecon nur zu vier Prozent am Exportumsatz beteiligt ist, müsse sich die deutsche Elektroindustrie verstärkt in ihren Handelsbeziehungen um die Industrie-Nationen bemühen. Dies sei aber, so resümiert Seelig, nur mit hochwertig konkurrenzfähigen Produkten möglich.