Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

11.03.1983 - 

Auflösung, Geschwindigkeit und Genauigkeit sind primäre Kriterien:

Elektromechanische Plotter an oberer Grenze

Wachsende Ansprüche an die grafische Datenverarbeitung und ihre Anwendungen erfordern immer leistungsfähigere Peripheriegeräte. Dies gilt besonders für Plotter. Konstruktive Neuheiten ermöglichen hier verbesserte und kostengüngstigere Produkte. Winfried Rohloff* gibt im folgenden einen Einblick in die wichtigsten Entwicklungen.

In der einfachsten Form ist ein elektromechanischer Plotter eine Ausgabeeinheit, die Daten in digitaler Form akzeptiert und Linienzüge auf einen Zeichnungsträger (Papier, Folie etc.) zeichnet. Dazu müssen die Zeichenwerkzeuge in zwei Richtungen bewegt oder das logische Äquivalent dieser Bewegung ausgeführt werden.

Normalerweise sind drei unabhängige und steuerbare Motoren nötig, um die Bewegungen zu realisieren, die für die Erstellung eines Plots erforderlich sind. Für die x- und die y-Achse wird jeweils ein in zwei Richtungen steuerbarer Antrieb benutzt. In modernen Plottern werden hierzu Gleichstrommotoren mit digitaler Rückführung eingesetzt, die sehr hohe Beschleunigungen von maximal 4 bis 5 g, hohe Geschwindigkeiten und einen geräuscharmen Betrieb gewährleistet.

Die erzielbaren Zeichengeschwindigkeiten liegen zwischen 5 und 75 Zentimeter pro Sekunde in Richtung beider Achsen. Die adressierbaren Auflösungen dieser Antriebe erreichen Werte zwischen 0,05 und 0,0125 Millimeter. Die Auflösung von Präzisionszeichenmaschinen liegt noch höher (bis 0,0025 Millimeter). Das Heben und Senken der Zeichenwerkzeuge erfolgt über Elektromagnete oder Linearmotoren. Bei letzterem Verfahren kann der Anpreßdruck beeinflußt werden, wodurch eine genaue Anpassung an die jeweils verwendete Zeichenstiftart erfolgt. Bei Einsatz von mehr als einem Stift sollte jedem Stift ein separater Motor zugeordnet werden.

"Auflösung" ist ein Schlüsselwort für elektromechanische Plotter. Es wird benutzt, um das kleinste Inkrement der Plotterbewegung in x- oder y-Richtung zu beschreiben. Ein Plotter zeichnet mit kurzen, geraden Liniensegmenten. Jedes Segment ist das Ergebnis eines Kommandos der Plottersteuerung; eine Serie dieser Kommandos wird benötigt, um einen Linienabschnitt zu zeichnen.

Elektromechanische Plotter werden in unterschiedlichen Bauarten angeboten.

Tischplotter

Bei Tischplottern wird der Zeichnungsträger auf einer waagerechten Arbeitsfläche gehalten, bei den größeren Systemen meist unter Vakuum. Daneben werden auch Konstruktionen mit schwenkbaren Tischplatten angeboten. Die Zeichenwerkzeuge bewegen sich in x- und y-Richtung.

Tischplotter werden in vielen Größen angeboten: vom DIN-A4- bis hinauf zum DIN-A0-Format. Hinsichtlich der Qualität gibt es beachtliche Unterschiede. Die kleineren Modelle dienen in erster Linie kaufmännischen Anwendungen und allgemeinen Grafiken. Dementsprechend werden an sie nicht so hohe qualitative Ansprüche gestellt.

Die großen Tischplottersysteme dagegen eignen sich besonders für sehr genaue Applikationen.

Präzisionsausgaben sind immer dann erforderlich, wenn Zeichnungen als Fertigungsvorlagen benutzt werden oder als Grundlagen bei der Vermessung dienen. Sie werden auch benötigt, wenn mit einer Overlay-Technik gearbeitet wird, und Daten in vorhandenen Zeichnungen ergänzt oder überlagert werden müssen.

Präzision wird im allgemeinen durch die Begriffe der statischen Positioniergenauigkeit, der Wiederholungenauigkeit und der Auflösung ausgedrückt. Diese Begriffe werden, bezogen auf alle Plotter, noch definiert.

Trommelplotter

Bei dieser Bauart wird der Zeichnungsträger (Papier oder Folie) durch eine Trommel in x-Richtung bewegt. Als Zeichnungsträger wird Material in Rollenform verwendet, das parallel zu beiden Rändern Lochreihen aufweist und durch Stiftkränze an den Trommelenden schlupffrei geführt wird.

Der Werkzeugträger zur Aufnahme der Zeichenwerkzeuge bewegt sich parallel zur Trommelachse in y-Richtung.

Der besondere Vorteil des Trommelplotters liegt in seiner Möglichkeit, Papier oder Folie von einer Vorratsrolle zu verarbeiten. Damit können in einer sehr kompakten Einheit sehr lange Zeichnungen erstellt werden, da die Zeichenfläche in der y-Achse (Bewegungsrichtung der Trommel) extrem lang ist. Sie hängt von der Länge der Papier- oder Folienbahn ab und beträgt im allgemeinen bis zu 36 Meter.

Das Abarbeiten von Vorratsrollen ermöglicht es, über einen bestimmten Zeitraum gesammelte Zeichnungen nacheinander ohne Operationseingriffe zu erstellen. Dadurch eignen sich Trommelplotter besonders für den wirtschaftlichen Einsatz bei Anwendungen mit sehr hohem Zeichnungsdurchsatz.

Es gibt aber auch Trommelplotter für die Einzelblattverarbeitung. Sie haben den Vorteil, daß vorgedruckte Zeichnungsträger benutzt werden können. Das Zeichenblatt wird auf eine entsprechend große Trommel gespannt oder von zwei kleinen Hartgummirollen an der rechten und linken Kante gegen eine quarzsandbeschichtete Antriebswalze gedrückt, die das Papier durch den Plotter vor- und zurückführt, während die Blattenden frei herunterhängen.

Beltbed Plotter

Der dritte Typ der elektromechanischen Plotter, der Beltbed Plotter, stützt sich auf eine Hybridtechnik, die die wesentlichen Charakteristika von Tisch- und Trommelplotter kombiniert:. Die Geräte sind sehr kompakt und haben einen geringen Platzbedarf. Sie sind preiswert und ermöglichen die freie Wahl des Formates und der Art des Zeichnungsträgers.

Verarbeitet werden können Zeichnungsträger von einer Vorratsrolle, vorgeschnittene Einzelblätter und Vordrucke, jeweils bis zu einer Größe von DIN A1, DIN A0 oder DIN 2A0. Dabei wird der Zeichnungsträger auf einem Band (Belt) aus Kunststoff zwischen einer Führungstrommel und einer tiefer gelegenen Walze bewegt (x-Richtung). Der Zeichnungsträger ist auf dem Band beliebig positionierbar, die Befestigung erfolgt mit selbstklebenden Streifen.

Parallel zur Trommelachse läuft der Werkzeugträger für die Aufnahme der Zeichenwerkzeuge (y-Richtung). Gezeichnet wird nur auf der Oberseite der Trommel. Die Zeichenfläche ergibt sich jedoch nicht aus dem Durchmesser der Trommel, sondern aus der Länge und Breite des Kunststoffbandes. Dadurch ist die Zeichnung wie bei konventionellen Zeichenmaschinen angeordnet.

Beltbed-Plotter werden oft zur Klasse der Tischplotter gezählt, weil viele Zeichnungsausgaben aus dem Gebiet des Tischplottereinsatzes kommen. Bevor Beltbed-Plotter auf den Markt kamen, mußten Zeichnungen, die vorgeschnittene oder vorgedruckte Einzelblätter oder eine hohe Genauigkeit erforderten, auf Tischplottern erstellt werden.

Heute können diese Anforderungen auch von den Beltbed-Plottern mit hoher Qualität und großem Durchsatz erfüllt werden.

Ladung auf Spezialfolie

Für das Zeichnen mit sehr hohen Ausgabegeschwindigkeiten werden elektrostatische Plotter/Drucker eingesetzt. Mit diesen Geräten können Zeichnungen in weitaus kürzerer Zeit als mit elektromechanischen Plottern erzeugt werden, da sie mit sehr hohen Papiervorschubgeschwindigkeiten (bis zu 41 Millimeter pro Sekunde) arbeiten. Moderne Ausführungen sind in der Lage, Ausgaben auf weißem oder transparentem Papier oder verzugsfreier Folie ohne technische Umrüstung der Geräte zu erzeugen.

Die Wirkungsweise elektrostatischer Plotter beruht auf der zeilenweisen Aufteilung des Zeichenformats in ein feines Raster. Jeder Rasterpunkt ist eine direkt ansteuerbare Schreibspitze, die eine elektrostatische Ladung auf ein Spezialpapier oder auf eine Spezialfolie überträgt. Dazu werden den sehr genau positionierten, dicht nebeneinanderliegenden Schreibspitzen Spannungen zu geführt.

Die Spitzen sind in einem stationären Schreibkopf fest eingefügt. Durch die Anordnung in versetzten Reihen überlappen sich die einzelnen Punkte und ergeben gut deckende, unterbrechungsfreie Linien. Mit einer Auflösung von 200 Punkten/Zoll bleiben selbst kleinste Details vollständig erhalten.

Das Papier wird wie beim Trommelplotter von einer Rolle über den Schreibkopf geführt. Aktiviert durch digitale Signale, erzeugen die Spitzen, entsprechend der darzustellenden Information, kleine punktförmige Ladungen auf dem Papier. Anschließend werden die Ladungen von einem dahinterliegenden Tonerkopf mit Hilfe einer Tonerflüssigkeit geschwärzt und damit die Informationen sichtbar gemacht.

Selbst komplexe Zeichnungen und hohe Datendichten können die hohe Ausgabegeschwindigkeit nicht reduzieren, da elektrostatische Plotter jeweils eine Rasterreihe (y-Achse) über die gesamte Papierbreite auf einmal ausgeben, während das Papier kontinuierlich in nur einer Richtung (x-Achse) vorwärts bewegt wird.

Jede Art von grafischer und alphanumerischer Information läßt sich darstellen.

Seit einiger Zeit gibt es für Elektrostaten Vektor-/Raster-Steuereinheiten, die sogar unsortierte Vektoren verarbeiten, ohne den Zentralrechner mit Sortierung und Rasterisierung zu belasten. Damit wurde die Palette der Rechner mit Anschlußmöglichkeiten für elektrostatische Plotter erheblich erweitert.

Vorteile durch Mikroprozessor-Technologie

Die heute erreichte Leistung und Zuverlässigkeit der Mikroprozessoren haben den größten Einfluß auf die neuen Entwicklungen. Kostengünstige Schaltkreise von hoher Packungsdichte und hoher Prozessorgeschwindigkeit ermöglichen den Ingenieuren, die elektronischen Komponenten eines Hochleistungsplottersystems vollständig neu zu konstruieren. Aufgrund ihrer Geschwindigkeit, Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit werden meist 16-bit-Mikroprozessorsysteme eingesetzt.

Hier sind einige der wichtigsten Vorteile, die aus der Mikroprozessor-Technologie resultieren:

Durch eigene Mikroprozessorintelligenz wird der Zentralrechner bei Programmierarbeiten für komplexe Zeichnungen wesentlich entlastet. Vektoren, diverse Linien- und Kreisarten können durch einen eigenen Befehlsvorrat generiert werden. Moderne Plotter verfügen heute auch über eine ganze Reihe eingebauter Zeichensätze. Die einzelnen Zeichen lassen sich im Verhältnis Schrifthöhe/Schriftbreite, im Darstellungswinkel und manchmal sogar in der Neigung und Auflösung variieren. Außerdem werden Funktionen ermöglicht, wie das Erstellen eines Ausschnittes oder einer gespiegelten Zeichnung, Festlegung des Ursprungs und der Zeichnungsgrenzen sowie Skalierung, Rotation, Kompensation von Zeichnungsträgertoleranzen oder Zeichnungsträgermontagen.

Mit mikroprozessorgesteuerten Systemen ist es möglich, die Geschwindigkeit, Beschleunigung und Andruckkraft für jedes Zeichenwerkzeug individuell festzulegen und zu steuern. Das Resultat ist eine Verbesserung der Zeichnungsqualität.

Aufgrund der flexiblen und intelligenten Programmierbarkeit der 16-bit-Mikroprozessoren ist es relativ leicht, neuen Markterfordernissen gerecht zu werden. Ein Beispiel sind Vektor-/Raster-Steuereinheiten, die in der Lage sind, sowohl elektromechanische Plotter als auch elektrostatische Plotter/Drucker zu betreiben. Für beide Plottertypen ist nur eine Software erforderlich. Die Steuereinheiten lesen und verarbeiten unsortierte Plotinformationen und übernehmen das Sortieren und Umsetzen ins Rasterformat beim Betrieb eines Elektrostaten.

Die Anzahl der gedruckten Schaltkreise, die das Plotten mit hoher Geschwindigkeit ermöglichen, konnte, verglichen mit den früheren Plottern, um 50 Prozent reduziert werden.

Masse darf nicht zu niedrig sein

Eine weitere wichtige Entscheidung, hinsichtlich der Konstruktion, ist die Verwendung von mechanisch bewegten Teilen mit hohen oder geringen Massenträgheiten. In der Vergangenheit haben hauptsächlich schwere Komponenten als Basis für den Plotteraufbau gedient. Heute werden von den Ingenieuren durch den Einsatz neuer, leichterer Materialien und moderner Antriebe, Alternativen zu den konventionellen Techniken geschaffen.

Es gibt jedoch auch zwingende Gründe, die in bestimmten Konstruktionsdetails Kompromisse erfordern. Diese beinhalten:

Ausreichend schwere Werkzeugträger sind notwendig, um genügend Andruck auf den Zeichnungsträger zu erzeugen, so daß auch Kugelzeichenminen einwandfrei funktionieren. Nachforschungen zeigen, daß Plotteraktivitäten im Ingenieurwesen und anderen Anwendungen zu 70 und mehr Prozent aus dem Erstellen von Prüfzeichnungen bestehen. Diese Aufgabe wird am kostengünstigsten mit Kugelzeichenminen ausgeführt.

Die erzielbaren Zeichengeschwindigkeiten und Beschleunigungen können selbst durch Reduzierung der Massen nicht mehr erhöht werden. Das Zeichenwerkzeug, der Zeichnungsträger und der Einsatz leistungsstarker Motoren bestimmen die Leistungsmerkmale.

Vier Stifte ideal

Wieviel Stifte erfordert nun eine Applikation? Das Ingenieurwesen benötigt selten mehr als zwei Stifte oder Farben. Ein Angebot von mehr als vier Stiften kompliziert das Produkt unnötig für den riesigen und schnell wachsenden CAD-Markt. Plottersysteme, die mehr als vier Farben anbieten, sind an kaufmännischen Anwendungen orientiert.

Zusammenfassend gilt: Die Anzahl von vier Stiften ist ideal für nahezu alle Ingenieuraufgaben und viele kaufmännisch orientierten Anwendungen. Entscheidend ist die Möglichkeit, verschiedenartige Stifte einsetzen zu können, zum Beispiel Kugelzeichenminen, Tuschezeichenspitzen, Tintenkugelschreiber oder Faserzeichenminen. Damit ist der Farben-/Strichstärkenbedarf für praktisch alle Anwendungen abgedeckt. Moderne Systeme verfügen über einen Mechanismus zum Abdecken der Tuschezeichenspitzen, um ein Austrocknen der Spitzen zu vermeiden .

Die Stiftwechsel haben große Auswirkungen auf den Zeichen-Drucksatz eines Plotters. Es ist wichtig, daß bis zu vier Zeichenwerkzeuge von verschiedener Charakteristik oder Farbe von einem Werkzeugträger zu dem Punkt transportiert werden, an dem die Plotarbeit zu leisten ist. Somit ist es möglich, daß Stiftwechsel durch Programmsteuerung in Bruchteilen einer Sekunde und daher ohne wesentlichen Zeitverlust vorgenommen werden.

Dieser Vorzug ist bei allen Plottern mit einem Werkzeugträger für die Aufnahme von vier Zeichenwerkzeugen möglich. Diese Plotter sind in der Lage, ständig vier Stifte über die Zeichenfläche zu transportieren und jederzeit zu aktivieren.

Eine derartige Konstruktion steht im Gegensatz zu einigen anderen Entwicklungen, bei denen die Stifte entlang der Seite des Plotters stationiert sind. Von hier müssen sie während der Anwendung einzeln geholt werden und auch dort wieder abgelegt werden. Es ist klar, daß diese Konstruktion eine drastische Abnahme des Zeichnungsdurchsatzes bedeutet, denn Plots, mit der Anforderung mehrerer Strichstärken oder Farben, rufen die Stifte meist in einer zufälligen beziehungsweise wahllosen Reihenfolge auf. Die für diese Aktivitäten verwendeten Zeiten sind dann sehr groß.

Für die Beurteilung des Zeichnungsdurchsatzes eines Plotters ist selbst die Geschwindigkeit zum Heben und Senken der Stifte sehr bedeutend, wenn man bedenkt, daß bei CAD-/CAM-Anwendungen die Plotausgaben meist nicht optimiert sind.

Kommunikation mit dem Operator

Textanzeigen verbessern die Bedienbarkeit. Auch hier wirkt sich der Einsatz von Mikroprozessoren positiv aus, indem die Schnittstelle von der Maschine zum Operator wesentlich verbessert wird. Es ist nicht länger nötig, einen bestimmten Systemstatus oder eine Problemkonstellation mit verschlüsselten, alphanumerischen Codes anzudeuten, die mühsam eingeprägt oder aus einer Systemdokumentation herausgefunden werden müssen. Statt dessen gibt es jetzt die Möglichkeit der Anzeige von einfach zu verstehenden Meldungen und Anforderungen.

Durch die Vielfalt der Nachrichten wird der Operator Schritt für Schritt in der Bedienung des Systems geführt. Das Verfahren, mit in der Maschine abgespeicherten Instruktionen zu arbeiten, verbessert nicht nur den Durchsatz eines Systems, sondern erhöht auch gleichzeitig die Produktivität des bedienenden Personals.

Ein wichtiges Ziel ist es, sicherzustellen, daß neue Plotterserien softwarekompatibel mit früheren Systemen sind und von existierenden Anwenderprogrammen angesteuert werden können.

Die Softwarebibliothek eines Plotterherstellers sollte über die letzten Jahre optimiert sein und der Intelligenz der Plottersysteme entsprechen, damit die Ressourcen des Zentralrechners auf ein Minimum zurückgeschraubt werden können. Die meisten Pakete stehen heute in einer einfachen, höheren Programmiersprache zur Verfügung, nämlich in Fortran. Damit ist ein allgemeiner Verbreitungsgrad sichergestellt und die Abhängigkeit von einem bestimmten Hersteller vermieden.

Generell ist die Leistungsfähigkeit eines Plottersystems eine Funktion der folgenden Parameter: der Geschwindigkeit, der Beschleunigung, der Stiftzykluszeit (Heben/Senken), der erforderlichen Zeit, um einen anderen Stift zu selektieren, der Genauigkeit und der Effizienz der formatierten Datenmodule aus der unterstützenden Software.

- Geschwindigkeit

Bei elektrostatischen Systemen ist die Papiervorschubgeschwindigkeit von Bedeutung, bei den elektromechanichen Systemen gelten folgende Kriterien:

Die Kriechgeschwindigkeit ist die minimale Geschwindigkeit eines Plotters, die bei der Erstellung einer Zeichnung auftreten kann. Sie ist abhängig vom Anfangsstrom oder von der Datenrate, mit der die Motoren am Anfang eines Liniensegments beaufschlagt werden. Ihren größten Beitrag zum Zeichnungsdurchsatz liefert sie bei Kurven. Hier sind die einzelnen Liniensegmente sehr klein oder sehr kurz, und die lineare Zeichengeschwindigkeit kann nicht erreicht werden. Je höher die Kriechgeschwindigkeit, desto schneller wird die Kurve gezeichnet.

Die lineare Zeichengeschwindigkeit ist die maximale Geschwindigkeit, mit der ein Plotter eine durchgehende Linie zeichnen kann. Auf einem nicht zu beschleunigenden Plotter entspricht die lineare Zeichengeschwindigkeit der Kriechgeschwindigkeit. Plotter mit der Fähigkeit zu beschleunigen, erreichen eine lineare Zeichengeschwindigkeit nach der Beschleunigung von der Kriechgeschwindigkeit bis zur Maximalgeschwindigkeit.

Da die maximale Geschwindigkeit, mit der Linien gezeichnet werden können, vom Zeichnungsmedium, vom Zeichenwerkzeug und der verwendeten Tusche abhängt, sollte sie einstellbar sein.

- Beschleunigung

Die Beschleunigung vervollständigt die Angabe der Geschwindigkeit. Zu einer Geschwindigkeit, die definiert, wie schnell ein Zeichenwerkzeug oder der Zeichenträger bewegt werden können, beschreibt die Beschleunigung die Änderung von Null bis zur maximalen Geschwindigkeit oder wie schnell ein Plotter seine Maximalgeschwindigkeit erreicht. Auch die maximale Beschleunigung hängt direkt vom Zeichnungsträger, den Zeichenwerkzeugen, der Strichstärke und Tusche ab und sollte einstellbar sein.

- Auflösung

Der Begriff der Auflösung für elektrostatische Plotter definiert die Anzahl der Schreibspitzen pro Längeneinhalt.

Für elektromechanische Plotter existieren zwei Begriffe: Die adressierbare Auflösung ist die kleinste, fahrbare Distanz zwischen zwei Punkten, die über ein Kommando angesteuert werden kann. Dieses Segment wird bei einigen Systemen durch noch kleinere, mechanische Inkremente angenähert, der mechanischen oder internen Auflösung.

- Genauigkeit

Die Definition der Genauigkeit unterscheidet sich für elektromechanische und elektrostatische Plotter. Für elektromechanische Plotter beschreibt die Positioniergenauigkeit die Abweichung der Positionen des Zeichenwerkzeuges nach einem Kommando und dem theoretischen Punkt, an dem das Zeichenwerkzeug wirklich stehen sollte.

Die Wiederholgenauigkeit ist ein Maß für die Fähigkeit eines elektromechanischen Plotters, mit dem Zeichenwerkzeug innerhalb der normalen Zeichenfläche von irgendeiner Position an einen vorher geplotteten Punkt zurückzukehren.

Bei Trommelplottern beziehen sich die Angaben meistens auf die y-Achse, bei Tischplottern und Beltbed-Plottern auf die Zeichenfläche.

Das elektrostatische Äquivalent zur Beschreibung der elektromechanischen Genauigkeit ist die Angabe eines maximalen, akkumulierten Fehlers in x- und y-Richtung, der aus dem wiederholten Ansteuern einer Zeichenspitze nach einem bestimmten Papiervorschub resultiert.

Zentralrechner stärker entlasten

Die Anwendung entscheidet für das eine oder das andere Aufzeichnungsverfahren und spezifiziert die Leistungsmerkmale, die ein Plotter optimal erfüllen sollte. Hohe Ausgabegeschwindigkeiten und hoher Zeichnungsdurchsatz erfordern einen elektrostatischen Plotter, Mehrfarbigkeit und optische Genauigkeit einen elektromechanischen Plotter.

Kleine elektromechanische Tischplottersysteme ermöglichen einen preiswerten Einstieg in die grafische Datenverarbeitung. Selbst ein DIN-AO-Trommelplotter muß nicht teurer sein als ein 11-Zoll-Elektrostat. Je nach Auflösung und Genauigkeit des elektromechanischen Plotters wird eine Präzision erreicht, die mit dem manuellen Verfahren der Zeichnungserstellung vergleichbar ist. Mit bis zu zehn verschiedenen Farben können auf einigen Systemen Grafiken erstellt werden. Der Zeitaufwand für die Erstellung einer Zeichnung ist aber weitaus größer als auf elektrostatischen Systemen. Die Ausgabegeschwindigkeit einer Zeichnung auf einem Elektrostaten kann um den Faktor 10 bis 30 höher sein als auf einem elektromechanischen Plotter. Dagegen bedingt das Rasterformat eine beschränkte, optische Genauigkeit, zum Beispiel bei Kreisen, Kreisbogen und Vektoren unter niedrigen Winkeln.

Auflösung, Geschwindigkeit und Genauigkeit werden auch in Zukunft primäre Leistungskriterien sein. Die Zeichengeschwindigkeiten der elektromechanischen Hochleistungsplotter erreichen schon heute die obere Grenze, und die Präzision dieser Systeme entspricht den meisten Plotanforderungen. Zukünftige Entwicklungen werden weitere Intelligenzverbesserungen ergeben, mit dem Ziel, den Zentralrechner noch stärker von Routineaufgaben zu entlasten.

Der Einsatz elektrostatischer Plotter wird langfristig durch Mehrfarbigkeit und höhere Auflösung verbessert werden. Auflösungen von 400 Punkten/Zoll werden Ergebnisse liefern, deren Qualität mit Ausgaben auf elektromechanischen Plottern vergleichbar ist.

*Winfried Rohloff, Produkt Manager Plotter und Controller, Calcomp GmbH, Düsseldorf