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25.04.1975 - 

Gastronomie-Konzern setzt intelligente Nixdorf-Kassen ein

Elektronik im Wienerwald

HANNOVER - Wie Klaus Luft, Vertriebsboß der Nixdorf Computer AG, am 16. 4. vor der Presse erklärte, wird sich das Paderborner Unternehmen in Zukunft verstärkt um die Zielgruppe Handelsketten bemühen. Bei diesen Unternehmen sei sichere Datenerfassung verbunden mit schneller Abfertigung am "Check-Out" heute notwendiger denn je. Wie Luft weiter ausführte, habe Nixdorf dafür die Computerkasse 710 - ein frei programmierbares, intelligentes Terminal - mit dem auch komplizierte Probleme der Datenerfassung am Point of Sale gelöst werden könnten. Beispielsweise habe sich der Wienerwald-Konzern entschlossen, sämtliche Gaststätten mit elektronischen Kassenterminals von Nixdorf auszustatten.

Die Computerkasse 710 besteht aus der Zentraleinheit mit 4 K Bytes ROM (Read Only Memory) für das Betriebssystem und dem 4 oder 8 K Bytes RAM -Speicher (Random Acces Memory) für die Anwenderprogramme und zur Datenspeicherung. Weitere Komponenten des modularen Systems:

- Tastatur,

- Bedieneranzeige,

- Druckwerk für Bon-, Journal- und Quittungsdruck,

- Magnetbandkassette zum Einlesen der Programme und zur Aufzeichnung der erfaßten Daten.

Als zusätzliche Peripheriegeräte sind ein optischer Etikettenleser (Lesestift), eine separate Kundenanzeige und ein Rückgeldgeber mit Münzsortiergerät anschließbar.

Wie arbeitet diese Nixdorf-Anlage in der Praxis? Nach Eingabe der Daten durch den optischen Lesestift oder über die internationale Zehnertastatur führt die autonome Kasse alle Rechenoperationen automatisch aus. Die Einzeldaten sowie die Zwischen- und Endergebnisse werden auf der Magnetbandkassette gespeichert. Zum Tagesabschluß oder bei Wechsel der Kassiererin kann ein Kassenabschluß mit Soll-Ist-Vergleich und Geldkontrolle gemacht werden. Über das Kassenprogramm ist dann eine Umsatzanalyse nach Abteilungen oder ausgewählten Artikeln möglich.

Der Einsatz des Lesestiftes setzt strichkodierte Ketten voraus. Es werden Hänge-, Klebe- oder Nadeletiketten verwendet, die ein Nixdorf Etikettendrucker 4450/20 mit einer Geschwindigkeit von bis zu 8000 Etiketten pro Stunde erstellen kann.

Je nach Bedarf können die Etiketten bis zu 32 nutzbare Stellen enthalten, in denen zum Beispiel Wareneingangsdatum, Lieferantennummer, Artikel-Nummer, Abteilung, Größe, Einkaufs- und Verkaufspreis gespeichert sind. Prüfzeichen sollen verhindern, daß falsche Daten erfaßt werden. Das Etikett läßt sich mit dem Stift wesentlich schneller lesen als eine Kassiererin in eine herkömmliche Kasse eintasten kann.

Die Nixdorf 710 kann nicht nur als autonome Kasse eingesetzt werden, sondern auch an ein zentrales EDV-Systeme online angeschlossen werden. Dadurch ist es möglich, ein integriertes Datenerfassungs- und Verarbeitungssystem aufzubauen: Ein Computer im "Hintergrund" - sei er nun von Nixdorf selbst oder von einem Fremdhersteller - verarbeitet die Verkaufsdaten und erledigt außerdem andere Abrechnungsarbeiten wie Lohn und Gehalt, Finanzbuchhaltung und Kostenrechnung. Nixdorf hebt denn auch diesen Punkt besonders hervor.

Dazu Klaus Luft: "Es gibt einen eindeutigen Trend weg von der mechanischen Kasse hin zu elektronischen Computerkassen, die mehr, können als nur Geld aufbewahren." Bei Wienerwald hat man sich den Nixdorf-Argumenten angeschlossen: nicht von ungefähr investiert Friedrich Jahn in seine Hendlstationen je 35 000 Mark, um sie mit einem elektronischen Kassensystem auszustatten.