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09.05.1986 - 

Beendigung von Umschulungen oft psychosomatich bedingt:

Elektronik-Umschüler sind strebsam

ESSEN (CW) - Absolventen, die vorzeitig eine Umschulung abgebrochen haben, befragte in einer Untersuchung das Berufsförderungszentrum in Essen nach den Anlässen und auslösenden Momenten. Berufliche Rückstufung während der Maßnahme, aber auch Krankheit und zu knappes Unterhaltsgeld gelten danach als die häufigsten "echten" Gründe.

Im Jahr 1985 hat das BFZ eine Untersuchung über die vorzeitige Beendigung von Umschulungsmaßnahmen durchgeführt. Mit dieser Untersuchung setzte das Zentrum seine Bemühungen fort, die Abbruchquote zu verringern, indem nach dem exakten Ausmaß der Abbruchmaßnahmen sowie nach den Gründen für diese Abbrüche geforscht wurde.

Bereits in den früheren Jahren hat das BFZ Untersuchungen mit diesem Ziel vorgenommen. Die Untersuchungen im Jahr 1985 konzentrierten sich auf diejenigen Personen, die (...) das Essener Bildungszentrum lassen haben. Insgesamt wurden 738 Personen aus 1984 und 669 Personen aus 1983 (vergleichsweise) in ihren Umschulungsverläufen untersucht.

Es zeigt sich, daß die Umsetzung in einen anderen Beruf und die Rückversetzung in eine andere Gruppe des gleichen Berufes wesentlich dazu beitragen, die Abbrecherquote zu reduzieren. Die Um- und Rückversetzungen werden aber nicht leichtfertig gehandhabt, sondern ihnen gehen in aller Regel mehrere Gespräche mit dem/der betroffenen Umschüler/Umschülerin sowie Abstimmungen mit dem Arbeitsamt voraus. Ziel dieser Gespräche ist es, die tatsächlichen Gründe zu erkunden sowie pädagogische und psychologische Maßnahmen festzulegen.

Bezogen auf die einzelnen Berufe sind die Abbrecher-, die Um- und Rückversetzungsquoten im Bereich Elektronik besonders niedrig mit 21 Prozent. Dagegen sind die Um- und Rückversetzungsquoten in den Metall-Berufen mit 38 von Hundert relativ hoch.

Im Hinblick auf das Alter zeigt sich, daß ältere Teilnehmer über 41 Jahre häufiger abbrechen als jüngere Teilnehmer: Umschüler ohne Hauptschulabschluß brechen mit 18 Prozent häufig ab, wogegen Umschüler mit höheren Bildungsabschlüssen mit zwölf beziehungsweise 7 Prozent selten die Maßnahme abbrechen.

Ein Unterschied zwischen Pendlern und Internatsbewohnern ist kaum festzustellen. Die Untersuchung der Ursachen für die Abbrüche ergab im Vergleich zu den Untersuchungen der Vorjahre keine wesentlichen Unterscheidungen, Krankheit wird nach wie vor als die Hauptursache für Abbrüche angegeben, gefolgt von persönlichen Gründen, starken Fehlzeiten, fehlender Eignung und Neigung etc. Da im Rahmen dieser Untersuchung keine Einzelinterviews geführt wurden, läßt sich feststellen, inwieweit die angegebenen Gründe auch wirklich die "echten" Gründe waren. So bleibt zum Beispiel offen, inwieweit finanzielle Probleme hervorgerufen durch zu geringes Unterhaltsgeld, ausschlaggebend waren für das Entstehen familiärer Problemsituationen, die sich wiederum in Krankheiten psychosomatischer Natur niederschlagen und schließlich - im Zusammenwirken mehrerer Ursachen, die sich auch aus der Lernsituation ergeben - zum Abbruch der Umschulungsmaßnahme führen.