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08.05.1981 - 

Comecon-Länder im CeBIT:

Elektronikkombinate wollen ins Westgeschäft

HANNOVER (CW) - Noch auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1981 (15. bis 21. 3.1980 standen EDV und Mikroelektronik im Zeichen "sozialistischer Leistungskraft", und in der vordersten Reihe präsentierten sich hier vor allem die Kombinate Robotron Dresden, Mikroelektronik Erfurt und Carl Zeiss Jena (CW Nr. 15 vom 10. 4. 80. Das in Leipzig auch von der Messe-Berichterstattung der DDR groß herausgestellte Leistungsvermögen der Comecon-Länder wurde jedoch auf der Hannover-Messe auf Grund der Präsenz der internationalen Branchenführer und der Vielfalt der hier anwesenden Aussteller und Exponate wieder auf reale Dimensionen zurückgeschraubt.

Dabeisein ist alles, lautete die Devise einiger RGW-Länder. Das galt jedoch nicht für die UdSSR, die zwar in Leipzig in einem eigens für sie hergerichteten Pavillon, "Wallfahrtsort" und Pflichtbesuch für Abordnungen von DDR-Betrieben, auch mit Elektronik-Erzeugnissen vertreten war, in Hannover im CeBIT aber fehlte. Wie es am Stand der sowjetischen Außenhandelsgesellschaft "Energomachexport" in Halle 12 hieß, ist für das kommende Jahr eine Präsenz durch den Außenhandelsbetrieb Elektronorgtechnika vorgesehen.

Einen Grund für das diesjährige Ausbleiben vermochte man nicht zu sagen. Lag es daran, daß die UdSSR bisher wegen des akuten Raummangels wie andere Interessenten auch noch keine Möglichkeit hatten, ihre EDV-Erzeugnisse im CeBIT vorzustellen, lag es daran, daß man auf Grund des enormen Bedarfs an rechentechnischen Erzeugnissen im eigenen Lande eine Image-Werbung im westlichen Ausland verbunden mit Exportaktivitäten als verfehlt ansah und sich lediglich auf Exporte in andere RGW-Länder beschränkte, oder war es die Einsicht, daß man mit EDV und Mikroelektronik "made in UdSSR" kaum Abnehmer im Westen zu finden glaubt und daher den immer agiler werdenden Ungarn oder der DDR daher von vornherein den Vortritt ließ?- Zwar zeigten die in Hannover anwesenden Comecon-Länder im Vergleich zu Leipzig nichts wesentlich Neues, man war jedoch darauf bedacht, um Interesse beim Fachpublikum für seine Erzeugnisse zu werben.

Die CSSR mit dem Außenhandelsunternehmen Kovo war mit verschiedenen Schreibmaschinen, Vervielfältigungsgeräten und mit einem "Arbeitsplatz mit Geräten zur zentralen und dezentralen Datenerfassung" vertreten. Das polnische Außenhandelsunternehmen Metronex stellte ebenfalls Schreibmaschinen, den Bürocomputer Mera 100, das Datensichtgerät DZM 180 sowie das Minisystem Mera 2500 (Zentraleinheit mit Intel-Mikroprozessor 8008) vor. Ähnlich wie auch in Leipzig zeigte das bulgarische Außenhandelsunternehmen Isotimpex Schreibmaschinen, Magnetspeichermedien, Isot-Disketten sowie ein System zur Datenaufbereitung auf Magnetband vom Typ EC 9004. Aus dem Kreis der RGW-Aussteller hoben sich lediglich die DDR und Ungarn mit ihren Exponaten hervor.

Das Kombinat Robotron Dresden war auch in Hannover weitgehend mit Erzeugnissen seines modular aufgebauten Systems "Dezentrale Datentechnik", darunter Bürocomputer auf Mikroprozessorbasis, vertreten. Stärker noch als in Leipzig wurden jedoch in Hannover die Absatzaktivitäten in Richtung Westen bekräftigt und die Suche nach geeigneten Absatzwegen hervorgehoben (CW Nr. 15 vom 10. 4. 1981, S. 17).

Bei der Werbung um das Interesse für seine Erzeugnisse verwies Robotron nachdrücklich auf die Vorzüge seiner "Konzentration der Kräfte" (vgl. Messeprospekt "DDR auf der Hannover-Messe 1981"). Die in der neuen Robotron-Generation von Anlagen und Geräten enthaltene Mikroelektronik stammt aus der Produktion des 1978 neugegründeten VEB Kombinat Mikroelektronik Erfurt. Hiervon wurde in Halle 12 vom DDR-Außenhandelsbetrieb Elektronik Export-lmport ein Erzeugnissortiment gezeigt. In der Bundesrepublik werden das Kombinat Mikroelektronik. Erfurt sowie weitere Kombinate aus dem Bereich Elektrotechnik/Elektronik von der Firma Bruns in Hamburg vertreten.

Ebenso wie die DDR gehört Ungarn auf Grund des bisher erreichten Technologie-Niveaus zu den auf dem Gebiet der elektronischen Rechentechnik führenden RGW-Ländern. Aus seinem derzeitigen Erzeugnisprogramm zeigte Videoton, größter ungarischer Hersteller rechentechnischer Erzeugnisse, eine breite Palette von Anwendungsmöglichkeiten seiner Anlagen und Geräte (CW Nr. 13 vom 27. 3. 1981, S. 44). Am ungarischen Ausstellungsstand waren die mikroprozessorgesteuerte alphanumerische Videoterminal-Serie VDT 52 100 (Terminals, die mit praktisch allen Rechnersystemen der führenden Hersteller kompatibel sind), ein Paralleldrucker vom Typ Videoton 27 000 (Druckgeschwindigkeit 600 bis 1200 Zeichen pro Minute), der Mikrocomputer VDT 52 122 in modularer Architektur (mit Dual-Floppy und flexiblem Disk-Speicher von 140 KB) und das Bürocomputersystem VT 30 (mit einem 16-K-RAM-Speicher, der bis zu 48 K ausbaufähig ist) zu sehen.

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