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11.04.1980 - 

Siemens will Akzeptanzfrage bei eigenen Mitarbeitern stellen:

Elektronische Bürokommunikation im Feldversuch

MÜNCHEN (pi) - Nicht was technisch machbar ist, sondern ob die neuen elektronischen Kommunikationstechniken fürs Büro auch beim einzelnen Mitarbeiter ankommen und In welchem Maß er sie in der Praxis nutzt, will Siemens in einem "großangelegten" Feldversuch herausfinden. Der Feldversuch gehört zum Forschungsprojekt "Büro-Kommunikation", das vom Bundesministerium für Forschung und Technologie gefördert und von der Bundeswehrhochschule München und der Universität Hannover durchgeführt wird.

800 Siemens-Mitarbeiter der verschiedensten Abteilungen in den Firmenstandorten München, Braunschweig, Bad Hersfeld und Berlin sind in diesen Feldversuch mit eingebunden. Im Mittelpunkt des Versuches stehen sogenannte "Tekom"-Stationen, eine Kombination aus Fernschreiber und Speicherschreibmaschine. Diese Textstationen können Brieftexte speichern, sie erleichtern das Korrigieren und Redigieren und ermöglichen über ihren Anschluß an das Integrierte Fernschreib- und Datennetz der Deutschen Bundespost (IDN) den Brieftransport per Draht, und zwar entweder als Fernschreiben via Telex-Dienst oder die allgemeine Korrespondenz via Teletex-Dienst, der künftig von der Deutschen Bundespost angeboten werden soll. Auch die schon vorhandenen Geräte und Dienste wie Telefon, Fernkopierer (Telefax) und auch die Briefpost werden in die Untersuchung mit einbezogen.

800 Mitarbeiter als Versuchskaninchen

Wesentlich bei diesem Feldversuch ist, daß den 800 Siemens-Mitarbeitern diese unterschiedlichen Kommunikationstechniken nebeneinander geboten werden. Das heißt, sie können ohne Zwang selbst entscheiden, ob sie Telefon, Fernschreiber, Fernkopierer, Textstationen oder den Briefkasten in Anspruch nehmen Dies ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber bisherigen Versuchen, die mehr das einzelne Gerät und die alleinige Arbeit mit ihm zum Gegenstand ihrer Untersuchungen machten.

Grob umrissen heißt die Hauptfarge in diesem Feldversuch: Wie beurteilt der Benutzer, der einzelne Mitarbeiter im Büro die Bedienerfreundlichkeit und Verwendungsmöglichkeit der im Feldversuch eingesetzten Geräte? Es werden also die Akzeptanz der neuen Technik, die Leistungsmerkmale der Dienste, das Handling der Produkte und nicht zuletzt die Folgewirkungen dieses Technikeinsatzes untersucht. Insbesondere soll hier auch geklärt werden, in welchem Ausmaß die neuen Kommunikationsformen zu einer Beschleunigung der Arbeitsabläufe beitragen, oder ob die neue Technik zu einer Veränderung der Arbeitsbeziehungen, zur Arbeitsbe- oder -entlastung oder sogar zu einem neuen Arbeitsplatzprofil für den Menschen führt.

"Ferninformieren" als notwendige Ergänzung

Insgesamt - so hoffen die Beteiligten wird das Ergebnis des Feldversuches zeigen, ob die künftige Korrespondenz im Büro "elektronische Kommunikation" ist die mit Geräten und Systemen der Textkommunikation abgewickelt wird und damit zu den Tätigkeiten Fernschreiben, Fernkopierern und Ferntexten (mit dem künftigen Fernmeldedienst Teletex) führt. Ferninformieren mit dem geplanten Dienst Bildschirmtext könnte dabei eine notwendige Ergänzung sein und neben dem kommerziellen Einsatz auch die elektronische Heimkommunikation eröffnen.