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09.10.1998 - 

Werkzeuge zur Netzanalyse auf der Systems 98

Elektronische Helfer erleichtern dem Administrator die Fehlersuche im Netz

Wie wichtig aus Anwendersicht Analysewerkzeuge für die Pflege und Planung von Unternehmensnetzen sind, machen Zahlen deutlich, die die Analysten von Frost & Sullivan vorgelegt haben. Demnach wächst der Markt für die Tools bis zum Jahr 2003 im Schnitt um 10,4 Prozent jährlich - insgesamt sollen sich dann rund 1,25 Milliarden Dollar Umsatz mit den elektronischen Helfern erzielen lassen. Das verblüfft nicht: Untersuchungen der Infonetics Research Inc. haben ergeben, daß Netz-Blackouts in Unternehmen mit mindestens 1000 Angestellten im Jahresdurchschnitt gesehen leicht Kosten in Höhe von mehreren Millionen Mark verursachen.

Wer sich auf der diesjährigen Systems nach Lösungen umschauen will, um diesem Schicksal zu entgehen, der kommt an einem Besuch der Halle 5 nicht vorbei. Sie ist dem Networking gewidmet, und so finden sich hier auch all die Firmen, die im Segment Netzanalyse den Ton angeben. Fluke Deutschland beispielsweise ist am Stand 344 vertreten. Der Hersteller präsentiert dort unter anderem sein tragbares Meßgerät "Onetouch", das sich für die Fehlersuche vor Ort in Ethernet- und Fast-Ethernet-Umgebungen eignet. Neben Kabelfehlern kann das Werkzeug auch defekte Adapterkarten aufspüren, statistische Werte über den Netzverkehr anzeigen und die Struktur des Unternehmensnetzes analysieren. Dabei soll Onetouch in der Lage sein, Detailinformationen zu allen installierten Komponenten zu liefern.

Fluke zeigt außerdem "Lanmeter" (siehe Foto auf Seite 44), das sich zur umfassenderen Fehlersuche und -behebung nicht nur in Ethernet-, sondern auch in Token-Ring-Netzen eignet. Störungen in der Verkabelung kann das Gerät dabei ebenso entdecken wie Probleme etwa im Anschlußverhalten von Hubs oder Switches. Das portable Tool kann über optionale Zusatzmodule für spezielle Aufgabenbereiche erweitert werden. So bietet Fluke einen "Wide-Area-Wizard", mit dem Administratoren unter anderem die Ausnutzung von Frame-Relay-Routern bei Weitverkehrsnetzen überwachen können.

Ebenfalls in Halle 5, jedoch an Stand 267, ist die Münchner DDS Daten- und Diagnose-Systeme GmbH zu finden. Das seit 17 Jahren im Bereich Netzdiagnose und -meßgeräte tätige Unternehmen ist Distributor für Hard- und Softwarelösungen, bietet aber Fehlersuche beziehungsweise Leistungsoptimierung auch als Serviceleistung an. Zum Portfolio von DDS gehört unter anderem das "Adtech AX/400 Broadband Test System", das sich für die Analyse und das Testen von ATM-Netzen, aber auch für Frame-Relay-Verbindungen eignen soll.

Das Netzwerk-Testsystem kann um Zusatzmodule erweitert werden und ermöglicht laut Hersteller die Kontrolle und Zertifizierung der Dienstequalität in ATM-Netzen. Außerdem kann das Gerät Testverkehr erzeugen, um das Verhalten von ATM-Switches und -Netzen unter Last zu überprüfen. Dabei lassen sich bis zu acht separate Quellen für die Datenströme simulieren.

Zusätzlich haben Administratoren die Möglichkeit, Größen wie Verteilungsmodelle, Verkehrssequenzen, Traffic Shaping, Priorisierung oder Fehlereinstreuung zu beeinflussen.

Inrange Technologies GmbH (vormals General Signal Networks GmbH) ist in Halle B5 am Stand 112 zu finden. Das Unternehmen führt unter anderem Lösungen zum Überwachen, Testen und Verwalten von Telekommunikations- und Datenleitungen im Portfolio. Beim "Interview 8000 Turbo" handelt es sich um einen tragbaren Protokollanalysator, den Administratoren beispielsweise zur Diagnose von Frame-Relay-, ISDN- oder ATM-Komponenten und -Verbindungen einsetzen können. In Verbindung mit dem "Interview Data Wizard" lassen sich die Informationen, die der 8000 Turbo vor Ort sammelt, auch bequem von einem Desktop-Rechner aus überwachen und analysieren. Data Wizard läuft unter Windows 95 und NT und ist laut Hersteller in der Lage, mehrere mobile 8000-Turbo-Systeme gleichzeitig via das lokale Netz oder über das Internet anzusteuern. Auch können mehrere Data Wizards den gleichen 8000 Turbo abfragen. Die Verarbeitung und Anzeige der Daten soll dabei in Echtzeit erfolgen.

Für Telekommunikationsanbieter dürfte das Überwachungssystem "7-View SS7" interessant sein. Es handelt sich dabei um eine Reihe von Tools speziell zur Diagnose und Analyse von Netzwerken, in denen Signalisierung nach dem Standard Signalling System 7 (SS7) erfolgt. Betreiber sollen Daten auf allen Links solcher Netze untersuchen und konvertieren können, so daß sie für andere Anwendungen zur Verfügung stehen. Laut Inrange können erfolgte Transaktionen für jeden Anruf in Echtzeit angezeigt werden.

Am Stand der SKM Spezialkabel München GmbH in Halle B5, Stand 246, ist die Abteilung Netzwerktechnik der Richard Hirschmann GmbH & Co. zu finden. Die Schwaben stellen dort ihre Netzanalyse-Lösung "Hivision 4.0" aus, die als PC-Stand-alone-Version für Windows NT oder als Plug-in für PC- oder Unix-basierte Management-Plattformen erhältlich ist. Laut Hersteller läßt sich das Tool in Hewlett-Packards "HP Openview", Tivolis "TME 10" sowie den "Sun Solstice Domain Manager" einbinden. Zudem soll auch ein späterer Umstieg von der Stand-alone-Variante auf die Version zum Einbinden in die "großen" Management-Plattformen möglich sein. Hivision 4.0 stellt alle Vorgänge im Netz wahlweise grafisch oder tabellarisch dar. Auch bei komplexen Netzen sollen Anwender über die Möglichkeit, Warnschwellen zu setzen und bestimmte Kontrollfunktionen zu definieren, zudem ihre Infrastruktur proaktiv überwachen können.

Mit Wandel & Goltermann ist ein weiterer Hersteller auf der Systems vertreten, der zu den klassischen Anbietern von Lösungen im Bereich Netzanalyse und -Monitoring zählt. In Halle B5, Stand 260, zeigt die Company ihr Produktportfolio. Neu im Angebot ist das "WG SLK", mit dem sich vorhandene Leitungen messen und auf ihre Tauglichkeit im Hinblick auf Verfahren wie Digital Subscriber Line (xDSL) oder ISDN überprüfen lassen.

Außerdem bietet Wandel & Goltermann Lösungen für Hochgeschwindigkeits-Netze und Switching. So ist der Protokollanalysator "Domino Gigabit" (siehe Foto) speziell für die Installation und Wartung von Gigabit-Backbones gedacht: Die Komponente kann über 300 Protokolle decodieren, unterstützt das Monitoring im Vollduplex-Modus und erlaubt die Emulation von Gigabit-Ethernet-LANs. Parameter wie Netzauslastung oder Protokollverteilung lassen sich grafisch darstellen.

Ein Tool zur Netzanalyse, das sich zudem auch für Accounting-Zwecke eignet, stellt der Münchner Hersteller Cybersolutions in Halle A4, Stand 234, aus. "Big Brother" ist eine Software, die sich in den IP-Stack des Betriebssystems einbindet und den gesamten Datenverkehr auf einer oder mehreren Netzwerk-Schnittstellen mitliest. Über ein SQL-basiertes Interface können die so gewonnenen Daten in entsprechende Standarddatenbanken überführt und ausgewertet werden. Somit können Administratoren den Datenverkehr im Netz beispielsweise aufgesplittet nach Diensten wie Web-Zugriffe, Internet-Mail oder Übertragungen via File Transfer Protocol (FTP) auf Auffälligkeiten untersuchen und eventuell vorliegende Probleme isolieren. Da sich mit Big Brother auch Telnet-Zugriffe anzeigen und überwachen lassen, können auch Manipulationsversuche von außer- oder innerhalb eines Unternehmens erkannt werden.

Nicht auf der Messe zu sehen sein wird der "Internet Advisor" von Hewlett-Packard (HP). Obwohl der Hersteller, der der Systems zweimal in Folge die kalte Schulter gezeigt hat, diesmal wieder mit von der Partie ist - die Produkte seiner Test and Measurement Organization (TMO) sucht man in München vergebens.