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09.04.2004 - 

Dank herstellerübergreifender Standards wie iCalendar und CAP

Elektronische Kalender kommunizieren

Die Terminplanung mit elektronischen Kalendern klappt häufig nur innerhalb eines Unternehmens. Die firmenübergreifende Vereinbarung von Besprechungen oder Treffen scheitert nicht selten an mangelnder Offenheit der Software. Mehrere Standards sollen diesem Manko abhelfen.Von Ingo Laue*

Immer mehr Geschäftsleute und Manager geben alle ihre beruflichen Termine in einen digitalen Kalender ein. Und mehr als je zuvor verlassen sie sich bei ihrer Zeitplanung auf Kalenderanwendungen innerhalb ihres Unternehmens. Diese stammen zumeist von Groupware-Anbietern wie IBM, Microsoft, Novell oder Oracle.

Aber das Organisieren von Besprechungen mit Mitarbeitern anderer Firmen stellt oft eine Herausforderung dar: Im Gegensatz zu E-Mail, wo ein Versenden von Nachrichten an alle Nutzer beliebiger Systeme meist reibungslos funktioniert, sind viele Kalenderanwendungen proprietär. Das erschwert den Informationsaustausch zwischen den Systemen und macht ihn manchmal sogar unmöglich. Die Vielzahl der benutzten mobilen Geräte verkompliziert die Sache noch mehr.

Ziel Interoperabilität

Wie in anderen Bereichen der IT ruhen auch hier die Hoffnungen auf herstellerübergreifenden Standards. Sie sollen die Interoperabilität zwischen verschiedenen elektronischen Kalendern ermöglichen. Einige davon befinden sich noch in Entwicklung, andere sind schon in Gebrauch. Die wichtigsten sind iCalendar, SyncML und das Calender Access Protocol (CAP).

Die Internet Engineering Task Force (IETF) verabschiedete iCalendar bereits 1998. Es handelt sich dabei um einen Standard, mit dem sich Kalenderdaten zwischen Anwendungen verschiedener Anbieter austauschen lassen.

Gegenwärtig werden iCalendar-Objekte applikationsübergreifend per E-Mail verteilt. Das bringt keine echte Zusammenarbeit, weil Mail-Clients es in der Regel nicht zulassen, dass Anwender Einladungen zu Terminen akzeptieren, ablehnen oder beantworten können. Mit iCalendar können aber die Softwarehersteller komplexe Kalenderdaten in einem Standardformat darstellen. Das ist allerdings nur der erste Schritt. In einem zweiten werden die Technologien zum Austausch und zur Interaktion der Daten benötigt. Die IETF sieht für diesen Zweck zwei separate Standards vor. Mit dem iCalendar Message-based Interoperability Protocol (iMIP) und iCalendar Transport-independent Interoperability Protocol (iTIP) können Nutzer iCalendar-Objekte systemübergreifend zustellen und über sie kommunizieren.

iMIP dient als Transportmechanismus für iCalendar und übernimmt die Aufgabe eines Kuverts, das den Austausch von iCalendar-Daten und iTIP-Methoden innerhalb von E-Mails ermöglicht. ITIP erweitert iCalendar um Funktionen für Collaboration, wie etwa Meeting-Anfragen oder nach verfügbaren Terminen eines Mitarbeiters zu suchen. Der iTIP-Standard gewährleistet über diese Publish/Request/Respond-Methoden, dass dieselbe Aktion sowohl auf der Absender- als auch der Empfängerseite erfolgt.

Die Zukunft gehört CAP

Das lange Zeit umstrittene CAP - derzeit ein IETF-Internet-Draft - wird möglicherweise bereits in wenigen Monaten als Standard vorgeschlagen. CAP verändert die Art der Kalenderplanung, indem es einen aktiven Datenaustausch zwischen Applikationen verschiedener Anbieter in einem Client-Server-Szenario ermöglicht. CAP umgeht das Problem des E-Mail-Transports innerhalb eines Unternehmens und ermöglicht eine direkte Zusammenarbeit der Kalenderanwendungen in Echtzeit. Das Protokoll transportiert Daten im Format von iCalendar und dient als Äquivalent zu Imap 4, dem E-Mail-Standard innerhalb der Kalenderverwaltung. Das Hauptaugenmerk des vorgeschlagenen Standards liegt auf der Art, wie Client-Applikationen mit dem Datenspeicher des Kalenders kommunizieren, so dass die Endbenutzer einen direkten Zugang zu den Kalenderdaten erhalten.

Transferprotokolle und -methoden ermöglichen das Erstellen und Reagieren auf Kalenderdaten. Aber wie wird der Terminplan auf dem PC, PDA oder Mobiltelefon aktualisiert und bleibt überall aktuell? Zu diesem Zweck wurde SyncML von dem Herstellerkonsortium Open Mobile Alliance (http://www.openmobilealliance.org/) als Standardprotokoll verabschiedet. Es basiert im Gegensatz zu iCalendar auf XML. SyncML kann Daten zwischen verschiedenen Anwendungen und Geräten abgleichen und dabei Informationen über das Internet oder drahtlose Netze übertragen.

Die ersten von SyncML unterstützten Datentypen waren Kalendereinträge und Kontakte, weil deren Darstellungsformate bereits standardisiert waren. SyncML fungiert als Mediator zwischen den Datenspeichern und gleicht deren Unterschiede aus. Die Informationen werden in Standardformaten des jeweiligen Typs wie iCalendar, vCalendar (Vorgänger von iCalendar) und vCard dargestellt und in ein SyncML-Markup eingebunden. Sobald ein Nutzer mit einem SyncML-Client einen Synchronisierungsvorgang startet und für die Verbindung zu einem anderen Datenspeicher - etwa zu einem Kalender-Server - aufnimmt, erfolgt die Übertragung über HTTP. Der Synchronisations-Server ermittelt die Differenz zwischen Kalender-Server und dem SyncML-Client, gleicht die Daten ab und schickt sie an beide Datenspeicher.

Weil SyncML für alle Datenspeicher, Geräte oder Applikationen angewendet werden kann, funktionieren Synchronisationen auch zwischen den Datenspeichern mehrerer Unternehmen. Das Protokoll verfügt derzeit jedoch über keinen Echtzeitmechanismus für den Abgleich verschiedener Systeme. (ws)

*Ingo Laue ist Produkt Marketing Manager bei der Oracle Deutschland GmbH.

Fazit: Hürden fallen

Kalendersoftware durchläuft die gleiche Evolution wie andere Systeme : Am Anfang entwickelt jeder Hersteller seine eigene Technik. Mit wachsender Verbreitung stellt sich dann die Frage der Interoperabilität, so dass aus dem Markt ein Druck auf Hersteller und Standardgremien aufgebaut wird. Mit iCalendar, CAP und SyncML werden diese Standards für Datenformate, Übertragung von Kalenderinformationen sowie Synchronisationsverfahren zwischen verschiedenen Geräten definiert.