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28.03.1986 - 

Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung:

Elektronische Unterschrift

HANNOVER (rs) - Den Unterschriftsautomaten Leisler-Kiepscher Prägung will die GMD (Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung) ersetzen: Im Rahmen ihres Projektes "Open Shops for Information Services" (Osis) demonstrieren die Wissenschaftler dieser staatlichen Forschungseinrichtung die "elektronische Unterschrift".

Am Osis-Projekt geht es Angaben der GMD zufolge um die Schaffung öffentlicher Informationssysteme, in denen man als anonymer Kunde Informationen einkaufen und bezahlen kann. Voraussetzung dafür sei ein System, das dem Verkäufer der Ware garantiere, sein Geld zu erhalten, ohne den Käufer zu zwingen, seine Anonymität zu lüften; das System soll sich auch für elektronische Schecks sowie den weltweiten Austausch von Computer-Informationen und -Dokumenten, bei denen es auf Rechtsverbindlichkeit ankommt, eignen.

Basis des elektronischen Unterschriftsverfahrens ist laut GMD das nach den Mathematikern Rivest, Shamir und Adleman benannte RSA-Verschlüsselungsverfahren. Es funktioniert nach dem Private-Public-Key-System: Jeder Person werden zwei zueinander gehörende Zahlenschlüssel zugeordnet, von denen einer geheim bleibt und der andere veröffentlicht wird. Wer ein Dokument elektronisch unterschreiben will, verschlüsselt es mit seinem Geheimschlüssel Jede andere Person ist mit dem öffentlichen Schlüssel in der Lage, das Dokument wieder in Klartext zurückzuverwandeln.

Wegen der mathematischen Besonderheit des Systems kann nach Angaben der GMD jedoch nur die Person, die im Besitz des geheimen Schlüssels ist, die zum Klartext gehörende verschlüsselte Nachricht geschrieben haben. Dieses Verfahren sei von den Wissenschaftlern der GMD so weit entwickelt worden, daß man einen Geschäftspartner mit einem elektronischen Scheck bezahlen und dieser sicher sein könne daß der Scheck von der Bank gedeckt sei.