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11.03.1983 - 

Dialogzugang von Siemens-Terminals zu Anwendungen im Datex-P-Verbund:

Elektronischen Brief in Ruhe vorbereiten

Datex-P, das Paketvermittlungsnetz der Deutschen Bundespost, ist mittlerweile mit einer Vielzahl von X.25-Netzen gekoppelt. Bruno Struif von der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung, St. Augustin. beschreibt eine Programmentwicklung, mit der der zeilenorientierte Dialogzugang zu Fremdsystemen über X.25/X.29 möglich ist.

Die Anzahl der weltweit an X.25-Netze angeschlossenen Endsysteme (Hosts) wächst ständig. Die meisten von ihnen unterstützen das standardisierte Terminalsteuerungsprotokoll X.29, das den zeilenorientierten Dialogzugang zu diesen Systemen eröffnet.

Datenbanken, Auskunftsysteme, Mail- und Conferencing-Systeme sowie spezielle Anwendungssoftware werden dadurch weltweit zugänglich, soweit sie eine zeilenorientierte Nutzungsart unterstützen. Das auf den beiden X.25-fähigen BS2000-Systemen der GMD eingesetzte Programm DLGX29 ermöglicht von jedem angeschlossenen Sichtgerät (8160 oder 9750) aus den zeilen-orientierten Dialog-Zugang zu Fremdsystemen, die über X.25/X.29 erreichbar und direkt an Datex-P oder an einem mit Datex-P gekoppelten Netz angeschlossen sind.

Das Programm DLGX29 (geschrieben in Fortran 77 und Assembler) verhält sich aus der Sicht des angewählten Zielsystems wie ein direkt angeschlossenes Terminal (Display oder TTY), dessen Kommunikationsverhalten der CCITT-Empfehlung X.29 entspricht. Im BS2000 setzt das Programm auf der DCAM-Schnittstelle auf, über die der Zugang zu X.25 möglich ist. Die Hauptaufgabe von DLGX29 besteht darin,

- X.29-Kommandos zu interpretieren und zu bearbeiten,

- Benutzereingaben von dem Siemens-Sichtgerät, von dem es gestartet wurde, entgegenzunehmen und die Daten entsprechend den X.29-Konventionen an das Zielsystem zu senden sowie in umgekehrter Richtung,

- Terminalausgaben des Zielsystems entsprechend den Siemens-Konventionen umzusetzen und sie am Siemens-Sichtgerät auszugeben.

Die Auswahl des Zielsystems erfolgt nach dem Start von DLGX29 über ein Menue. Die Menue-Nummer ist über eine Hilfsdatei mit Siemens-spezifischen Prozessor- und Applikationsnamen korreliert, die über eine Systemtabelle in die X.25-DTE-Adresse des Zielsystems umgesetzt werden.

Zur lokalen Steuerung von DLGX29 stehen dem Benutzer einige ausgewählte Steuerzeichen zur Verfügung, mit denen er spezielle Dienste von DLGX29 abrufen kann. Hierzu gehört unter anderem die dynamische An- und Abschaltbarkeit des Druckerprotokolls (Aufzeichnung des Dialogs mit dem Zielsystem).

Um die Benutzung von DLGX29 noch etwas attraktiver zu gestalten, wird auch die sogenannte Playback File-Funktion unterstützt. Terminaleingaben für das Zielsystem können vor dem Dialog in einer Datei abgelegt werden und dann aus dieser Datei während des Dialogs mit Hilfe eines Steuerzeichens herausgelesen werden.

Die Dialogabwicklung kann dadurch erheblich vereinfacht und beschleunigt werden. Außerdem hat der Benutzer hierduch die Möglichkeit, bestimmte Eingaben, wie zum Beispiel einen elektronischen Brief in Ruhe "offline" vorzubereiten.

Eine Reihe von Mitarbeitern der GMD ist in das Projekt GILT (=Get Interconnection between Local Textsystems) der Europäischen Gemeinschaft involviert, an dem Projektgruppen aus der Bundesrepublik Deutschland, Großbritannien, Norwegen, Schweden, Finnland, Italien und seit kurzem auch Spanien mitarbeiten.

Um Reise- und Telefonkosten zu sparen, wird als Kommunikationsmedium das Mail- und Conferencing-System COM von QZ Stockholm benutzt. Von jedem 9750-Sichtgerät das an dem BS2000-System 7.541 in Darmstadt angeschlossen ist, kann COM mit Hilfe von DLGX29 erreicht werden.

Bevor man, also mit DLGX29 ein Zielsystem erreichen kann, muß dieses per Generierung in die betreffende Systemtabelle eingetragen werden (das Zielsystem erscheint aus der BS2000-Sicht -wie ein Vorrechner angeschlossenes Endsystem im Transdata-Netz). Der international genormte Protokoll-Identifier für X.29, der beim Verbindungsaufbau im sogenannten Call User Data-Field angegeben werden muß, sowie eventuell weitere vom Zielsystem erwartete Zusatzangaben (wie zum Beispiel Angabe der Terminalklasse des rufenden Teilnehmers) werden an der DCAM-Schnittstelle mit Hilfe der DCAM-spezifischen Verbindungsnachricht übergeben.

Der Beitrag erschien ungekürzt im GND-Spiegel 4/82.