Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

20.02.1976 - 

GINFIS - Nach 6 Jahren Kooperation immer noch einig:

Elf Partner produzieren ein Programm-Paket

NÜRNBERG - "Unsere Arbeitsgemeinschaft von neun Stadt- und zwei Kreisverwaltungen besteht seit sechs Jahren und ist sich immer noch einig", konnte die Stadt Nürnberg feststellen, nachdem das Projekt Ginfis (Gemeindliches integriertes Finanzinformationssystem) abgeschlossen war. Das Ergebnis: Ein modular aufgebautes Verfahren zur Automatisierung des kommunalen Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesens.

Der Gesamtaufwand für die kommunale Gemeinschafts-Software betrug rund 3,8 Millionen Mark - von der "Anlauf- und Lernphase, in der nicht nur das Projekt, sondern auch die gemeinsame Arbeit geplant werden mußte" bis zur Dokumentation und dem "Gütesiegel der Rechnungsprüfung". Die Kosten pro Statement (Programmbefehl) lagen zwischen 26 und 28 Mark - dabei ist zu berücksichtigen, daß ein Teil der Programme umgeschrieben werden mußte, weil während der Projektlaufzeit das neue Haushaltsrecht in Kraft trat.

Auf Cobol und SPL geeinigt

Die beteiligten Städte Bonn, Düren, Köln, Mannheim, Mülheim, Münster, München, Nürnberg, Wuppertal sowie die Kreisverwaltungen Siegburg und (...)ettmann sind alle Siemens - 4004 - Anwender, die BS 1000 fahren. Sie fanden sich 1969 zusammen und einigten sich zunächst auf die Verwendung von Cobol als Programmiersprache sowie des Systems "Standard-Programmierlogik" (SPL) für normierte Programmierung von ADV/Orga, Wilhelmshaven.

Als Entscheidungsgremium hatte die Arbeitsgemeinschaft eine "Hauptversammlung", in der jedes Mitglied durch zwei Mitarbeiter vertreten war. Ein "Kleiner Arbeitskreis", in dem ständig drei Verwaltungen vertreten waren, diente der Koordination und der Vorbereitung von Hauptversammlungsentscheidungen. Die Ausführung der Entscheidungen oblag der federführenden Stadt Nürnberg, die auch die ganze Verwaltungsarbeit übernahm.

Die organisatorische und technische Lösung wurde in einem "Arbeitskreis Pflichtenheft" entwickelt und dann von Arbeitskreisen "Ein-/Ausgabe" und "Technik" überprüft. Zwei Arbeitskreise "Programmlogik" machten die Programmiervorgaben für die beiden Integrations-Kreise "Personenkontenführung" und "Haushaltsplan/Sachbuch" von Ginfis. Die eigentliche Programmierung wurde zu 98 Prozent von Mitarbeitern der beteiligten Verwaltungen durchgeführt.

Zum Abschluß wurde der "Redaktionsausschuß" aktiv, der die Dokumentation koordinierte und sieh um das Anwendungshandbuch zu kümmern hatte, sowie der Rechnungsprüfungsausschuß, der die fertigen Programme "absegnen" mußte. Insgesamt waren 79 Sitzungen mit zusammen 300 Sitzungtstagen nötig - und sechs Prozent des Gesamtetats für Reisekosten, um die Aufgabe in dieser Organisationsform zu lösen. Der Aufwand lohnte sich: Die Programme laufen seit über einem Jahr zufriedenstellend. -py