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24.08.2001 - 

Führungskräfteauswahl im Assessment-Center

Ellbogen nicht permanent einsetzen

MÜNCHEN (CW) - Wer sich für eine Führungsposition bewirbt, muss mehrere Hürden bis zum Chefsessel überwinden. Eine davon ist das Assessment-Center, das in Deutschland seit fast 20 Jahren zum Standardverfahren bei der Bewerberauswahl gehört. Zwar sind die Gruppentests in der Regel auf die Anforderungen des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten, doch die Kandidaten können sich trotzdem vorbereiten.

Mit Hilfe eines Assessment-Centers (AC) will das Unternehmen unter den gleichen Ausgangsbedingungen mehrere geeignete Kandidaten für die neu zu besetzende Stelle kennen lernen. Neben den fachlichen Qualifikationen, die bereits anhand der schriftlichen Bewerbung festgestellt wurden, nehmen Personalentscheider und Psychologen die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten der Bewerber unter die Lupe. Dazu müssen die Teilnehmer in verschiedenen Übungen, die sich auf die vakante Position beziehen, ihr Können unter Beweis stellen.

Die meisten Assessment-Center setzen sich aus Einzel- und Gruppentests zusammen. Zu den Einzelaufgaben gehören beispielsweise die Selbstpräsentation, eine Stegreif-Rede und das Einzelinterview. Das Kurzreferat lässt sich schlecht einüben, weil man das Thema noch nicht kennt, aber es ist möglich, sich rhetorische Grundlagen anzueignen. So kann sich der Bewerber von Freunden ein Stichwort nennen lassen, zu dem er ohne Vorbereitungszeit eine kurze Rede hält. Dabei sollte der Helfer auf Ausdrucksweise, Sprechtempo, Mimik und Gestik des Redners achten und anschließend konstruktive Kritik üben.

Soziale Fähigkeiten werden im AC anhand von Postkorb- oder Fallstudien, Gruppendiskussionen oder Rollenspielen überprüft. "Bei der Bewältigung der einzelnen Aufgaben geht es nicht primär um das erzielte Ergebnis, sondern vielmehr um den Weg der Entscheidungsfindung und den Gesamteindruck, den man bei den Beobachtern hinterlässt", sagt Heinz-Dieter Hestermann, Personalexperte bei der MR Management Research Personalberatung GmbH, Bremen. "Durchsetzungs- und Teamfähigkeit müssen sich die Balance halten", so Hestermann. Das heißt, dass auch in der wettbewerbsähnlichen Situation - immerhin bewerben sich alle um die gleiche Position - ein permanenter Ellbogeneinsatz negativ gewertet wird.

Typische Aufgaben wie Mitarbeitergespräche lassen sich im Rollenspiel gut üben. Dabei ist es besonders wichtig, überzeugend zu argumentieren und selbstsicher aufzutreten. Bei Gruppendiskussionen kommt es auf die Sachorientierung und Kompromissbereitschaft an, während Postkorbstudien die analytischen Fähigkeiten testen. Dabei achten die Personaler besonders darauf, inwiefern der Kandidat Prioritäten setzen und delegieren kann. Hestermann gibt weiter den Tipp, Ruhe zu bewahren, auch an anfangs unlösbar erscheinende Aufgaben strukturiert heranzugehen und nicht einfach darauf loszuarbeiten. Denn die Beobachter gehen davon aus, dass der Kandidat im Arbeitsalltag ähnlich vorgeht wie in der Testsituation.