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03.04.1998 - 

Ellison macht seine Hausaufgaben

Ellison macht seine Hausaufgaben Oracle will angeschlagenes Applikationsgeschäft sanieren

Im vorletzten Quartal hatte Oracle einen schweren Einbruch erlebt; im vergangenen Vierteljahr konnte der Schaden dank eines kurzfristig wiedererstarkten Datenbankgeschäfts vorläufig behoben werden.Eines zeigte sich jedoch deutlich: Im Markt für betriebswirtschaftliche Standardsoftware drohen SAP, Peoplesoft und andere die weltweit zweitgrößte Softwareschmiede abzuhängen.

Oracle hatte erwartet, in diesem Markt um 50 Prozent jährlich zu wachsen. Dieses Ziel wird jedoch voraussichtlich klar verfehlt.SAP berichtete derweil von einem mehr als 60prozentigen Wachstum im Geschäftsjahr 1997, Peoplesoft und Baan legten - auf weit geringerem Umsatzniveau - noch kräftiger zu.Nachdem Analysten den Datenbankmarkt ungeachtet der jüngsten Belebung für weitgehend gesättigt halten, ist Oracle auf ein funktionierendes Applikations-Business angewiesen.

Die Softwareschmiede will nun handeln.Die Applikationsabteilung soll in die beiden Einheiten Front Office und Back Office aufgeteilt werden.Der bisherige Chef der Division, Senior Vice-President Ron Wohl, soll künftig den Geschäftsbereich Back Office leiten.Dort sind klassische Anwendungen für das operative Geschäft angesiedelt, darunter Personalverwaltung und Finanzsoftware.

Reorganisation des Front-Office-Business

Nimish Mehta, bisher Senior Vice-President des Geschäftsbereichs Industrieanwendungen und Programme für vertikale Märkte, wird das Management des neuen Front-Office-Geschäfts übernehmen.Oracle macht kein Geheimnis daraus, daß Mehta der kommende Mann ist, dem auch einige Aufgaben aus dem Verantwortungsgebiet Wohls zugeteilt wurden.Die Reorganisation wird unternehmensnahen Quellen zufolge von Larry Ellison persönlich geleitet. Angeblich will er künftig 60 Prozent seiner Zeit mit der Neuordnung der Anwendungssoftware-Division verbringen.

Einen Schwerpunkt der Aktivitäten im Anwendungsgeschäft wird fortan das Thema Lieferketten-Management (Supply Chain Management) einnehmen.Es ist anzunehmen, daß Oracle versuchen wird, mehr Vorteile aus der engen Zusammenarbeit mit dem Spezialisten i2 Technologies zu ziehen.

Investitionen und Manpower sollen ferner in die Entwicklung sogenannter Front-Office-Applikationen fließen - also in Software für das Kunden-, Marketing- und Vertriebs-Management.Ellison plant zudem, das Thema Data-Warehousing stärker zu gewichten.Auch hier folgt Oracle dem Trend: Andere Anbieter haben ebenfalls längst beschlossen, sich dem Kundenwunsch nach Management-Informationssystemen nicht länger zu verschließen.Einzigartig an der überarbeiteten Strategie Oracles ist dagegen die deutliche Betonung des Thin-Client-Ansatzes, der bei anderen Anbietern lediglich als Alternative zum nach wie vor höher gewichteten PC-Client gilt.

In Insiderkreisen werden die Aktivitäten Oracles als überfällig bezeichnet.Das nächste Release des Anwendungspaketes "Oracle 11" werde zeigen, daß die Datenbankspezialisten in diesem Markt den Anschluß verloren haben.