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16.01.2004 - 

Oracle baut Führung um: Jeffrey Henley und Chuck Phillips rücken auf

Ellison verzichtet auf Chairman-Posten

MÜNCHEN (CW) - Oracle-Chef Lawrence Ellison gibt überraschend die Position des Chairman an den bisherigen Chief Financial Officer (CFO) Jeffrey Henley ab. Seine Aufgabe als Chief Executive Officer (CEO) von Oracle behält Ellison dagegen. Damit setzt der Datenbankspezialist die von Analysten seit langem geforderte Reorganisation der Firmenspitze um.

Henley wird mit sofortiger Wirkung das Amt des Chairman von Oracle übernehmen. Das gab der Datenbankspezialist überraschend am 12. Januar in einer offiziellen Mitteilung bekannt. Seine Aufgaben als CFO wird der Manager, der seit 13 Jahren bei Oracle arbeitet, so lange weiter wahrnehmen, bis ein Nachfolger gefunden ist. Agenturen würden derzeit Gespräche mit verschiedenen Kandidaten führen, verlautete aus der Firmenzentrale in Redwood Shores. Über Namen liegen bislang keine Informationen vor.

Ellison, der Oracle seit 1995 in seiner Doppelrolle an der Firmenspitze kontrollierte und mehr oder weniger allein lenkte, bleibt das Amt des CEO. Die Verantwortlichen begründen diesen Schritt damit, die Handlungsfähigkeit des Unternehmens verbessern zu wollen. Der Wechsel diene dazu, die Management-Fähigkeiten der einzelnen Personen effizienter in den Dienst der Kunden zu stellen, erläuterte Oracle-Director Michael Boskin.

Zeitgleich mit der Ernennung Henleys zum Chairman beförderte das Firmen-Board die bisherigen Executive Vice Presidents Safra Catz und Chuck Phillips in den Rang eines President. Beide sollen gleichberechtigt nebeneinander stehen und direkt an Ellison berichten. Catz wird das weltweite operative Geschäft verantworten, während sich Phillips um den Verkauf, das Marketing und das Servicegeschäft kümmern soll. Phillips erhielt zusätzlich einen Sitz im Board of Directors des Unternehmens. Hier sind Henley und Catz bereits vertreten.

Branchenkenner hoffen auf frischen Wind

Analysten gehen davon aus, dass mit den neuen Köpfen in der Führungsriege auch neue Ideen die Firmenstrategie beeinflussen werden. Seit dem Abgang der Topmanager Ray Lane und Gary Bloom im Jahr 2000 hatten sie immer wieder die zu große Machtfülle Ellisons kritisiert. "Es gab keine Tiefe im Oracle-Management", erläuterte Colin White, Analyst von BI Research Inc. in Ashland, Oregon. Jetzt bleibe abzuwarten, welchen Freiraum Ellison seinen Managern lasse, ihre Ideen umzusetzen. In der Vergangenheit waren immer wieder Querelen um die Machtansprüche Ellisons aufgekommen. So soll der CEO seinen damaligen designierten Nachfolger Lane mit Eingriffen in dessen Geschäftsbereiche aus dem Unternehmen getrieben haben.

Spekulationen, dass mit den Beförderungen auch eine erste Vorentscheidung für die Nachfolge Ellisons gefallen sei, wies Firmensprecherin Jennifer Glass zurück. Damit seien die Verdienste der einzelnen Manager gewürdigt worden. Insider gehen jedoch von einem Signal für die Thronfolge beim Datenbankspezialisten aus. Vor allem Phillips werden gute Chancen eingeräumt. Der ehemalige Investment-Banker ist die treibende Kraft hinter dem Versuch, den Konkurrenten Peoplesoft zu übernehmen. Ellison lobte ihn im Zusammenhang mit seiner Beförderung als einen der wenigen Manager, der sowohl Kunden wie auch die Technik verstehe. (ba)