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29.08.2005

Eloquent, aber nicht arrogant

Ina Hönicke ist freie Journalistin in München.
SAP-Berater müssen nicht nur technisch fit sein, sondern auch mit sozialen Kompetenzen glänzen.

Der IT-Arbeitsmarkt erholt sich, und die SAP-Fachleute gehören zu den Gewinnern. Besonders in der Fertigungsindustrie, der Softwarebranche und in Beratungshäusern stehen IT-Profis mit SAP-Wissen auf der Wunschliste weit oben. Melanie Hehr, Personalreferentin beim französischen Beratungsunternehmen Capgemini, ergänzt: "Die Anforderungen an Mitarbeiter sind allerdings hoch."

Hier lesen Sie …

• was Unternehmensberatungen von SAP-Consultants erwarten;

• wie sich die Anforderungen gewandelt haben;

• wie der Berateralltag aussieht.

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www.computerwoche.de/go/

*78142: Arbeitsmarkt SAP-Berater;

*75253: Arbeitsmarkt SAP-Freiberufler;

*59890: Das Plus der SAP-Profis.

Zunächst einmal prüfen die Personaler den formalen Werdegang der Kandidaten. Voraussetzung seien ein Hochschulstudium inklusive gutem Abschluss und ein lückenloser Lebenslauf. Hehr: "Wenn dann noch Auslandserfahrung und Sprachkenntnisse hinzukommen, stehen die Chancen für den Bewerber günstig." Das entscheidende Kriterium für SAP-Berater seien neben den technischen vor allem die sozialen Kompetenzen. Hehr: "Da unsere Leute beim Kunden vor Ort tätig sind, müssen sie eloquent reden und überzeugen können - ohne arrogant zu wirken." Darüber hinaus erwarte Capgemini von seinen Beratern Teamfähigkeit und Moderations-Know-how. Sie müssen Besprechungen leiten und Ergebnisse präsentieren können.

Jens Kruse, der seit vier Jahren als SAP-Berater tätig ist, beschreibt die Praxis: "Ein guter Consultant hört zu, verfügt über ausgezeichnete Menschenkenntnis und kann sich in den Kunden hineindenken. Nur so ist er in der Lage, zu ihm eine gute Beziehung aufzubauen." Der SAP-Experte arbeitet als Projektleiter in einem Team aus drei Kundenmitarbeitern und fünf Beraterkollegen. Zu seinen Aufgaben zählen Planung, Aufgabenverteilung, die Vorgabe von Vorgehensweisen und die Präsentation von Ergebnissen.

Die fachlichen Probleme müssen nach Kruses Ansicht vom Berater erkannt und dann im Customizing oder in einer Programmanforderung gelöst werden. Der Consultant: " Programmierung gehört nicht zu meinem Berufsalltag. Das ist nicht mein Ding." Er weist zwar darauf hin, dass er durchaus in der Lage ist, Programmieranweisungen zu schreiben - doch SAP-Projekte bedeuten für ihn vor allem Organisation.

Ziel sei, stärker als früher die Aufgaben gemeinsam mit dem Kunden zu lösen statt bei Projektende eine fertige Anwendung zu übergeben. Auf keinen Fall sollen die Berater nur im stillen Kämmerlein vor sich hinwerkeln. Deshalb geht Kruse auch mal mit einem Flugblatt durch die Büroräume und klärt über die eigene und die Arbeit der Kollegen auf.

SAP-Beraterin Christine Glodny arbeitet seit November 1998 bei Capgemini. Sie war zunächst in Einführungsprojekten aktiv, um heute als Projektleiterin und Rollout-Managerin im Einsatz zu sein: "Bei Capgemini gibt es mehrere Möglichkeiten, sich einzubringen. Einige Kollegen wollen gerne programmieren, andere bevorzugen mehr die organisatorische Richtung." Für Glodny bedeutet der Berufsalltag vor allem organisatorische Arbeit, Projekt-Management, Besprechungen sowie Workshops. All diese Tätigkeiten finden vor Ort beim Kunden statt. Glodny: "Für mich liegt der Reiz des Beraterjobs darin, gemeinsam mit dem Kunden Lösungen zu finden und auch umzusetzen. Gemischte Teams befinden sich dabei momentan auf dem Vormarsch."

SAP-Consultants leben aus dem Koffer. Zwar hat bei Capgemini jeder Berater einen Heimatstandort, dort anzutreffen ist er jedoch nur selten. Laut Glodny sind sie und viele andere SAP-Spezialisten von Montag bis Donnerstag oder Freitag nicht zu Hause: "Das hat natürlich Auswirkungen auf das soziale Umfeld und stellt auch gesteigerte Anforderungen an die zeitliche Organisation. Schließlich trifft man am Wochenende nicht nur Freunde, sondern es stehen auch alltägliche Aufgaben wie Wäsche waschen und Post erledigen auf dem Programm." Doch das Wanderleben hat ihrer Meinung nach auch Vorteile: "Man kommt herum, lernt andere Kulturen und Sprachen kennen und wird weltoffen." Ihr jetziges Leben möchte Glodny auf keinen Fall tauschen. Kollege Kruse sieht das ebenso: "Ich arbeite seit sieben Jahren während der Woche beim Kunden und bin am Wochenende zu Hause. Bis jetzt fühle ich mich sehr wohl dabei." (hk)