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23.10.1998 - 

Gartner-Analyst relativiert düstere Prognosen

Embedded-Systeme schaffen den Sprung ins Jahr 2000

Entgegen der düsteren Prognosen, die die Medien verbreiten, würden Embedded-Systeme beim Übergang ins nächste Jahrhundert keineswegs katastrophenähnliche Zustände herbeiführen, erklärte der Analyst auf einer Veranstaltung der Gartner Group. Statt in hektischen Aktionismus zu verfallen, seien Unternehmen gut beraten, die Verantwortung für die Risikobewertung und Überprüfung elektronischer Systeme in die Hände von Ingenieuren zu legen. IT-Spezialisten seien dafür kaum geeignet, da Embedded-Systeme fast ausnahmslos in Geräten zu finden seien, die nichts mit einem PC zu tun hätten.

Echtzeituhr kann zu Fehlern führen

Kyte gliedert die betroffenen Systeme in drei Gruppen: Mikrocontroller, Prozessoren und große eingebettete Systeme. Mikrocontroller sind nicht programmierbar und seien nur selten in Kombination mit einer Echtzeituhr (Real Time Clock = RTC) anzutreffen, so der Analyst. Aus diesem Grund betrage die Wahrscheinlichkeit, daß Systeme mit solchen Controllern zum Jahrtausendwechsel ausfallen, lediglich 2000 zu eins.

Anders schätzt Kyte die Situation bei Mikroprozessoren ein. Zwar stellten die CPUs für sich genommen kein Risiko dar. Im Zusammenspiel mit Programmen, die direkten oder indirekten Zugriff auf eine RTC haben, könnten aber Probleme auftreten. Gleichwohl erwartet der Gartner-Mann lediglich bei sieben Prozent solcher Komponenten ein "anomales Verhalten" beim Übergang ins Jahr 2000. Anhaltende Probleme würden sich bei maximal zwei Prozent der CPUs ergeben.

Ernste Schwierigkeiten sieht der Analyst ausschließlich mit sehr großen Embedded-Systemen. Diese seien in Verbindung mit Mikrocontrollern und Prozessoren anzutreffen und bildeten häufig das Herzstück kritischer Sicherheits- und Überwachungssysteme. Dazu zählten etwa Einrichtungen zur Fertigungsüberwachung, Telefonsysteme, petrochemische Anlagen oder auch Kontrollsysteme für Verkehrsampeln. Auch Aufzugsanlagen seien dazu zu rechnen. Etwa 35 Prozent dieser Systeme könnten zum Jahrhundertwechsel und bis ins Jahr 2001 hinein nicht einwandfrei funktionieren, prognostiziert Kyte.

Für die Mehrheit dieser Embedded-Systeme (95 Prozent) hat Kyte jedoch ein einfaches Rezept parat: Verantwortliche sollten mögliche Fehlfunktionen umgehen, indem sie die Geräte oder auch ganze Maschinen vor dem Jahrtausendwechsel kurzerhand abschalteten. Wo dies nicht praktizierbar sei, müßten sich die Unternehmen entscheiden, ob die betroffenen Systeme sofort ausgetauscht werden sollen oder ob der zeitliche und finanzielle Aufwand eine Behebung der Fehlerursachen erlaube.

Unternehmen sollten frühzeitig einen Notfallplan erarbeiten, der beispielsweise Wochenendarbeit vorsehen könnte, um den Betrieb auch nach Eintritt von Störungen weiterführen zu können, rät Kyte. Von Bedeutung sei dabei auch die Tatsache, daß, anders als bei IT-Anlagen, Probleme im Zusammenhang mit Embedded-Systemen nur selten vor dem Jahr 2000 aufträten.