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02.05.2006

EMC definiert sich neu

Der Speicherriese baut sein Produktspektrum kontinuierlich aus, um den Wachstumskurs zu halten.

Mit rasantem Tempo treibt EMC die Weiterentwicklung und Expansion des Unternehmens voran. Allein in den letzten drei Jahren gab der Konzern über vier Milliarden Dollar für Übernahmen aus, um sich Know-how zu sichern und Lücken im Portfolio zu schließen. Prominente Firmen wie Legato, Documentum oder VMware, aber auch Spezialisten wie Captiva, Rainfinity oder Smarts finden sich nun als Marken unter dem EMC-Dach. Hinzu kommen Investitionen in die Produktentwicklung in Milliardenhöhe: In diesem Jahr will Chief Executive Officer (CEO) Joseph Tucci etwa 1,5 Milliarden Dollar dafür ausgeben, im Vorjahr waren es rund eine Milliarde.

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Fachkonferenz "Storage Solutions"

Immer mehr E-Mails, immer mächtigere Office-Dokumente und Data-Warehouse-Anwendungen: Die zunehmende Datenflut hat nach Schätzung von Experten einen jährlich rund 40 Prozent wachsenden Speicherbedarf zur Folge - ein Umstand, der viele Geschäftsprozesse lähmt und vor allem das IT-Budget belastet. Das Problem lässt sich allerdings nicht alleine mit mehr Speicherplatz lösen. Vielmehr sind gezielte Investitionen in intelligente Storage-Lösungen notwendig. Ziel muss ein an den Geschäftsprozessen orientiertes Information-Lifecycle-Management sein. Wie das funktioniert und welche Effizienzsteigerungen sich beim Einsatz solcher Lösungen auch unter Kostenaspekten erzielen lassen, steht im Mittelpunkt der COMPUTERWOCHE-Fachkonferenz "Storage Solutions" am 24. Mai 2006 in Frankfurt am Main. Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.idg-veranstaltungen.de/cwstorage.

Keine Hardware-Company mehr

"Vor vier Jahren waren wir noch eine Company für Speicherhardware, heute bieten wir Technik zum Aufbau einer Information Infrastructure", sagte der Manager auf der Kundenveranstaltung "EMC World" in Boston. Ziel sei es, ein umfassendes Portfolio an Infrastrukturkomponenten für die Verwaltung von Unternehmensinformationen zu schaffen. Tatsächlich erwirtschaftete das IT-Unternehmen bereits im letzten Geschäftsjahr rund 54 Prozent seiner Umsätze mit Software und Dienstleistungen. Nach verkauften Lizenzen bleibt indes das Geschäft mit Speicherhardware die wichtigste Einnahmequelle, auf das im kürzlich beendeten ersten Quartal 2006 rund 48 Prozent der Umsätze entfielen. Umsatzzuwächse von über 60 Prozent mit Software für Virtualisierung und Content-Management zeigen aber, dass der Hersteller sich mittlerweile zusätzliche Einnahmequellen erschließt.

Zukäufe sollen auch in den kommenden Monaten ein fester Bestandteil der Unternehmensstrategie bleiben. Chefentwickler Mark Lewis betonte, wie erfolgreich sein Unternehmen hier gewesen sei: "Alle zugekauften Produkte sind Best of Breed, wachsen am schnellsten in ihrem Marktsegment oder sind führend dort." Dave DeWalt, President EMC Software, hält es für realistisch, wie in den letz- ten Quartalen ein bis zwei Zukäufe pro Vierteljahr zu tätigen. Neben Technik gehe es dabei auch um den Aufbau von Service-Know-how, wie zuletzt durch die Übernahme des Microsoft-Spezialisten Internosis, der EMC beim Einstieg in den Markt für kleine und mittelständische Unternehmen mit bis zu 200 Mitarbeitern helfen soll. Man wolle allerdings nur kleine Firmen erwerben und nicht mit großen Systemintegratoren und Partnern konkurrieren, schränkte der Manager ein.

Auf EMC-Kunden kommt zugleich eine Flut an neuen oder überarbeiteten Angeboten zu. "Wir werden dieses Jahr mehr Produkte ankündigen als jemals zuvor in der Firmengeschichte", tönte EMC-Chef Tucci vor 4000 Zuhörern. Die neuen Funktionen und Werkzeuge sollen bei der Umsetzung eines Information-Lifecycle-Managements (ILM) im Unternehmen sowie zur Virtualisierung von Speicherressourcen dienen. Laut Manager Lewis versuchen die meisten Kunden derzeit, ILM für spezifische Anwendungen (SAP, Datenbanken, E-Mail, Bilder, Archive) umzusetzen.

Die Zukunft heiße aber Information Infrastructure, in der über konsistente Metadaten sämtliche Informationen unabhängig von ihren Anwendungen nutzbar werden. Ein wichtiger Baustein hierfür seien Sicherheitsvorkehrungen: "Was wir brauchen, sind Schutzmechanismen für die Speicherinfrastruktur und Daten", mahnte Lewis. Themen seien hier Verschlüsselung, Digital-Rights-Management, digitale Signaturen, Wasserzeichen, Tracking und Auditing, Authentifizierung sowie Vault/Recovery-Management.

EMC entwickelt Service-orientiert

Die künftige Systemarchitektur einer Information Infrastructure wird laut Lewis Service-orientiert (SOA = Service-orientierte Architektur) sein und sich einfach nutzen lassen. Vor allem bei den Documentum-Produkten habe EMC diesen Weg in Richtung SOA bereits eingeschlagen. Das bestätigt Softwarechef DeWalt: Das Softwareportfolio für Content- und Dokumenten-Management erhalte eine gemeinsame komponentenbasierende Architektur, die sich in Java- wie auch .NET-Umgebungen einsetzen lasse. Hierzu mussten diverse Softwareprodukte weiter und neu entwickelt werden: "Wir mussten viel Code der zugekauften Legato-Software neu schreiben."

Die Zukunft heißt Virtualisierung

Aktuell verfügen die Documentum-Produkte bereits über mindestens 60 Java-Objekte, die sich als Web-Service nutzen lassen. Die zugekaufte Software für Input-Management von Captiva soll bis zum Jahresende ebenfalls Web-Services-fähig sein. Sei der Umbau der Software geschafft, werde man sich als nächstes mit dem Thema "Multi-tenency" beschäftigen. Dahinter verbirgt sich der Ansatz, Software für viele Nutzer und Nutzergruppen parallel verfügbar zu machen. EMC orientiert sich hier am Vorbild Salesforce.com. Zudem wolle man alle Produkte in Zukunft auch für kleine und mittelständische Firmen nutzbar und erschwinglich machen.

Bezüglich der Virtualisierung von ILM-Ressourcen versprach Dave Donatelli, Executive Vice President Storage Platform Operations bei EMC, dass in den kommenden drei Jahren sämtliche Speicherhardware des Herstellers virtualisierbar sein wird. Dies sei ein zentrales Anliegen, ergänzte Entwicklungschef Lewis, weil der bisherige Framework-Ansatz im System-Management überholt sei. Das größte Problem bei der Verwaltung verteilter Umgebungen sei es bis heute, die Quality of Service einzuhalten, weil die technische Umsetzung zu komplex sei. Frameworks würden versuchen, über ein Micro-Management jede Ressource zu managen, und erzeugten so riesige Konsolidierungs-Datenbanken: "Technik wie die von IBM Tivoli überfordert uns einfach." Ein Ausweg sei die Virtualisierung und das Management von Ressourcen und Informationen: "Server, Storage und Netze müssen zu Ressourcen virtualisiert werden."

Mit der Problematik verbunden und laut Hersteller ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt ist Technik zur Verwaltung von Speicherinfrastrukturen. Da diese eine Brücke zwischen dem Hard- und Softwaregeschäft des Herstellers schlagen soll, kommt ihr künftig eine Schlüsselrolle in der Produktstrategie zu. Zwar kann EMC beispielsweise mit der Management-Software "Control Center" bereits Technik bieten, doch erst der Zukauf der Firma Smarts im Februar 2005 brachte den ersehnten Durchbruch. Auf der Veranstaltung wurden nun die umbenannten und für Speicherumgebungen weiterentwickelten Smart-Produkte "Storage Insight for Availability" und "EMC Smarts Application Discovery Manager" vorgestellt.

Speichernetze überwachen

EMC Smarts Storage Insight for Availability ermöglicht laut Anbieter, Ursachen und Auswirkungen von Störungen in Fibre- Channel-SANs (Storage Area Networks) zu analysieren. Das Produkt ergänzt Controlcenter und identifiziert automatisch die einzelnen SAN-Bausteine sowie deren Beziehungen untereinander. Die Ressourcen werden dabei in einem Verzeichnis als Objekte hinterlegt und lassen sich als Modell anzeigen. Integrierte Analysefunktionen ermitteln zudem mögliche Auswirkungen von Fehlfunktionen im SAN auf andere Infrastrukturelemente wie Symmetrix- und Clariion-Speichersysteme, SAN-Switches, Host-Geräte, Dateisysteme, logische Pfade von "EMC Powerpath" sowie "Celerra"-NAS-Systeme. Dabei lassen sich als weitere Besonderheit mit Hilfe eines Code- books Fehlerquellen gezielt korrelieren und dadurch Ausfallzeiten und die durchschnittliche Dauer der Wiederherstellung verringern. Zusammen mit dem im Februar vorgestellten "EMC Smarts IP Availability Manager" erhalten Anwender so Einblick in ihre SAN- und IP-Infrastrukturen und stellen die Verfügbarkeit ihrer Anwendungen und Services sicher. Der Application Discovery Manager soll zudem als Appliance zusammen mit Intel-Rechnern vermarktet werden. Auch dieses Produkt arbeitet modellbasierend und kommt anders als typische Netzanalyse-Tools ohne Agententechnik aus.