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27.01.2006

EMC nimmt IP-Speicherlösungen ins Visier

Softwareerweiterungen sollen vier Defizite bisheriger NAS- und iSCSI-Produkte beheben.
EMCs Softwareumsätze wachsen auf Kosten der Hardwareeinnahmen.
EMCs Softwareumsätze wachsen auf Kosten der Hardwareeinnahmen.

EMC zieht erste technische Erfolge aus den jüngsten Akquisitionen Rainfinity und Smarts und präsentierte nun eine Reihe von Neuerungen, die insbesondere der IP-basierenden Datenspeicherung zugute kommen. "Bei NAS- und iSCSI-Lösungen treten hauptsächlich vier Beschränkungen auf, mit denen die Anwender kämpfen", erklärte David Donatelli, EMCs Executive Vice President Storage Platform Operations. Da ist zum einen der schlecht skalierbare Durchsatz von NAS-Speichern, der durch den Overhead der Files-System-Protokolle gebremst wird. Um den Datentransfer zu beschleunigen hat EMC mit "Multi Path File System for iSCSI" (MPFSi) eine neue File-Sharing-Software entwickelt, die das iSCSI-Protokoll für den Transfer von großen Datenpaketen nutzt. Dabei wird die Datenanfrage wie bisher über NFS und den File-Server gestartet.

Die EMC-Neuerungen auf einen Blick

• Das DMX-3-Array erhält eine Einsteigerversion mit 7 TB und erlaubt den Einbau von Low-cost-FC-Festplatten.

• Das Programm MPFSi verbessert die Transferleistung von großen Datenblöcken in IP-Netzen.

• Die NAS-Virtualisierungsplattform von Rainfinity wurde um zwei Möglichkeiten erweitert, mit denen die Verwaltung vereinfacht und die Sicherheit erhöht wird.

Vierfache Leistung

Die Ausgabe der großen Datenblöcke erfolgt aber über MPFSi und unter Umgehung des File-Servers. Gerade datenintensive Anwendungen sollen im Vergleich zur herkömmlichen NFS-Lösung eine bis zu vierfache Leistung erreichen. Der Listenpreis für die Maximalkonfiguration der File-Sharing-Software liegt bei 225 Dollar pro Server. Den Client-Code von MPFSi stellt EMC der Open-Source-Gemeinde zur Verfügung.

Die zweite Verbesserung, die sich Anwender von IP-Storage laut EMC-Manager Donatelli wünschen, betrifft den Bereich Business Continuity. Insbesondere für den unterbrechungsfreien zentralen Backup von angebundenen Außenstellen bringt der Hersteller für die hauseigenen NAS-Systeme "Celerra" den "Replicator for iSCSI" auf den Markt, der in einer ersten Version über 1000 iSCSI-LUNs (Logical Unit Numbers) bedient. Übertragen werden dabei nur die Datenänderungen seit dem letzten Backup. Der Celerra Replicator ist ab 18 600 Dollar zu haben.

Besseres Provisioning

Da sich dieses Tool auch für die Konsolidierung von NAS-Speichern eignet, erfüllt es - zusammen mit anderem - auch die Forderung der User nach einem weniger verzwickten Management der IP-Speicher. Gerade wenn es darum geht, einer Anwendung ausreichend Speicherplatz zuzuordnen, richten Administratoren heute oftmals überdimensionierte Kapazität ein - auch um die Verwaltung zu vereinfachen. Um eine maßgerechte Provisionierung zu erreichen, bietet EMC jetzt ein passendes Programm an. Mit "Celerra Virtual Provisioning" können Administratoren für File-System und iSCSI-LUNs unterschiedlich große logische und physikalische Speicherplätze einrichten. Das als "thin provisioning" bezeichnete Verfahren soll die effiziente Ausnutzung der Ressourcen steigern und es den Administratoren erlauben, die Kapazitäten einfach und dynamisch an die Erfordernisse anzupassen, ohne die zugesagten Service-Levels zu verletzen.

Das vierte Problem im NAS-Umfeld ist die fehlende Unterstützung für das unterbrechungsfreie Verschieben von Daten-Files. EMC hat zur Lösung dieses Problems im vergangenen Sommer den Virtualisierungsspezialisten für NAS-Speicher Rainfinity übernommen. Mit zwei Erweiterungen von dessen "Global File Virtualization" baut EMC diese Plattform aus. Das "Global Namespace Management" verschafft dem Administrator jetzt für alle File-Server und NAS-Speicher eines IP-Netzes einen einheitlichen Blick auf sämtliche Dateien und Dateisysteme. Das Programm zentralisiert zudem die Verwaltung standardisierter Namespace-Dienste unter Windows und Unix auch in verteilten Umgebungen.

Mehr Datensicherheit

Die zweite Ergänzung der Programmsuite soll für mehr Datensicherheit sorgen: Mit "Synchronous IP Replication" lassen sich über das IP-Netz synchrone Replikationen wichtiger Daten und Dateisysteme erstellen und überwachen. Dies ist auch für heterogene Implementierungen in herstellerunabhängigen Umgebungen möglich. EMC verlangt für die Erweiterungen rund 81 000 Dollar.

Außer diesen Softwareprodukten rückte der Hersteller aus Hopkinton, Massachusetts, das Speicher-Array "DMX-3" ins Rampenlicht, das zwei neue Ausbaustufen erhält. So soll es eine Einstiegsversion mit 96 Laufwerken und einer Kapazität von 7 TB geben, die für 250 000 Dollar zu haben ist. Dieses System lässt sich laut Hersteller inkrementell erweitern, bis die maximale Ausbaustufe von 2400 Laufwerken und eine Speicherkapazität von mehr als einem Petabyte (1 PB = 1024 TB) erreicht ist.

Dieses hohe Fassungsvermögen ist möglich geworden durch die neuen "Low-cost"-Festplatten von Seagate. Sie basieren auf kostengünstigen ATA-Drives, denen ein Fibre-Channel-Anschluss implantiert wurde. Die Speicherkapazität je Laufwerk beträgt 500 GB. Damit kann, so das EMC-Management, innerhalb des DMX-3-Speichers eine zumindest zweistufige Speicherarchitektur aufgebaut werden, von der erstmals auch Großrechner und IBMs Mittelklassesysteme "I-Series" profitieren. (kk)