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09.02.1979 - 

Wer die volle Leistung der Serie 4300 nutzen will, braucht die neue Peripherie:

Emulationskünstler mit Zusatznutzen

STUTTGART - Zusammen mit den "Emulations-Künstlern" 4331 und 4341 hat IBM neue Peripherie-Einheiten angekündigt.

Die Magnetplatteneinheit 2r310 hat ein oder zwei Laufwerke mit je 64,5 MB. Der Datenträger ist fest eingebaut. "Um einen bestmöglichen Schutz gegen Umwelteinflüsse sicherzustellen", so der IBM-Pressetext, ist das 3310-Gehäuse zusätzlich "fest verschlossen" - die Hersteller (370-)steckerkompatibler Peripheriegeräte werden ob dieser sinnigen Zweckbehauptung hoffentlich nicht resignieren.

Der Magnetplattenspeicher 3370 hat ein Laufwerk mit zwei Zugriffsmechanismen. die jeweils einen Datenbereich von 285 MB abdecken. Das ergibt eine Laufwerkskapazität von 570 MB. Maximal vier 3370 Laufwerke an einem Laufwerkstrang bringen eine Speicherkapazität von 2280 MB. Die 3370 hat wie die 3310 einen fest eingebauten Datenträger - es. sieht so aus, als wären "removable media" bei IBM passé. Zusatzinformation für Anwender, die das verfügbare Externspeicher-Potential über die Zentraleinheit stellen: Während die 3370 an die 4331-CPU direkt angeschlossen werden kann, ist für den Betrieb an der 4341 ein Attaché erforderlich: Die gleichfalls neue Magnetplattensteuereinheit 3880. Von der verfügbaren Speicherkapazität her ist der Unterschied gewaltig: Lassen sich an das größere 4300er-Modell Magnetplatteneinheiten 3370 mit einer Speicherkapazität von insgesamt 36,48 Milliarden Bytes anschließen, so erreicht die 4331 im 3370-Größtausbau "nur" ein Fassungsvermögen von 9,12 Milliarden Bytes. Die 3880 wird an die 4341 über Block-Multiplex-Kanäle angeschlossen. Sie kann für jeden der beiden Datenpfade vier Laufwerk-Stränge der 3370 oder der 3340/3344 steuern.

Die bereits mit dem Informationssystem 8100 angekündigte Magnetbandeinheit (160 KB/s) kann auch an die Systeme 4300 angeschlossen werden.

Im IBM-Entwicklungslabor in Böblingen wurde das neue Modell 5 des Druckers 3203 entwickelt. Es erreicht eine Nominalleistung von 1200 Zeilen pro Minute. Außerdem sind die Drucker 3289 (400 Zeilen pro Minute) und 3262 (650 Zeilen pro Minute) anschließbar.

Das Operating der Serie 4300-Rechner erfolgt über die Bildschirmkonsole 3278 A2, die mit einer Tableau-Tastatur ausgestattet ist. Für die beiden neuen Rechner wird monolithische Halbleitertechnologie (LSI) mit einer Packungsdichte von 64 K Bits pro Chip verwendet. So enthält jetzt eine Speicherkarte in der Größe von 12 x 12 Zentimetern 512 KB Hauptspeicher. Bei den Logikchips wurde nach IBM-Angaben die Packungsdichte gegenüber der 370 um den Faktor 100 erhöht.

Mit den Viertausender-Modellen wurden neue Software-Produkte für die Betriebssysteme DOS/VSE ("E" für Extended). OS/VS1 sowie VM/370 in Paketform angekündigt: Das Basissteuerprogramm (System Control Program = SCP) und "mehrere Lizenzprogramme", so die unscharfe IBM-Formulierung. Diese Softwareprodukte stünden, wie es bei IBM weiter heißt, "abgestimmt auf die verschiedenen Benutzeranwendungen in unterschiedlichen Versionen zur Verfügung" - vorgeneriert, quasi zum "Ex-und-hopp-Einsatz".

IBM betont die "erweiterte Unterstützung interaktiver Anwendungen" im DOS/VSE - Insider wissen nur zu gut, warum. Um so gequälter nimmt sich die dazu passende Passage in der IBM-Ankündigung aus: "Jetzt können auch kleinere Unternehmen mit kleinen Datenverarbeitungsanlagen ihre Programmentwicklung und Anwendungsprogrammierung interaktiv am Bildschirm durchführen." Und weiter: "Diese Betriebssysteme (gemeint sind DOS/VS und OS/VS1, d. Red.) waren, für Online-Verarbeitung ausgelegt, bisher größeren Rechnern vorbehalten." Derart im Aufreißer-Stil vorgebrachte Motivationssprüche für Möchtegerne sind aus dem Minicomputer-Marketing bestens bekannt.

Leisetreterischer argumentiert der Marktführer für ein neues Software-Service-Konzept, das vorerst für bestimmte Systemsteuerprogramme und Lizenzprogramme gelten soll: Zentrale Servicestellen (fünf an der Zahl) werden demnach "gecallten" Software-Support "ohne gesonderte Berechnung erbringen" (Originalton IBM). Aber: "Bestimmte" IBM-Serviceleistungen vor Ort sollen gesondert berechnet werden. Für die örtlichen Serviceleistungen werden alternativ Software-Serviceverträge auf Pauschal- oder Stundenbasis angeboten.

Eine 4300-Einstiegskonfiguration mit 1 MB Hauptspeicher (4331), einer Plattenkapazität (3310) von rund 200 MB, zwei Magnetbandeinheiten 8809, einem Schnelldrucker 3262, fünf Datensichtgeräten 3278 (davon eine als Steuerkonsole) und einer Ein-/Ausgabe-Diskette kostet mit vorgeneriertem Software-Paket (darunter CICS/DL1) monatlich etwa 15 000 Mark (Miete, Lizenzgebühren, Software-Servicegebühren). Bei einer "satt" ausgebauten 4341-Konfiguration - gleichfalls mit Software-Anhängsel - sind schnell 50 000 Mark Monatsmiete beisammen.

Die neuen Rechner werden in der Bundesrepublik Deutschland produziert. Erste Auslieferungen: Im zweiten Quartal 1979 (4331) und ab Januar 1980 (4341).