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28.11.1980 - 

Software AG: Über 1000 installierte Natural-Anwendungen:

Endbenutzer nicht mehr nur DV-Konsument

28.11.1980

DARMSTADT (je) - Elf Monate nach der Freigabe des "Instant Online-Anwendungssystems" Natural meldet die Software AG (SAG) 150 Natural-Abnehmer - 25 davon in Deutschland - mit insgesamt über t 000 installierten Anwendungen verschiedenster Art. "Zur Zeit sind wir die einzigen", orakelt Peter Page, Natural-Entwickler und SAG-Vorstandsmitglied, "aber die Entwicklung wird darauf hinauslaufen, daß es auch von einem anderen Softwarehersteller eine derartige Sprache geben wird, die alle heute nicht separaten Arbeitsmittel integriert."

Page bezeichnet Natural als SAGs Antwort auf den Umstand, daß der Markt der Anwendungsprogrammierer leergefegt ist. "Die heutigen Programmiersprachen", erklärt Page, "sind Sprachen von gestern. PL/1 und Cobol beispielsweise haben keinerlei

Sprachmittel für die Kommunikation mit einem Bildschirm oder einer Datenbank. Die Sprachen, die wir benötigen, erfordern andere Standards." Der Aufbau einer Online-Anwendung mit formatierten Bildschirmen zur Bearbeitung von Transaktionen in der Datenbank, skizzieren die Darmstädter die konventionelle Vorgehensweise, stellt einen erheblichen Aufwand dar:

Eine Vielzahl unterschiedlicher Werkzeuge wie Editierungssystem, Programmiersprache, Masken-Generatoren, Datenbankschnittstelle, interaktive Testhilfen und Job-Control-Anweisungen muß vom Anwendungsprogrammierer beherrscht werden.

In dieser Situation empfiehlt die Software AG die Natural-Sprache als neuen Weg zur schnellen Realisierung von Online-Anwendungen. Dazu die Erläuterung: Anders als Query-Sprachen, die nur die Bearbeitung einfacher Anfragen erlauben, oder Report-generatoren, die nur auf die Erzeugung von Übersichtslisten ausgelegt sind, oder auch sogenannte QBE(Query by Example-)Systeme, die die Anzeige und eventuell das Verändern einzelner Datensätze über vorformatierte Bildschirmmasken erlauben, enthält Natural die Funktionen dieser Spezialsysteme und erlaubt darüber hinaus, komplexe Anwendungssysteme mit Benutzerführung für den Endbenutzer aufzubauen.

Natural, versichert die SAG, kann dem Endbenutzer in die Hand gegeben werden und erlaubt auch Mitarbeitern ohne Erfahrung in der Datenverarbeitung die direkte Kommunikation mit dem Rechner. Dabei könne Natural gleichzeitig mehrere Sprachen wie Deutsch und Englisch verstehen und in ihnen antworten. Der Endbenutzer könne komplexe Arbeitsfolgen menügesteuert in mehreren getrennten Transaktionen abwickeln.

Komfort und Spareffekt

Für den Programmierer ist Natural nach Darstellung der Darmstädter ein Werkzeug, mit dem er seine Anwendung mit etwa 20 Prozent des Aufwandes im Vergleich zur konventionellen Programmierung implementieren kann. Direktor Siegfried Stefan von der ÖVA (Öffentliche Versicherungs-Anstalt der Badischen Sparkassen, Mannheim) bestätigt dies, indem er betont, daß in seinem Hause Direktdatentests und Schnell-Auswertungsprogramme erst durch den geringen Programmieraufwand mit Natural möglich geworden seien.

Die englische Midland Bank, berichtet die SAG, hat in neun Monaten über l000 Anwendungsprogramme mit Natural erstellt, die Versicherungsgesellschaft Commercial Union über 150 Cobol-Auswertungsprogramme mit nur einem Fünftel des üblichen Aufwandes.

In den elf Monaten seit seinem Erscheinen hat Natural nach einer SAG-Meldung "bei mehr als 150 Kunden (davon 25 in Deutschland) in über l000 verschiedenen Anwendungssystemen von der Auftragsabwicklung bis zum Schulungsreservierungssystem bewiesen, daß mit dem Ansatz der "Instant Online-Anwendungen" der Berg unerledigter Anwendungssysteme bewältigt werden kann".

Niedrige Akzeptanzhürden

Karl-Heinz Otholt, Geschäftsführer der Süddata GmbH (Datenverarbeitung des Süddeutschen Verlags), berichtet, daß schon kurze Zeit nach Einführung von Natural eine Vielzahl anliegender Anforderungen bearbeitet werden konnte, deren Implementierung vorher wegen des großen Programmierungsaufwandes immer wieder verschoben wurde.

Durch den verminderten Aufwand bei der Formulierung der Anwendung kann der Endbenutzer sofort verifizieren, ob das implementierte Programm seinen Vorstellungen entspricht.

Diese Doppelfunktion von Natural ist mit einem Beispiel aus der Praxis zu belegen: Bei Dow Chemical in Horgen (Schweiz) wurde nach Angaben von Datenadministrator Dr. Alex Nobs mit gutem Erfolg Natural einigen Endbenutzern direkt in die Hand gegeben, für Anfragen anderer Endbenutzer parallel eine Gruppe von Programmierern als "Direktimplementierungsfeuerwehr" etabliert, die im direkten Kontakt mit Endbenutzern Informationswünsche in Stunden befriedigt.