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15.06.2001 - 

Arbeitsmarkt für Informationstechnologie

Ende der Jobkrise?

MÜNCHEN (CW) - Nach neuesten Prognosen gerät der IT-Arbeitsmarkt ins Stocken. Für dieses Jahr erwartet der Branchenverband Bitkom bei der Zahl der neuen Arbeitsplätze ein Wachstum von lediglich zwei Prozent.

Von einem Abschwung am Arbeitsmarkt möchte zwar niemand sprechen, doch die prognostizierten Zuwachsraten zeigen, dass das Rekordjahr 2000 eine Ausnahme bleibt. Im vergangenen Jahr entstanden 75000 zusätzliche Arbeitsplätze in der Informationstechnik und Telekommunikation, das entspricht einem Wachstum von 10,1 Prozent. Damit stieg die Zahl der Beschäftigten auf 820 000.

Die IT-Branche gilt seit 1995 als Beschäftigungsmotor auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Seitdem entstanden nach Angaben des Verbandes 205 000 neue Arbeitsplätze. Die Bereiche Software und Dienstleistungen verzeichnen die höchsten Wachstums- und Beschäftigungszahlen. Bereits heute arbeiten 78 Prozent aller IT-Fachkräfte in diesem Sektor. Ende dieses Jahres werden im Software- und Servicesektor 510 000 Menschen beschäftigt sein, vier Prozent mehr als im Jahr 2000. "Die ITK-Anbieter haben den Wandel von einer verarbeitenden Industrie zu einer Dienstleistungswirtschaft erfolgreich umgesetzt", erläutert Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms.

Dagegen sieht der Telekommunikationssektor schlechteren Zeiten entgegen. Dort erwartet der Verband aufgrund des zu Ende gehenden Booms eine Stagnation.

Von einer Krise am Arbeitsmarkt möchte die Bitkom allerdings nichts wissen. Für Harms stellt der Fachkräftemangel noch immer das wichtigste Wachstumshemmnis dar. Die Green-Card-Initiative sei ein notwendiger Schritt gewesen. Allerdings schmälerten die zeitliche Befristung und die restriktiven Zuzugsbeschränkungen für Familienmitglieder die Attraktivität der Arbeitserlaubnis. Der Bitkom-Vize fordert neben einer Lockerung der Green-Card-Bestimmungen eine gezielte Einwanderungspolitik, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Auch nach Ansicht ihrer Initiatoren entwickelt sich die oft geschmähte Green Card durchaus positiv: Seit ihrer Einführung Anfang August 2000 erhielten bis Anfang Juni 7588 ausländische IT-Fachkräfte eine befristete Arbeitserlaubnis. "Besonders mittelständische und kleine Unternehmen nutzen die Green Card", erklärt Ingrid Kortmeyer-Pohl von der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg.

Zirka 61 Prozent der ausländischen Arbeitnehmer sind bei Firmen bis 100 Mitarbeitern beschäftigt. Bis zum Herbst könnten die 10 000 Green Cards vergeben sein, so die Einschätzung von Kortmeyer-Pohl. Anschließend entscheidet das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA), ob der Arbeitsmarkt weitere 10 000 per Green Card angeworbene Arbeitnehmer benötigt.

In den USA hinterließen die anhaltende Wirtschaftsflaute und das Dotcom-Sterben deutliche Spuren am Arbeitsmarkt. Verglichen mit den vergangenen fünf Jahren kamen 2000 deutlich weniger neue IT-Jobs hinzu. Für dieses Jahr sind die Prognosen düster. Bis Mai erhielten laut Challenger, Gray and Christmas in den USA 268 437 Arbeitnehmer im High-tech-Umfeld ein Kündigungsschreiben. Ob Europa auch in dieser Hinsicht dem amerikanischen Vorbild folgt, dürfte sich in den nächsten Monaten zeigen.