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08.08.2007

Ende von PHP4 entzweit Open-Source-Lager

Das angekündigte Aus für PHP4 setzt viele Open-Source-Projekte unter Update-Druck.

Sieben Jahre nach Erscheinen von PHP4 kündigte das Entwicklerteam Mitte Juli an, diese populäre Version der freien Script-Sprache nur mehr bis Ende 2007 zu unterstützen. Danach sollen keine neuen Ausgaben mehr erscheinen. Bis August 2008 will das Projekt noch einzelne Sicherheitskorrekturen zur Verfügung stellen. Als Grund für diese Entscheidung nennt Rasmus Lerdorf, der Erfinder der Sprache, mangelnde Ressourcen. PHP5 sei schon seit drei Jahren verfügbar und PHP6 stehe kurz vor der Freigabe. Man könne nicht auf Dauer drei Versionen unterstützen.

Die in der Open-Source-Szene entfachten Debatten um das Vorgehen des PHP-Teams zeigen indes, dass die umstrittene Maßnahme keineswegs allein den begrenzten Kapazitäten geschuldet ist. Vielmehr drückt sich darin auch der Unmut der PHP-Entwickler über die geringe Akzeptanz der neuen Version aus. Durch die drastische Maßnahme sollen PHP-Programmierer und Web-Hoster auf die neue Version gezwungen werden.

Kompatibilitätsprobleme

Die Entscheidung, PHP4 einzustellen, hat weitreichende Konsequenzen, weil die neue Version nicht abwärtskompatibel ist. Eine Reihe von Sprachänderungen er-fordern, dass für PHP4 geschriebe-ne Programme überarbeitet werden müssen, um in der aktuellen Umgebung ablaufen zu können. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Interpreter für PHP4 und PHP5 nur mit Tricks und Einschränkungen parallel auf einem Server betreiben lassen. Wenn Web-Hoster ihre Systeme auf PHP5 aktualisieren, dann müssen sie daher in Kauf nehmen, dass bei vorhandenen Anwendungen Probleme auftreten.

Die Initiative "GoPHP5", die auf ihrer Website für den Umstieg auf die neue Version wirbt, spricht offen von einem Teufelskreis, den es zu durchbrechen gelte. PHP-Entwickler könnten die neuen objektorientierten Möglichkeiten nicht nutzen, weil sie mit PHP4 kompatibel bleiben müssten, um ihren Code auf den meisten Web-Hosting-Paketen ausführen zu können. Umgekehrt hätten die Hoster daher keinen Anreiz, ihre Systeme zu aktualisieren, weil fast alle PHP-Anwendungen auch unter PHP4 ablaufen.

Open-Source-Projekte, die auf Basis von PHP entwickeln, reagieren unterschiedlich auf die Ankündigung des baldigen Endes für PHP4. Die Umstellung fällt etwa für solche Communities leichter, deren Software häufig von Unternehmen eingesetzt wird. Derartige Programme laufen in der Regel auf einem eigenen Server und nicht auf einem Web-Hosting-Paket, so dass Anwender die von ihnen benötigte PHP-Version installieren können. Aus die-sem Grund gaben die Macher des Web-CMS "Midgard" bekannt, dass sie auf PHP5 wechseln würden. Sie reihen sich in die Liste der Vorzeigeprojekte ein, mit der GoPHP5 andere Teams von der Migration überzeugen möchte. Andererseits reagierte der Gründer von "Wordpress", einer populären Weblog-Software, mit einem wütenden Beitrag auf die PHP4-Ankündigung. Wordpress wird in der Regel auf Servern ausgeführt, die sich mehrere Kunden teilen. (ws)