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10.02.1984 - 

Gründerzeitidee "Fernseher als Terminal" mehr und mehr verwässert:

Endgeräte entscheidend geprägt vom Mikrocomputer Michael Kaminski

Das Thema "Btx-Endgeräte für den Cept-Standard" ist für Hersteller wie Anwender - und solche, die es in nächster Zeit werden wollen - gleichermaßen interessant. Die Gründe hierfür sind allerdings zum Teil recht unterschiedlich. Während die Situation bei den Herstellern durch Schlagwörter wie Verfügbarkeit des Eurom (hochintegrierter Btx-Decoder) und Teilnehmer- beziehungsweise Marktentwicklung geprägt ist, sind es bei den Anwendern - das heißt Teilnehmern wie Anbietern - Fragen nach den Einsatzmöglichkeiten der Geräte, nach der weiteren Entwicklung der endgeräte-Szenerie, sowie nach den heutigen und zukünftigen Preisen.

Voraussichtlich werden viele offene Fragen - und damit auch ein Teil der heutigen Unsicherheit - in den nächsten Monaten ausgeräumt werden. Dies gilt vorzugsweise für den Kreis der Anwender, denen von den Herstellern schrittweise neue Btx-Endgeräte vorgestellt und angeboten werden. Als bedeutende Termine seien an dieser Stelle nur die Hannover-Messe 1984 im Frühjahr und die hifivideo in Düsseldorf im Spätsommer dieses Jahres genannt. Daß bis zum Jahresende mehr Klarheit am Endgeräte-Markt vorhanden sein wird, bestätigen ergänzend die Aussagen der meisten Hersteller, zum Weihnachtsgeschäft 1984 mit Btx-Geräten präsent zu sein.

Fließende Übergänge

Im folgenden wird kurz auf die technische Entwicklung der Btx-Endgeräte sowie auf deren zukünftige Marktbedeutung eingegangen, wie sie sich aus heutiger Sicht darstellt. Eine Unterscheidung in privat, semiprofessionell und kommerziell eingesetzte Geräte ist dabei nur bedingt möglich, da die Übergänge fließend sein werden.

Die aus der "Btx-Gründerzeit" stammende Idee, den Heimfernseher als Terminal zu "mißbrauchen" und über das Telefonnetz an öffentliche Computer anzubinden, wird mehr und mehr verwässert. Technische Weiter- und Neuentwicklungen bis hin zu den unterschiedlichsten Kombinationsformen, wie beispielsweise mit dem Mikrocomputer und der Bildplatte, tragen dazu ebenso bei wie anwendungsorientierte Problemstellungen.

Obwohl, wie oben ausgeführt, die Übergänge zwischen privaten, semiprofessionellen und kommerziellen Geräteeinsatz fließend sind, zeigt sich doch zunehmend eine Trennung in Endgeräte für private und für kommerzielle Anwendungsschwerpunkte. Auf der Grundlage des heutigen Entwicklungsstandes zeichnet sich für beide Bereiche eine Entwicklung ab, an deren Ende ein Gerät steht, welches neben Bildschirmtext für zahlreiche weitere Funktionen eingesetzt werden kann. Entscheidend geprägt wurde diese Entwicklung vor allem im Bereich der kommerziellen Nutzung durch den zunehmenden Einfluß des Mikrocomputers. Nachdem bereits im Bereich der Editiersysteme der Mikrocomputer Verwendung fand (zum Beispiel Apple), brachte den ersten weiterführenden Anstoß der von der Mupid-Computer GmbH erstmals vorgestellte programmierbare intelligente Decoder. Durch ihn wurde die Nutzung von Bildschirmtext erheblich unterstützt und teilweise vereinfacht.

Darüber hinaus zeigte sein Einsatz vielfältige neue, den Bildschirmtext ergänzende und erweiternde Funktionen von der alphageometrischen Darstellung bis zur Telesoftware. Zahlreiche Mikrocomputer-Hersteller griffen diese Gedanken - vermutlich auch durch die Entwicklungen in Großbritannien und den USA angeregt - auf und zeigten schon anläßlich der Hannover-Messe im April 1983 Mikrocomputer, die den Einsatz von Bildschirmtext - in der Prestel-Version - mehr oder weniger umfangreich unterstützen. Für die neue Cept-fähige Generation wird die Hannover-Messe 1984 ein wichtiges Datum sein.

Einen schematisierten Gesamtüberblick über die gegenwärtig schon eingeleitete Entwicklung bei den Btx-Endgeräten im privaten wie kommerziellen Bereich zeigt die Abbildung 1.

Sowohl im privaten wie auch im kommerziellen Bereich stehen ergänzend die unterschiedlichsten Peripheriegeräte zur Verfügung. Die alphanumerische Tastatur für den privaten Teilnehmer - sie zählt bei professionell eingesetzten Geräten zur Grundausstattung - ist an dieser Stelle ebenso zu erwähnen wie externe Speicher und Drucker unterschiedlichster Ausstattung und Preise.

Kombiniertes Btx-/DV-Terminal

Insbesondere de professionell genutzten Endgeräte unterscheiden sich zunehmend von dem ursprünglichen Btx-fähigen Fernsehgerät. Beispielsweise verfügen sie häufig nicht mehr über ein HF-Teil und sind bezüglich Bildschirm, Tastatur etc. nach ergomischen Gesichtspunkten gestaltet. Zahlreichen professionellen Endgeräten werden die unterschiedlichsten unterstützenden Funktionen, von der Abfragehilfe über Briefkastenfunktionen bis zu mehr oder weniger umfangreichen Editiermöglichkeiten, beinhalten. Einer besonderen Erwähnung bedarf auch noch das multi- oder besser das mehrfunktionale Endgerät. Je nach Ausbaustufe wird es die verschiedensten Arbeitsfunktionen und Kommunikationsformen zulassen. Als Beispiele seien an dieser Stelle nur das Bildschirmtextelefon, der Bildschirmtext- und teletext-fähige Textbearbeitungsplatz sowie das kombinierte Btt-/DV-Terminal genannt.

Neben den genannten Btx-Endgeräten wird es weitere Spezialkonfigurationen für besondere Anwendungsbereiche wie beispielsweise komfortable Editierstationen geben, die jedoch für den Massenmarkt eine untergeordnete Rolle spielen.

Bedeutende Marktgröße !

Bereits in der im vergangenen Jahr erschienenen Studie "Bildschirmtext '83 - Stand und Entwicklung 1983 bis 1988" hat Diebold darauf hingewiesen, daß die Endgeräte eine herausragende Rolle in dem sich nun bildenden Btx-spezifischen Teilmarkt der Infomationstechnik einnehmen werden. So werden rund zwei Drittel des alleine im Jahre 1988 zwischen 2,2 und 4,8 Milliarden Mark liegenden Gesamtmarktvolumens in der Bundesrepublik auf die Endgeräte entfallen (vergleiche Cowuterwoche Nr.32 vom 5. 8. 1983).

Unter Berücksichtigung der in der Btx-Studie genannten voraussichtlichen Preisentwicklung für Basisgeräte in der einfachsten Ausstattungsvariante (siehe Tabelle 1) Können diese Umsatzvolumina bei kontinuierlich fallenden Preisen nur durch das Massengeschäft erzielt werden.

Den jeweiligen Anteil einzelner Endgeräte-Konfigurationen an der Zahl aller Btx-Anschlüsse hat Diebold für die nächsten Jahre geschätzt. Die Tabelle 2 zeigt eine entsprechende Zusammenstellung. Die genannten Abschlußzahlen orientieren sich an den in der Diebold-Studie "Bildschirmtext '83" genannten Werten und liegen innerhalb der dort angegebenen Spanne. Dabei wird anhand der ebenfalls in der Studie diskutierten wichtigsten Einflußgrößen ein Entwicklungsverlauf gewählt, der nach Auffassung von Diebold den heutigen Gegebenheiten in der Bundesrepublik am nächsten kommt.

Michael Kaminski ist bei der Diebold Deutschland GmbH, Frankfurt, Projektleiter Bildschirmtext und Neue Medien.