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27.07.2001 - 

IT-Innovationen/Kommentar

Endzeitstimmung und Realität

Christoph Lixenfeld Freier Journalist in Hamburg

Wir haben es jetzt schon hundert Mal gelesen, das immer leicht schadenfrohe Klagelied in den morgendlichen Wirtschaftsteilen: Das Dotcom-Sterben sei nicht aufzuhalten, die Party sei vorbei, die Manager der meisten Unternehmen schlicht Versager und so weiter und so fort.

Mal davon abgesehen, dass Leute, die hinterher alles vorher gewusst haben, sowieso nerven, gerät bei diesem gebetsmühlenhaften Lamento so manches aus dem Blickfeld. Womit wir auch schon beim Thema Innovation wären.

Am 6. Juli stand in einer überregionalen Tageszeitung zu lesen: "Mit der Krise der Dotcoms bricht das Geschäftsmodell der Web-Berater und Multimedia-Agenturen endgültig zusammen."

Wer sich bei den Unternehmen umhört, gewinnt allerdings einen völlig anderen Eindruck: Was Web-gestützte Innovationen angeht, ist die Party keineswegs zu Ende, sie fängt im Gegenteil gerade erst an. Große Unternehmen verzahnen ihr E-Marketing mit internen Kunden-Management-Plattformen oder setzen CRM-Projekte auf, deren Verwirklichung mehrere Jahre dauern wird. Das Internet wird sowohl interne Unternehmensstrukturen als auch die Beziehungen zur Kundschaft weiter umwälzen, und der Glaube der IT-Verantwortlichen an diese Zukunftstechnik ist nicht von der Anzahl der Pleiten am Neuen Markt abhängig.

Doch durch das chronische Lamento entsteht der Eindruck, das Netz hätte als Medium und Innovationsmotor versagt und die Welt müsse sich schleunigst wieder etwas ganz Neues einfallen lassen. Richtig ist eher das Gegenteil: Wie jede industrielle Revolution frisst auch diese einen Teil ihrer Kinder, aber dennoch verändert sie unsere Lebens- und Arbeitswelt immer mehr. Nur sind manche dieser Umwälzungen schwer zu verstehen.

Wie sagte doch einer der von der CW befragten CIOs: Es sei auch eine Innovation, dass für die Bewertung von Technik plötzlich die Spekulanten zuständig sind. Hoffentlich ändert sich das bald wieder.