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28.09.2001 - 

Autodesks Prioritäten bei der Einstellung

Engagement wichtiger als Abschluss

Plötzlich sind IT-Experten kaum noch gefragt. Was vor einem Jahr noch unvorstellbar schien, gehört mittlerweile zum Alltag. In einem Gespräch mit CW-Redakteurin Ingrid Weidner erläuterte die Personalchefin von Autodesk, Irmgard Rasser, ihre Einschätzung des Arbeitsmarktes und die Suche nach qualifiziertem Personal.

CW: Frau Rasser, suchen Sie überhaupt noch neue IT-Mitarbeiter?

Rasser: Bislang hat die wirtschaftliche Abkühlung keine Auswirkung auf unsere Recruiting-Aktivitäten. Weltweit beschäftigt Autodesk über 3 000 Mitarbeiter, in Deutschland sind es über 100. In meinem Zuständigkeitsbereich, der neben Deutschland auch die Länder Österreich, Schweiz, den mittleren Osten und Afrika umfasst, suche ich in diesem Jahr insgesamt noch acht neue Kollegen, davon fünf in München. Europaweit möchten wir noch 35 neue Mitarbeiter einstellen.

CW: In welchen Bereichen möchten Sie diese Leute einsetzen?

Rasser: Da der größte Teil unserer Software in den USA entwickelt wird, suchen wir speziell für die Münchner Niederlassung Kollegen für den Vertrieb und die Vertriebsunterstützung. In München arbeiten insgesamt zwölf Entwickler an einer CAD-Software für das Ingenieur- und Bauwesen.

CW: Kann sich ein Bewerber direkt für einen Entwicklerjob in den USA bewerben?

Rasser: Es herrscht zwar ein reger Kommunikationsaustausch, aber eine Bewerbung über das Münchner Büro für einen Job in den USA ist nicht üblich.

CW: Welche Qualifikationen sollten die IT-Bewerber mitbringen? Da sich Autodesk auf CAD-Lösungen spezialisiert hat, stellt sich die Frage, ob ausgebildete Informatiker bei Ihnen nur zweite Wahl sind?

Rasser: Wenn ich unsere Mitarbeiterstruktur betrachte, dann bringen die Bewerber in der Regel ein technisches Studium mit. Gerade in den Fachbereichen, in denen Maschinenbau-, Vermessungstechnik oder Architekturkenntnisse erforderlich sind, haben wir Leute mit dieser Qualifikation beschäftigt. Informatiker dagegen sind bei uns eher in der Softwareentwicklung tätig.

CW: Über welche Qualifikation sollte ein Bewerber auf jeden Fall verfügen?

Rasser: Was ein Bewerber wirklich kann, ist uns wichtiger als das Studienfach. Das heißt, für einen guten Start legen wir mehr Wert auf ausgeprägte Lernfähigkeit und Engagement als auf einen bestimmten Abschluss. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass die Branchenkenntnisse und die Berufserfahrung besonders wichtig sind. Sowohl ein Hochschulabsolvent als auch ein Quereinsteiger mit fundierten Branchenkenntnissen können nach einer gewissen Zeit die Probleme beim Kunden gleich gut lösen.

CW: Welche Rolle spielen die vielzitierten Softskills?

Rasser: Gute Kommunikationsfähigkeiten sind uns besonders wichtig. Da alle Mitarbeiter in Teams und viel beim Kunden arbeiten, müssen die Bewerber diese Fähigkeiten schon mitbringen. Außerdem erwarten wir Teamfähigkeit, Offenheit, Durchsetzungsvermögen, unternehmerisches Denken, gute Englisch-Kenntnisse und nach Möglichkeit schon Vorerfahrungen in unserer Branche.

CW: Sind bescheidene Englisch-Kenntnisse ein Ausschlusskriterium?

Rasser: Liegt es nur an den Sprachkenntnissen, und passt der Bewerber ansonsten vom Anforderungsprofil zu uns, gehen wir hier Kompromisse ein. Da wir mit jedem neuen Mitarbeiter einen Einarbeitungsplan erstellen, bieten wir Unterstützung an.

CW: Können Sie sich inzwischen wieder die Bewerber aussuchen, nachdem sich der Arbeitsmarkt abkühlt?

Rasser: Für uns ist es nach wie vor schwierig, hoch qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Hier hat sich nichts geändert, denn Spezialisten, noch dazu mit Berufserfahrung, sind weiterhin Mangelware. Allerdings ist das Niveau der Bewerber deutlich höher geworden und wir erhalten mittlerweile wieder mehr Initiativbewerbungen.

CW: Welche finanziellen Anreize bieten Sie Bewerbern? Wie sieht bei Ihnen die Gehaltsspanne aus?

Rasser: Hochschulabsolventen können je nach Vorkenntnissen und Berufserfahrungen, beispielsweise aus Praktika mit 70000 bis 80000 Mark rechnen. Generell stellen wir beispielsweise über die Teilnahme an Gehaltsstudien eine marktgerechte Bezahlung sicher. Außerdem bieten wir weitere Anreize wie einen Aktienoptionsplan oder einen Pensionsplan.