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12.10.1979 - 

Wie organisiert man Multi-Mikroprozessorsysteme?

Engländer entdecken Vorzüge des "horizontalen" Mikroprozessors

MÜNCHEN - Im Laufe der letzten Jahre wurden zusehends mehr Multi-Mikroprozessorsysteme für die vielfältigsten Aufgaben entworfen und installiert; doch Fachleute wissen, daß die fertigen Anlagen keineswegs immer eine optimale Nutzung der miteinander vernetzten Prozessoren etc. darstellen. Hier zu besseren Lösungen zu kommen, ist das Ziel eines Forschungsprojekts an der University of Manchester, das jetzt mit zunächst rund einer Million Mark gefördert wird.

Basis der Arbeiten ist ein Versuchs-Computersystem mit 16 Mikroprozessoren auf 80 Leiterplatten, das in vierjähriger Arbeit am Institute of Science and Technology der genannten Universität aufgebaut wurde. Sein Pfiff: Als erstes System dieser Art in Großbritannien ist es besonders flexibel den vielfältigsten Aufgaben anpaßbar. Mit einem Programmpaket kann es etwa eine aus mehreren Mikros aufgebaute Telefonzentrale simulieren, mit einem anderen die Steuerungsprobleme beispielsweise in einer automatisierten Autofabrik. Im versuchsweisen Nachspielen solcher Programmabläufe wollen die britischen Ingenieure herausfinden, wie aufgabenspezifische Mikroprozessorennetze kostengünstig, wartungfreundlich, flexibel und zeitsparend konzipiert werden können.

ln diesem Zusammenhang erinnert Dr. Erik Dagless von der University of Manchester an die Hauptmängel heutiger Mikro-Netzwerke: Sie würden zu "beliebig" geplant; ohne sinnvolles Gesamtkonzept werde vielfach dem einen Prozessor dieser Job zugeteilt, dem zweiten ein anderer und dem dritten wieder ganz ein fremder. Das Resultat habe mit einer ingenieurmäßig "eleganten" Problemlösung dann oft kaum mehr etwas gemein.

Zwar kann erst die praktische Arbeit zur schlüssigen Formulierung brauchbarer Konzepte für Mikro-Netze führen, doch einige Leitsätze deuten sich bereits an, gibt Dagless auf Fragen zögernd zu erkennen: Beim Aufspalten der Steuerungsprobleme etwa in einer Produktionsanlage kann man zwei Richtungen einschlagen - entweder steuern die einzelnen Mikroprozessoren dann jeweils einen separaten Anlagenteil beziehungsweise eine separate Maschine, oder gleichartige - "horizontale" - Aufgaben werden jeweils von "spezialisierten" Prozessoren erledigt. Das hieße etwa, einer der Prozessoren im Netz besorgt alle Jobs, die mit "Informationsaufnahme" zu tun haben, ein zweiter erledigt die eigentliche ,DV- und Rechenarbeit', und ein dritter steuert die Anzeigegeräte für das Personal. Wird also das Multi-Mikroprozessorennetz von morgen einem Team von "Spezialisten" gleichen - oder werden die "kooperierenden Alleskönner" von heute das Feld behaupten können?