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05.11.1993

Englischer Rechnerhersteller wendet sich auch an DTP- und CAD- Anwender Acorn stellt PCs mit RISC-CPU und neuem Betriebssystem vor

MUENCHEN (wm) - Anfang Oktober startete der PC-Hersteller Acorn Computer GmbH den Vertrieb in Deutschland. Was auf den ersten Blick wenig sensationell erscheint, gewinnt dadurch an Bedeutung, dass Acorn in den fuenf PCs das selbstentwickelte Betriebssystem "RISC OS 3" und die wenig bekannten RISC-Prozessoren "Arm 250" und "Arm 3" verwendet.

Seit 1978 engagiert sich Acorn Computer Ltd. in England im Geschaeft mit Kleincomputern und Dienstleistungen. Folgenreich wurde eine Allianz mit der BBC aus dem Jahre 1981: Bis heute konnte Acorn 750 000 "BBC-Computer" verkaufen, die an englischen Schulen im Unterricht eingesetzt werden.

Sechs Jahre spaeter baute Acorn erstmals Rechner mit RISC-Prozessor und gruendete 1990 den CPU-Hersteller ARM (Advanced RISC Machines) zusammen mit Apple und VSLI Technologies Inc. Heute haelt Acorn noch 43 Prozent der ARM-Aktien und erzielte im Geschaeftsjahr 1992 einen Gesamtumsatz von 120 Millionen Mark. An Acorn wiederum ist Olivetti mit 79 Prozent beteiligt.

In Deutschland wird Acorn vorerst drei Rechner anbieten: Das Modell "A3010" wird fuer weniger als 1600 Mark ueber den Ladentisch gehen. Fuer Aufgaben im Buero ist der Rechner "A4000" gedacht, der etwa 2600 Mark kosten wird. DTP und CAD sollen sich mit dem "A5000" erledigen lassen, der mit einer 80-MB-Festplatte zirka 3600 Mark und mit der doppelten Speicherkapazitaet 4100 Mark teuer ist.

Mit anderen PCs ist die Kommunikation schwierig

An diese Rechner lassen sich zum Teil auch Peripheriegeraete aus der DOS- oder Macintosh-Welt anschliessen. Alle Modelle verfuegen ueber eine parallele und eine serielle Schnittstelle, ausserdem koennen auch handelsuebliche VGA-Monitore angekoppelt werden. Von DOS- oder Atari-Rechnern koennen auch Disketten mit Textdateien gelesen werden. Intern verwendet Acron aber ein eigenes Dateiformat, mit dem sich pro Diskette 1,6 MB Daten speichern lassen.

Bei der Software setzt Acorn wieder auf Eigenarbeit: Das Betriebssystem RISC OS 3 hat eine grafische Oberflaeche und aehnelt Windows oder System 7 von Apple. RISC OS 3 befindet sich in einem ROM-Festspeicher (Read only memory), so dass der Arbeitsspeicher fuer Anwendungsprogramme frei bleibt.

Tatsaechlich verfuegt der A3010 ab Werk nur ueber einen 1 MB grossen Arbeitsspeicher (maximal 2 MB), wohingegen die Modelle A4000 und A5000 2 MB zur Verfuegung stellen; beim Modell A5000 mit einer 160- MB-Festplatte baut Acorn schon ab Werk den Arbeitsspeicher auf das Maximum von 4 MB aus.

Was die Anwendungen betrifft, fehlen allerdings noch die bekannten Namen: Firmen wie Wordperfect, Microsoft, Borland, Lotus oder Symantec bieten keine Version ihrer Programme fuer Acorn-Rechner an. Mit einer Ausnahme: Informix liefert die Datenbanksprache SQL auch fuer RISC OS 3. Dennoch muss die Festplatte eines Acorn- Rechners nicht leer bleiben. In einem Softwarekatalog listet das Unternehmen zwar vor allem englische Titel auf; etwa 100 Programme sind aber auch in einer deutschen Version erhaeltlich.

Mit der Expansion auf den deutschen Markt setzt sich Acorn vorerst keine zu hohen Ziele: Ulli Reuter, Geschaeftsfuehrer von Acorn Deutschland, will im ersten Geschaeftsjahr etwa 20 000 Rechner absetzen und errechnet daraus einen Bruttoumsatz in Hoehe von ungefaehr 50 Millionen Mark. Reuter stuetzt sich vorerst auf etwa 60 Fachhaendler in Deutschland (bis 1995 120), demnaechst sollen die Geraete aber auch in Kaufhaeusern erhaeltlich sein.