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04.10.1996 - 

Sun nimmt mit Solstice die Intranet-Administration in Angriff

Enterprise-Management und Desktop-Verwaltung verschmelzen

War in der alten zentralen Mainframe-Welt die Administration der Haus-DV noch kein Problem, so avancierte sie mit dem Siegeszug der PCs zu einem der zentralen Themen der DV. Neben neuen Technologien und Produkten wie Gigabit Ethernet oder Intranets, die zu verwalten sind, drückt die Anwender vor allem der Kostenschuh, wenn sie pro Jahr fast 1000 Dollar für die Verwaltung eines PC-Arbeitsplatzes veranschlagen müssen. Entsprechend vielseitig war denn auch das Angebot, das die Aussteller auf der Networld+ Interop zeigten. Neben der Verbesserung der Desktop- Verwaltung dürfte die Administration der Intranets das nächste große Management-Thema sein.

Einer der ersten Hersteller, der sich systematisch der Intranet- Administration annimmt, ist Sun. In Atlanta zeigte das Unternehmen eine überarbeitete Version der Management-Plattform "Solstice", die neben dem Windows-NT-Support auch die Schwierigkeiten der Intranet-Verwaltung berücksichtigt. Hierzu hat Sun auf der Messe gleich sechs neue Produkte vorgestellt, die Probleme im Zusammenhang mit Mail, Sicherheit, Netzwerk- und System-Management sowie Interoperabilität lösen sollen und neben NT Suns Solaris und Java-Umgebungen unterstützen.

Dabei hat das Unternehmen mit "Solstice Internet Mail 2.0" eines der ersten Imap-4-basierten E-Mail-Systeme im Programm, das auf Solaris-, Windows-95- und Windows-NT-Clients läuft und kompatibel zu Exchange und Eudora ist. Die oft kritisierten Sicherheitslöcher der Intranets will Sun mit dem "Solstice Security Manager" stopfen. Das Produkt, das auf der Boks-Technologie von Dynasoft beruht, reduziert, wie es heißt, die internen Hacker-Einbrüche um rund 80 Prozent.

Die globale Verwaltung der Intranets gehen die Amerikaner mit dem "Solstice Enterprise Manager 2.0" an. Neben der breiten Skalierbarkeit zeichnet die Plattform ein objektorientiertes Management sowie intelligente Scripts aus, die es erlauben, die Fehlerbehebung im Netz teilweise zu automatisieren. Darüber hinaus ist in den Enterprise Manager ein Helpdesk integriert, der bei Störungen automatisch Trouble Tickets generiert und über mögliche Problemlösungen informiert. Auf der Client-Seite beinhaltet der "Sol- stice Network Client" in der Version 3.0 nun die Unterstützung für Windows 3.x, Windows 95 und Windows NT. Zudem gehören zum Lieferumfang der Suite "PC-NFSpro", "PC-CacheFS", "Webscout" sowie neue Terminalemulationen, X-Windows und ein Imap- 4-basierter E-mail-Client.

Abgerundet wird Suns Management-Lösung durch den "Solstice Job Scheduler Pro 3.3" sowie den "Solstice Workshop".

Bei dem Scheduler handelt es sich um ein Tool, das Verwaltungsaufgaben von selbst ausführt. Workshop ist laut Angaben von Sun die erste Java-basierte Management-Architektur und Entwicklungsumgebung, die das "Java Management API" mit dem "Java Workshop" kombiniert, um so die Entwicklung eigener Intranet- Management-Applikationen zu ermöglichen.

Während bei Sun das Intranet im Vordergrund der Präsentation stand, setzen Tivoli und Intel in Sachen Enterprise-Administration auf die Reduzierung der "Total Cost of Ownership" bei den PCs. Um Tivolis "TME 10", das bereits über starke Tools zum unternehmensweiten Netz-Management verfügt, für die Desktop- und Workgroup-Administration fit zu machen, will das Unternehmen enger mit Intel zusammenarbeiten. Wie die beiden Partner in Atlanta mitteilten, haben sie sich in diesem Zusammenhang auf vier Schlüsselintiativen geeinigt.

Zur Verbindung der Aspekte des Workgroup- und Enterprise- Management arbeiten die Firmen an einer API-Spezifikation und Referenzimplementierung eines sogenannten "Management Services Broker". Dieser soll die Anwender im Netz in die Lage versetzen, Enterprise- und Workgroup-Administration zu vereinheitlichen. Ergänzend dazu bastelt Intel an einem "10/Plus"-Integrationsmodul für die neuen Produkte der Reihe "Landesk Workgroup Help Desk." Unter dem Stichwort "Management Ready Collaboration" lizenzieren sich die beiden Unternehmen drittens künftig gegenseitig Agenten- und Framework-Technologie, um einen Agenten zu entwickeln, der es erlaubt, Hardware mit Intel-Prozessoren ohne Zusatzsoftware mit Tivoli- oder Intel-Produkten zu verwalten.

Intel und Tivoli kooperieren

Viertens hat Tivoli das Lizenzabkommen mit Intel um die Produkte "Landesk Client Manager", "Landesk Server Manager" und "Landesk Workgroup Manager" erweitert. Tivoli wird sie wie die anderen Landesk-Produkte künftig im Rahmen der "TME 10 Network Computing Management Solution" vermarkten. Um die beschriebene Zusammenarbeit nach außen sichtbar zu machen, haben die beiden Partner vereinbart, die Kunden durch Produktaufdrucke über die Kompatibilität ihrer Erwerbungen zu informieren.

Während Intel beim Enterprise-Management auf Tivoli setzt, hat die andere treibende Kraft des Wintel-Lagers in Atlanta eine engere Zusammenarbeit mit Hewlett-Packard vereinbart. Ziel ist die weitestgehende Integration von Microsofts eher Workgroup- orientiertem "Systems Management Server" (SMS) in HPs unternehmensweite Management-Plattform "Openview". Letztlich sollen dann die Openview-Produkte auch auf NT laufen. Wie es in Atlanta weiter hieß, wollen die beiden Unternehmen in einem ersten Schritt sicherstellen, daß die nächsten Versionen von "Openview IT/Administration" und "Openview IT/Operations" mit SMS zusammenarbeiten.

Integration von SMS und Openview

Auf diese Weise sind Openview-Operatoren in der Lage, die SMS- Dienste zur PC-Administration als integrierten Bestandteil einer Enterprise-Plattform zu nutzen. Technisch betrachtet, erkennen die Openview-Produkte SMS als Openview-Nodes. Dadurch kann mit Openview als Enterprise-Manager auf die relationale Datenbank des Microsoft-Produkts zugegriffen und dessen Systemhierarchie erforscht werden. Ebenso lassen sich SMS-spezifische Funktionen wie beispielsweise Softwaredistribution über eine Openview-Konsole steuern. In umgekehrter Richtung meldet SMS Probleme im Desktop- Bereich an die übergreifende Enterprise-Konsole mit Hilfe von IT- Operations-Templates.

Darüber, wie die Hersteller von Netzequipment im Zeitalter von Intranet und WWW an der Verwaltbarkeit ihrer Geräte arbeiten, werden wir Sie in der nächsten Ausgabe informieren.