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24.12.1993

Enterprise Networking Services erlangen mehr und mehr Relevanz Banyan schnuert Vines-Services zu heterogenem Networking-Paket

Banyan Systems, Anbieter des in Nordamerika sehr, in Europa aber weniger erfolgreichen Netzwerk-Betriebssystems Vines, beschreitet neue Wege. Die Company wird die Enterprise Networking Features von Vines ausschlachten und als Servicepaket fuer andere Networking- Plattformen anbieten. Mit James D'Arezzo, Vice-President Marketing, sprach CW-Redakteur Peter Gruber.

CW: Banyan Vines ist in den USA sehr verbreitet, hat in Europa aber nicht diesen Stellenwert. Konnten Sie im letzten Geschaeftsjahr in der Alten Welt an Boden gewinnen?

D'Arezzo: Die Wachstumszahlen in Europa haben im letzten Jahr stagniert. Darueber sind wir natuerlich sehr enttaeuscht.

CW: Koennen Sie Zahlen nennen?

D'Arezzo: Banyan hat im letzten Geschaeftsjahr 84 Prozent seines Umsatzes in Nordamerika erzielt, leider nur 16 Prozent im weltweiten Geschaeft. Ein Grossteil davon entfaellt auf Europa. Bis 1996 wollen wir den Anteil auf 30 bis 50 Prozent steigern.

CW: Geben Sie der Rezession die Schuld an der Stagnation?

D'Arezzo: Es waere falsch allein das wirtschaftliche Tief fuer diese Entwicklung verantwortlich zu machen. Ein Grund ist sicher auch, dass wir uns zu sehr auf Grossbritannien konzentriert haben. Wir muessen unser Know-how besser auf Europa verteilen. Deshalb haben wir in Deutschland, Frankreich und den Benelux-Staaten bereits Niederlassungen eroeffnet. Weitere Offices in anderen Laendern werden folgen.

CW: Die Deutsche Banyan User Group hat sich ueber das mangelnde Know-how der Haendler und deren Support beklagt. Wie reagieren Sie darauf?

D'Arezzo: Es wird fuer Banyan entscheidend sein, den Support fuer die Anwender deutlich zu verbessern. Dazu gibt es drei Moeglichkeiten: Erstens an die Reseller strenge Qualifikationsansprueche zu stellen. Zweitens die Distributoren anhalten, dem Anwender auch Support zu bieten, und drittens schliesslich seitens von Banyan eigene Support-Organisationen installieren, die ihre Dienstleistung auch direkt vermarkten. Solche Wartungsvertraege muessen aber ueber unsere Distributionspartner abgeschlossen werden.

CW: Analysten prophezeien, Banyan werde ueber kurz oder lang von einem Grossen der Branche aufgekauft. Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Unternehmens?

D'Arezzo: Es gibt diese Stimmen, aber auch andere, die Banyan eine wichtige Position im Markt einraeumen. Network Services, die bisher eher eine untergeordnete Rolle spielten, werden im Enterprise Networking mehr und mehr Relevanz erhalten. Auf dieses Geschaeft konzentriert sich Banyan als einziges Unternehmen im Markt bereits seit zehn Jahren. Die Analysten der Gartner Group gehen zum Beispiel davon aus, dass sich die fuehrenden Anbieter von Netzwerk- Betriebssystemen Novell, Microsoft und Banyan kuenftig in verschiedene Richtungen entwikkeln. Nach deren Ansicht wird Microsoft den Desktop-, Novell den Server- und Banyan den Services-Markt dominieren.

CW: Es gibt keinen Zweifel, dass sich Vines insbesondere wegen der integrierten Services einen Namen gemacht hat. Novell und Microsoft werden Ihnen auf Dauer dieses Feld nicht kampflos ueberlassen.

D'Arezzo: Unser Vorteil ist, dass wir uns jetzt ausschliesslich auf den Bereich Services fokussieren, waehrend sich Microsoft und Novell im Desktop- und Server-Markt bekriegen. Natuerlich werden wir nicht den gesamten Kuchen fuer uns beanspruchen koennen, aber ein grosses Stueck, weil wir schon herstelleruebergreifend orientiert sind.

CW: Banyan versteht sich also nicht mehr als reiner Netzwerk- Betriebssystem-Anbieter, sondern als Service-Provider?

D'Arezzo: Wir wandeln uns von einem Software-Anbieter zu einem Provider von Loesungen. Der Kunde ist heute nicht mehr an Technologie, sondern an Loesungen interessiert.

CW: Als solche Loesungen verstehen Sie die Enterprise Network Services (ENS)?

D'Arezzo: Ja. Banyan verfolgt jetzt die Strategie, sich nicht mehr ausschliesslich auf Vines zu konzentrieren, sondern die Vines- Services auf zusaetzlichen Plattformen neben Vines aufzusetzen. ENS fuer Netware ist dafuer ein Beispiel. Darueber hinaus will Banyan im ersten Quartal 1994 ENS fuer HP/UX, im zweiten Quartal des kommenden Jahres ENS fuer IBM/AIX und im dritten ENS fuer Solaris von Sun auf den Markt bringen.

CW: Das ist die Umsetzung Ihrer Anfang 1993 angekuendigten Strategie, ENS auf die wichtigsten RISC-Plattformen zu portieren?

D'Arezzo: Ja. Das sind die drei wesentlichen RISC-Plattformen.

CW: Wie steht es um die Plaene fuer Windows NT?

D'Arezzo: Windows NT ist geplant, benoetigt aber noch etwas Zeit und hat auch noch keine wesentliche Marktrelevanz. Es ist aber denkbar, dass wir es schon 1994 unterstuetzen.

CW: Die User beklagen, dass bei einem Backup die Routing-Daten nicht gespeichert werden. Arbeiten Sie an diesem Problem?

D'Arezzo: Wir sind dabei, unsere Backup- und Restoring-Philosophie zu ueberdenken.

CW: Die Anwender bedauern ausserdem die begrenzte Anzahl von Print Services, die Sie unterstuetzen.

D'Arezzo: Das ist keine Frage der Technologie. Banyan koennte statt 20 auch 40 Print Services auf dem Server realisieren. Das Problem ist die Performance der Server. Es ist in einem Enterprise Network von Nachteil, die Leistung des Servers mit zu vielen Diensten zu belasten.