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08.11.2002 - 

COMPUTERWOCHE diskutiert mit Experten

Enterprise-Portals = Intranet 2.0

MÜNCHEN (fn) - Das Thema Firmenportale war Gegenstand einer von der COMPUTERWOCHE veranstalteten Expertenrunde, an der Vertreter von Oracle, Plumtree, IBM sowie dem Beratungshaus Chorus teilnahmen.

Fabian Flach, Regional Alliances Manager Europa, den Mittleren Osten und Afrika (Emea) bei Plumtree, bezeichnete Enterprise-Portale als "Intranet 2.0". Es gehe darum, dem Anwender einen zentralen Zugriff auf Applikationen und Communities zu liefern. Nach den Erfahrungen von Peter Oltmanns, Geschäftsführer von Chorus, herrscht in vielen Firmen noch ein Intranet-Wildwuchs vor, schon deshalb wüssten Unternehmen Portale zu schätzen. Peter Schütt, seines Zeichens Leader for Knowledge Management Central Europe bei IBM, warf die Frage auf, welche Firma denn mit ihrem Intranet zufrieden sei. Oft böten die Sites nur News-Kanäle. Portale seien aber zu weit mehr fähig: "Die Browser-Oberfläche wird zum dynamischen Arbeitsplatz, der Zugriff auf alle Informationen sowie die Kommunikation zwischen den Anwendern erlaubt." Etwas übertrieb der Experte allerdings, indem er die Einführung von Portalen mit dem Wechsel vom Mainframe zum PC verglich. Auch Schütt stimmt mit Plumtree-Manager Flach überein, dass Portale nur durch die Kombination aus Anwendungs- und Community-Integration Nutzen bringen. Nur Transaktionssysteme ins Portal zu bringen bezeichnete der IBM-Experte als "IT von gestern".

Wie ein solches Unternehmensportal aussehen kann, erläuterte Matthias Willems, Leiter Business Unit Application Server bei Oracle Deutschland, am Beispiel seines eigenen Unternehmens. Der Datenbankspezialist betreibt ein Portal für die weltweit 43000 Mitarbeiter, die alle Business-Systeme nur noch über den Browser bedienen. Allerdings fällt es Firmen wie IBM oder Oracle vergleichsweise leicht, solche Systeme einzuführen. Die Wirklichkeit beim Anwender sieht jedoch oft anders aus, bemerkt Chorus-Chef Oltmanns. "In der Regel haben die Firmen ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Die Portalsoftware der verschiedenen Hersteller bietet viele Funktionen, doch viele Unternehmen verfügen nicht über die erforderliche Infrastruktur, um diese Systeme zu betreiben." Dazu zählte beispielsweise ein unternehmensweites Verzeichnis als Grundlage für Single-Sign-on sowie geeignete Plattformen zur Applikationsintegration. Das Einbinden von Unternehmenssoftware hat laut Plumtree-Mann Flach einen sehr hohen Stellenwert: "Ein großer Teil unserer Kunden möchte Funktionen von Siebel, SAP und Documentum im Portal verfügbar machen."

Etwas schwer taten sich die Teilnehmer bei der Frage, wie sich der Return on Investment bei Portallösungen darstellen lässt. Flach nannte als Beispiel Plumtrees Vorzeigekunden Ford, der mit seinem Portal jährlich etwa zwölf Millionen Dollar einspare. Zuvor betrieb der Konzern rund 3000 Intranets, mit ebenso vielen Administratoren.

Bei der Entscheidung für ein Portalprodukt gibt nicht nur die Technik den Ausschlag. "Die Leute bleiben oft bei dem Anbieter, mit dem sie ohnehin zusammenarbeiten", so Oltmanns. Ein IBM-Anwender kaufe wohl eher das Websphere-Produkt, während es für einen SAP-Nutzer nahe liege, auch das Portal aus Walldorf zu beziehen. Nach Ansicht von Willems werden langfristig aber nur zwei Anbietergruppen übrig bleiben, nämlich die Hersteller von Applikations-Servern sowie die Anbieter von Unternehmenssoftware.