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07.06.1991

Entgegen der Voraussage - Info AG 1990 ohne Profit

HAMBURG (zek) - Hohe Investitionen und die Neuorientierung des Unternehmens sorgten bei der Info AG für einen Ausfall der Dividende für das Jahr 1990. Der Vorstandsvorsitzende Lutz Meyer-Scheel wollte sich wegen dez Höhe der Investitionen nicht festlegen, ob das Unternehmen für 1991 wieder eine Dividende zahlen wird.

Im Juni 1990 ging der damalige Vorstandsvorsitzende Frank Winkler noch davon aus, das Vorjahresergebnis übertreffen zu können. Im September 1990 dann sprach der seit August amtierende Meyer-Scheel von einer Ertragskraft, die eine Dividendenzahlung von fünf Mark je Aktie (wie 1989) ermöglichen würde.

Wesentlich zur Ertragsverschlechterung, hat die schleppende Montage der Empfangseinrichtungen für Satellitenkommunikation in den neuen Bundesländern beigetragen, wie Info auf Anfrage eingestand. Gleichwohl erwartet das Unternehmen die größten Zuwachsraten im Bereich des Netzwerk-Service. An einem flächendeckenden Netz werde gearbeitet. Ende des Jahres will Info über 31 Netzknoten-Rechner in den alten Bundesländern verfügen. Einschließlich der Satellitenkommunikation in den neuen Ländern sollen in drei bis vier Jahren 60 bis 80 solcher Knoten zur Verfügung stehen. Auf dieser Grundlage will die Info AG bis dahin auch zum Dienstleistungsanbieter in der Telekommunikationsbranche werden. Zu den möglichen Angeboten gehört dann beispielsweise Backup via Netz.

Ziel der Info AG ist es, so Meyer-Scheel, den Sprung "vom Gemischtwarenhändler zum Service-Anbieter" zu schaffen. Um dabei Erfolg zu haben, wurden die Bereiche Computerhandel und -leasing, die zuvor die Hälfte des Umsatzes ausmachten, aufgegeben. Allein dadurch, so die offizielle Version, schrumpfte das Geschäftsergebnis für 1990 von 3,7 Millionen Mark im Jahr 1989 auf 0,7 Millionen Mark. Als Jahresergebnis verblieben null Mark nach 1,5 Millionen Jahresüberschuß im Vorjahr.

Mit Gewinn arbeitete dagegen der zentrale Geschäftsbereich Ausweich-Rechenzentren. Auch der 1989 gestartete Netzwerk-Service dürfte erstmals in diesem Jahr mit Gewinn abschließen. Im dritten Sektor, Consulting und Software-Management, schrumpfte der Umsatz infolge der Umstrukturierung von 23,1 Millionen auf 13 Millionen Mark. Der geplante Bereich "Facilities Management", der Outsourcing-Leistungen anbieten wird, soll nicht vor Mitte 1992 tätig werden. Zur Neuorientierung des Unternehmens gehört auch die internationale Ausrichtung. So steht nach Meyer-Scheels Worten ein Abkommen mit einem noch nicht genannten internationalen Service-Konzern der Informations- und Kommunikationsbranche kurz vor dem Abschluß. Bisher kooperierte Info mit dem schwedischen Spezialisten Backup Centralen und dem US-Telekommunikationskonzern US-Sprint.

Die Info AG, meint Arndt Wolpers von der Münchner Capitalmanagement Wolpers GmbH, befindet sich mitten in der Konsolidierung: "Sollte es gelingen, den Bereich Netzwerk-Service nachhaltig auszubauen, könnte sich der Titel zu einer interessanten Anlage-Alternative entwickeln. Das Management hat es jedoch in der - zugegebenermaßen - kurzen Zeit seit Mitte 1990 noch nicht geschafft, die in Aussicht gestellte positive Entwicklung umzusetzen." Die Diagnose des Börsenexperten daher: "Für Käufe ist es noch zu früh."