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12.02.1999 - 

Entgelte für Teilnehmeranschluß festgelegt

Entgelte für Teilnehmeranschluß festgelegt Die Regulierungsbehörde bremst den Wettbewerb im Ortsbereich aus

MÜNCHEN (jha) - Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) hat das Entgelt für die Teilnehmeranschlußleitung auf 25,40 Mark festgelegt. Alle betroffenen Carrier inklusive der Deutschen Telekom AG sind mit der Entscheidung unzufrieden. Die neuen Anbieter und einige Verbände sehen das Monopol der Telekom im Ortsbereich gefestigt.

Will ein Privatkunde mit analogem Telefonanschluß der Deutschen Telekom den Rücken kehren, fallen für den alternativen Carrier einige Gebühren an, wenn er die Leitungen der Telekom für den Anschluß des Neukunden nutzen möchte. Neben den besagten monatlichen Grundgebühren, die er an den Bonner Carrier entrichten muß, sind dies einmalige Umschaltgebühren von 191,64 Mark ohne Montagearbeiten und 241,31 Mark mit Montagearbeiten durch die Telekom. Für die Neuschaltung lauten die Daten 196,55 Mark ohne und 337,15 Mark mit Montagearbeiten. Zudem fällt eine einmalige Kündigungsgebühr an. Ein Sprecher der Reg TP bestätigte einen Betrag von 107,70 Mark, den ein Carrier an die Telekom überweisen muß, wenn ein angemieteter Anschluß aufgegeben wird.

"Wir werden die Preise akzeptieren", meinte ein Sprecher der Telekom. "Zufrieden sind wir damit allerdings nicht." Der Bonner Carrier hatte einen Antrag über eine monatliche Zahlung von 37,30 Mark sowie Um- und Neuschaltungsentgelte von mehr als 400 beziehungsweise 600 Mark gefordert. Den Zahlen liegen interne Berechnungen zugrunde, die allerdings in der Vergangenheit zwischen 28,80 und 47,26 Mark Monatsentgelt variierten.

Alternative Carrier protestieren heftig

Die von der Reg TP vereinbarten Beträge scheinen die Schmerzgrenze der alternativen Carrier zu überschreiten. Sie hatten allesamt einen monatlich zu entrichtenden Betrag unter 20 Mark und eine einmalige Umschaltgebühr deutlich unter den bis dato provisorisch vereinbarten 265 Mark gefordert.

"Im Ortsnetz wird es mit diesen Preisen keinen Wettbewerb um den Privatkunden geben", schimpfte Horst Schäfers, Geschäftsführer des Düsseldorfer City-Carriers Isis Multimedia Net GmbH. Kritik erntet die Regulierungsbehörde in allen Punkten, doch insbesondere die Vereinbarungen über einmalige Um- und Neuschaltgebühren stoßen auf Verständnislosigkeit, "denn keiner kann sagen, was Montagearbeiten sind", so Schäfers. Mit diesen Daten, so seine Überschlagsrechnung, ließen sich nur Privatkunden mit einer monatlichen Rechnung von mehr als 100 Mark kostendeckend anschließen. Isis wird nun den Gang zum Kartellamt und vor die Gerichte antreten.

Ins gleiche Horn stößt auch der Deutsche Verband für Post und Telekom e.V. "Das TK-Gesetz schreibt den diskriminierungsfreien Zugang vor", erklärt der Vorsitzende Wilhelm Hübner. Da die Telekom ihren Kunden monatliche Anschlußgebühren in Höhe von 21,39 Mark berechnet, ihren Wettbewerbern dagegen 25,40 Mark in Rechnung stellt, wäre die logische und rechtliche Schlußfolgerung eine Anhebung der Grundgebühren für alle Analoganschlüsse. Gleiches gilt für die An- und Umschaltung, für die die Telekom ihren Kunden derzeit 50 beziehungsweise 100 Mark abverlangt. "Wir werden die Gebühren nicht hochsetzen", dementierte der Telekom-Sprecher diese Vermutung. Der Anschlußbereich sei immer defizitär gewesen und über das Gesprächsaufkommen subventioniert worden.