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25.06.1999 - 

Analysten bleiben skeptisch

Entlassungen und günstigere Kundentarife sollen Iridium-Pleite abwenden

MÜNCHEN (CW) - Die Betreiber des Satellitendienstes Iridium hoffen mit Preisnachlässen und Entlassungen den Gang zum Konkursrichter abwenden zu können. Analysten und Finanzmärkte zeigen sich davon wenig beeindruckt.

Nach wie vor verläuft die Kundenakquise für den weltumspannenden Satellitendienst Iridium schleppend. Im März 1999 nutzten weltweit rund 10 300 Kunden Iridium als Verbindungsmedium für Telefonate und Paging-Dienste. Seitdem, so eine unternehmensnahe Quelle, stieg die Zahl der Anwender auf lediglich 15000. Diese Zahl wurde offiziell nicht bestätigt. Von dem gesteckten Ziel, bis Ende 1999 insgesamt 500000 Kunden zu werben, ist der Service in jedem Fall weit entfernt.

"Wir glauben nach wie vor daran, das es Bedarf gibt. Wir haben das Geschäft bislang nur noch nicht richtig angepackt", gibt sich Iridium-Sprecherin Michelle Lyle optimistisch. "Richtig anpacken" heißt bei Iridium offenbar entlassen - jedenfalls sollen 15 Prozent der Mitarbeiter, vornehmlich aus dem Marketing, entlassen werden. Zugleich sollen die Investoren enger in Entscheidungsprozesse eingebunden werden.

Die Wallstreet dankte diese Maßnahmen nicht. So fiel die Iridium-Aktie auf das Jahrestief von fünf Dollar und ist somit der größte Verlierer an der US-Börse Nasdaq. Die Vorhersagen der Analysten lassen auch keine Besserung erhoffen. Verschiedene Finanzexperten haben dem Satellitendienst schlechte Aussichten bescheinigt.

Zu diesem Urteil kamen sie trotz kräftiger Preisnachlässe für die Iridium-Kunden. So senkten die Betreiber die Minutenpreise für Telefonate auf 1,89 bis 3,99 Dollar. Teilweise verlangte Iridium bislang bis zu sieben Dollar. Satelliten-Handies kosten künftig nur noch 3000 statt wie bisher 4000 Dollar. Auch für Deutschland wurden Preissenkungen angekündigt, ohne jedoch Zahlen zu nennen. "Wenn so die neuen Preislisten aussehen, dann hat Iridium offensichtlich den Ernst der Lage nicht erkannt", wundert sich Thomas Watt, Analyst bei Merill Lynch. "Die Betreiber sollten sich überlegen, die Handies zu verschenken. Sie brauchen Kunden und Telefongespräche. Bislang steht der Beweis noch aus, daß es diesen Markt wirklich gibt."