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22.12.1989 - 

Produkte gestrichen, Geschäftsberichte fehlen

Entlassungen und Klagen: Miniscribe droht die Pleite

LONGMONT, COLORADO (CW) - Der Laufwrerke-Hersteller Miniscribe Corp. sieht sich einer Flut von Gläubigerund Aktionärsklagen gegenüber und muß befürchten, daß die ultimative Forderung der National Association of Securities Dealers (NASD) nach Vorlage ausstehender Quartals- und Jahresberichte nicht mehr aufgeschoben wird.

Miniscribe ist mit seinem Jahresabschlußbericht 1988 (NASD-Code 10K) und den Quartalsberichten eins bis drei 1989 (10Q) im Verzug. Bereits seit Juli werden die Aktien des Unternehmens nur mit einer Ausnahmegenehmigung der NASD gehandelt, die am 8. Dezember auslief. Bei Redaktionsschluß lag noch keine Meldung vor, ob das Ultimatum verlängert worden ist. Miniscribe selbst äußerte sich in einer Pressemitteilung zu dieser Frage jedoch nicht sehr optimistisch.

Der Laufwerke-Anbieter führt die Verzögerung der Geschäftsberichte auf die kürzlich getroffene Entscheidung zurück, bis auf zwei 3?-Zoll-Modelle das gesamte Programm einzustellen. Hierdurch seien langwierige Buchführungs- und Prüfungsprozesse nötig geworden, um bevorstehende Kosten und Abschreibungen zu bestimmen.

Der britische Branchendienst Computergram berichtet von 1l0 Entlassungen bei Miniscribe, denen wahrscheinlich Anfang März 1990 weitere folgen würden. Die Produktumstellungen werden sich Computergram zufolge in Kosten von annähernd 40 Millionen Dollar in der Bilanz des zweiten Quartals 1989 niederschlagen.

Nach eigenen Angaben muß Miniscribe möglicherweise Schutz nach Chapter 11 des US-Konkursgesetzes in Anspruch nehmen, um ein Rekapitalisierungsprogramm auflegen zu können. Dieser Fall würde eintreten, wenn die Gemeinschaftsund Individualklagen von Aktionären und Schuldverschreibungsinhabern gegen das Unternehmen nicht auf dem Vergleichswege beigelegt werden können. Einer Pressemitteilung aus Longmont zufolge hat Miniscribe auf einem Treffen mit den Prozeßbevollmächtigten der Gläubiger einen Tilgungsund Rekapitalisierungsplan vorgelegt, der aber ohne eine schnelle Beilegung der Forderungsklagen nicht wirksam werden könne. Unterdessen sei die Klage eines großen Aktionärs vor dem Texas State Court hinzugekommen, wodurch eine Vergleichslosung schwieriger, wenn nicht aussichtslos geworden sei.