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21.12.2004

"Entscheidend war die gemeinsame Vision"

Für 13,5 Milliarden Dollar übernimmt Symantec Veritas. Mit Symantec-COO John Schwarz sprach CW-Redakteur Martin Seiler.

CW: Worum ging es Symantec bei dem Merger?

Schwarz: Wir schaffen damit das viertgrößte Softwarehaus der Welt mit einem erwarteten Umsatz von mehr als fünf Milliarden Dollar im nächsten Jahr. Außerdem stehen uns noch fünf Milliarden Dollar in bar für mögliche weitere Transaktionen zur Verfügung. Mit insgesamt 13 000 Angestellten sind wir Marktführer in zwei wichtigen Bereichen: Storage-Management und Security. Zusammen sind wir in der Lage, die Komplexität der Softwareinfrastruktur bei Anwendern enorm zu reduzieren, und haben eine wesentlich größere Reichweite im Markt, sowohl bei Großunternehmen als auch im Mittelstand.

CW: Wie schaut die Kundenbasis von Symantec und Veritas genau aus?

Schwarz: Im Highend haben wir viele gemeinsame Kunden. Sowohl Veritas als auch Symantec bedienen eine Reihe von Fortune-1000-Unternehmen mit einer deutlich internationalen Ausrichtung. Bei mittelständischen Firmen haben wir in spezifischen Branchen und Kanälen eine bestimmte Überschneidung, aber nicht so dramatisch wie in der Spitzengruppe.

CW: Wie sehr stören die Überschneidungen?

Schwarz: Überhaupt nicht. Die Entscheider in den Bereichen Security und Storage sind nicht dieselben Personen. Also selbst bei Großkunden werden wir nach wie vor in der Lage sein, die Beziehungen auf dem CIO-Level zu pflegen. Darunter brauchen wir Spezialisierung, Spezialisten für Storage und solche für Sicherheit. Wir verfügen hier bereits über eine starke Präsenz, und gemeinsam können wir uns noch effektiver dem Wettbewerb um eine feste Größe an IT-Investitionen stellen. Tendenziell erhalten die Großen ein größeres Stück vom Kuchen, und zu denen zählen wir jetzt.

CW: Welche Rolle spielt das Privatkundengeschäft, in dem Symantec ja traditionell eine starke Stellung besitzt, Veritas hingegen nicht?

Schwarz: PCs werden immer komplexer, Anwender speichern immer mehr und immer wichtigere Informationen auf ihren privaten Rechnern. Damit steigt die Notwendigkeit, diese Daten zu sichern und wiederherzustellen. Das haben Privatanwender traditionell nicht gemacht. Wir glauben, dass wir Veritas-Lösungen daher auch gut in diesem Segment verkaufen können.

CW: Nachdem Symantec durch die Akquisition sowohl Security- als auch Storage-Produkte im Portfolio hat, planen Sie nun kombinierte Lösungen auf den Markt zu bringen?

Schwarz: Wir haben vor einiger Zeit unsere Strategie der "Information Integrity" angekündigt. Dabei definieren wir Integrität als Kombination aus Sicherheit und Verfügbarkeit. Um verfügbar zu sein, müssen Daten gespeichert werden und bereitstehen, wenn der Kunde sie braucht. Jetzt haben wir die einzigartige Gelegenheit, diese beiden Aspekte für unsere Kunden zu verbinden. Das spielt insbesondere dann eine Rolle, wenn Unternehmen beweisen müssen, dass Informationen korrekt, aktuell und nicht manipuliert sind.

CW: Rechnen Sie mit einer weiteren Konsolidierung im Softwaremarkt?

Schwarz: Davon gehe ich aus, aber diese Branche ist so unverwüstlich wie innovativ: Während im Highend die Konsolidierung weitergeht, entstehen buchstäblich Hunderte neue, kleine Firmen. Daher glaube ich, dass der Markt nicht schrumpfen wird, und es werden auch nicht nur eine Handvoll große Player übrig bleiben. Innovationen werden zu einem gewissen Grad von den kleinen Anbietern kommen.

CW: Symantec besitzt nach Abschluss der Übernahme noch ein Barvermögen in Höhe von fünf Milliarden Dollar. Kaufen Sie bald noch mehr?

Schwarz: Es geht uns darum, unterm Strich profitabel zu sein und Geld zu verdienen. Das wiederum wird dazu benutzt, um Technologien zu suchen, die sich zur Erweiterung des Portfolios eignen, um so dem Kunden eine bessere Lösung zu bieten. Ich erwarte, dass das kombinierte Unternehmen mit etwa 3500 Entwicklern besser als bisher in der Lage sein wird, seine Technik organisch auszubauen. Wir werden unser Angebot an gewachsenen Produkten verstärken. Dazu kommen Akquisitionen, um neue Techniken aufzugreifen.

CW: Welche Rolle spielten Microsofts jüngste Bemühungen im Bereich IT-Sicherheit bei der Entscheidung, Veritas zu übernehmen?

Schwarz: Microsoft hat noch keinerlei Ankündigungen in Richtung Virenschutz gemacht. Sie haben zwar vor einiger Zeit eine kleine rumänische Firma gekauft, aber wir haben noch kein Produkt gesehen, nicht mal den Betatest einer Lösung. Es gibt aus unserer Sicht keine konkreten Hinweise, dass Microsoft in diesen Markt einsteigt. Daher war auch unsere Entscheidung in keiner Weise davon beeinflusst, was Microsoft tun oder nicht tun könnte. Ausschlaggebend war vielmehr die gemeinsame strategische Vision mit Veritas.