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24.01.1975

Entscheidungstabellentetchnik\Schnittstelle der Fachabteilung zur EDV

Die Hessische Landesbank muß sparen. Wer die Tagesund Wirtschaftszeitungen in letzter Zeit verfolgt hat, kennt die Gründe. Trotz angespannter finanzieller Lage hat sich die HELABA jedoch zum Ankauf des Entscheidungstabellen-Prozessors DETAB-GT von der Hamburger GMO entschlossen. Einsparungen an Programmier- und Systemanalyse-Aufwand, die durch den Einsatz dieses Software-Werkzeugs erwartet werden, rechtfertigen eine solche Investition. DETAB-GT, im süddeutschen Raum auch von der SYSTOR, Stuttgart, vertrieben, ist mit 59 Installationen (It. ISIS 9) Spitzenreiter eines jungen und interessanten Teilmarktes im deutschen Software-Geschäft. In den vergangenen zwei Jahren war, gemessen am Gesamtwert des Software-Verkaufs durch herstellerunabhängige Beratungsunternehmen, ein regelrechter Boom für ET-Prozessoren und -Übersetzer zu verzeichnen. Die ET-Euphorie hat inzwischen nachgelassen, das Geschäft sich normalisiert. Die Grenzen einer sinnvollen Anwendung sind erkannt. Der Einsatz von Entscheidungstabellen hat, wie auch die Normierte Programmierung, einen festen Anwendungsbereich gefunden und wird auch durch neue Techniken wie etwa die Strukturierte Programmierung in nächster Zeit kaum gefährdet werden.

Älter als Normierte Programmierung

Entscheidungstabellen und entsprechende Tools wurden zwar erst einige Zeit nach der Normierten Programmierung in Deutschland bekannt, sind jedoch wesentlich älter. Schon Mitte der fünfziger Jahre hat General Electric diese Technik als Arbeitsmittel der Systemanalyse in den USA untersucht.

1962 fand das von der CODASYL gesponsorte "Decision Table Symposium" in New York statt, in dessen Folge eine wahre Flut von Fachliteratur zu diesem Thema entstand. Zu dieser Zeit standen bereits die ersten Preprozessoren zur Umwandlung von Entscheidungstabellen zur Verfugung.

1965 war es vor allem die Association of Computing Machinery (ACM), die versuchte, die Entscheidungstabellen-Technik einem breiteren Anwenderkreis zugänglich zu machen. Während viele Anwender in den USA schon Mitte der sechziger Jahre erstaunliche Rationalisierungserfolge melden, die auf den Einsatz von Entscheidungstabellen zurückzuführen sind, bleibt der deutsche Wirtschaftsraum, wie so oft bei neuen Entwicklungen, von diesen nahezu "verschont". Erst Anfang der siebziger Jahre wird in Deutschland in verschiedenen Fachmedien eine Diskussion um Entscheidungstabellen in Gang gesetzt.

Besondere Meriten verdienen sich dabei Horst Strunz und - etwas später - Dr. Reinhold Thurner, die in Artikeln und Seminaren auf die Möglichkeiten der Anwendung von Entscheidungstabellen bei Systemplanung, -implementierung und -dokumentation aufmerksam machen.

Später Boom in Deutschland

Heute ist die Entscheidungstabellen-Technik den meisten Anwendern vertraut.

Auch die freien Software-Produzenten haben sich der steigenden Nachfrage nach Prozessoren und Übersetzern angepaßt. Diese Software-Tools haben sich vor allem als ideale Ergänzung zu den verschiedenen Verfahren der Normierten Programmierung bestens bewährt.

Die Ausgabe 9 des ISIS weist elf Entscheidungstabellen-Prozessoren, -Generatoren und -Übersetzer aus. Die Preise sind teilweise vom Durchschnitt stark abweichend. Dies liegt vor allem an der unterschiedlichen Leistung. Nicht alle Prozessoren können beispielsweise auch erweiterte und mehrdeutige Entscheidungstabellen verarbeiten.

Die meisten im Einsatz befindlichen Entscheidungstabellen-Prozessoren werden erst in der Programmierphase eingesetzt. Diese Entwicklung ist nicht begrüßenswert.

Die Entscheidungstabellen-Technik ist ein Verfahren, das sich für Fachabteilungen, Organisation und Programmierung gleichermaßen eignet.

Sie ist leicht erlernbar und folgt einfachen Regeln.

Es ist bedauerlich, daß die Chance zu einer verbesserten Kommunikation zwischen Fachabteilungen, Organisation und Programmierung durch einheitlichen Einsatz dieses Arbeitsmittels nicht mehr genutzt wird.